Eine private Krankenversicherung in Österreich kostet zwischen 8 € und über 300 € pro Monat. Ein Optionstarif (Sonderklasse nach Unfall) ist bereits ab 8 €/Monat erhältlich, eine volle Sonderklasse-Versicherung ab rund 80 €/Monat, eine Privatarzt-Versicherung ab 35 €/Monat. Wer als 26-Jährige in Wien die volle Sonderklasse mit Privatarzt-Versicherung und Baby-Option kombiniert, zahlt rund 130 €/Monat. Zur Einordnung: Ein einziger Tag Sonderklasse im Krankenhaus kostet als Selbstzahler*in rund 80 € – so viel wie ein ganzer Monat Versicherungsschutz. Wie hoch deine monatlichen Kosten ausfallen, hängt vor allem von sechs Faktoren ab. In diesem Ratgeber erfährst du, welche 6 Faktoren den Preis bestimmen, was die einzelnen Bausteine kosten und wie du mit 9 konkreten Tipps bis zu 20% sparst.
Inhalt
PKV-Kosten 2026 im Überblick: Alle Preise auf einen Blick
Die monatlichen Kosten einer Krankenzusatzversicherung in Österreich starten ab 8 €/Monat für einen Optionstarif (Sonderklasse nach Unfall) und reichen bis über 300 € für eine umfassende Familienabsicherung. Eine volle Sonderklasse-Versicherung kostet ab 80 €/Monat, eine Privatarzt-Versicherung ab 35 €/Monat, eine Zahnzusatzversicherung ab 30 €/Monat. Wie hoch deine Prämie konkret ausfällt, hängt von sechs Faktoren ab: Deckung, Gesundheitszustand, Wohnort, gesetzliche Krankenversicherung, Alter bei Abschluss und Selbstbehalt.
Was diese Preise im Detail bestimmt, welche Bausteine was kosten und wie du sparst, liest du in den nächsten Abschnitten.
🤝 Hinweis zur Unabhängigkeit: Als unabhängige Versicherungsmakler erhalten wir eine Provision, wenn du über uns einen Vertrag abschließt – diese ist bereits in der Prämie enthalten und verursacht keine Zusatzkosten für dich. Alle Kosten- und Rabattangaben in diesem Artikel basieren zudem auf einem Tarifvergleich der 10 aktiven PKV-Anbieter in Österreich.
📕 Wenn du dich allgemein zum Thema Zusatzversicherung informieren möchtest, dann lies dir unseren umfassenden Ratgeber zur privaten Krankenversicherung in Österreich durch.
Welche 6 Faktoren bestimmen die PKV-Kosten?
Sechs Faktoren bestimmen die Kosten deiner privaten Krankenversicherung: die gewählte Deckung, dein Gesundheitszustand, dein Wohnort, deine gesetzliche Krankenversicherung, dein Alter bei Vertragsabschluss und der vereinbarte Selbstbehalt. Den größten Einfluss hat die Deckung – zwischen einem Optionstarif und einem Komplettpaket liegen über 130 €/Monat. Am zweitstärksten wirkt das Alter bei Abschluss, weil es die Prämie über die gesamte Vertragslaufzeit festlegt. Zusammen können die sechs Faktoren mehrere hundert Euro Unterschied pro Monat ausmachen.
1. Die gewählte Deckung
Die gewählte Deckung ist der stärkste Kostenhebel bei der privaten Krankenversicherung. Zwischen einem einzelnen Optionstarif ab 8 €/Monat und einem Paket aus voller Sonderklasse, Privatarzt- und Zahnzusatzversicherung liegen über 130 €/Monat. Entscheidend sind drei Dinge: wie viele Bausteine du kombinierst, welche Leistungsstufe du innerhalb eines Bausteins wählst (bei der Sonderklasse gibt es vier) und wie hoch die jährliche Deckungssumme ist. Was die einzelnen Bausteine kosten, siehst du in der Preistabelle weiter unten.
Welcher Baustein sich für welche Lebenssituation wirklich rechnet, klärt unser Ratgeber zu den Leistungen der privaten Krankenversicherung – hier geht es ausschließlich darum, wie sich die einzelnen Bausteine auf deine Prämie auswirken.
2. Dein Gesundheitszustand
Dein Gesundheitszustand entscheidet nicht nur darüber, ob du eine private Krankenversicherung bekommst, sondern auch, was sie kostet. Stuft der Versicherer dein Risiko höher ein, kann der Prämienzuschlag je nach Befund zwischen 25% und 300% liegen. Bewertet werden BMI, Vorerkrankungen, Lebensstil und die familiäre Krankengeschichte. Wie der Antragsprozess abläuft und was bei Vorerkrankungen möglich ist, erklären wir im PKV-Ratgeber.
3. Dein Wohnort in Österreich
Je nach Bundesland sind die Kosten für die Privatversicherung unterschiedlich. Das liegt daran, dass die Behandlungskosten innerhalb von Österreich je nach Bundesland variieren. Wenn du in Wien lebst, musst du mit den höchsten Kosten rechnen, im Burgenland sind sie dagegen meistens am niedrigsten.
4. Deine gesetzliche Krankenversicherung (ÖGK, SVS, BVAEB)
Wie viel deine gesetzliche Krankenversicherung erstattet, bestimmt direkt, wie hoch dein privater Beitrag ausfällt. Die BVAEB rechnet Wahlarztkosten nach einem höheren Kassentarif ab als ÖGK und SVS – du bekommst mehr zurück und brauchst entsprechend weniger private Deckung. In Oberösterreich decken einzelne Spezialversicherer sogar Teile der Sonderklasse ab. Welche Kasse was übernimmt, zeigt unser Vergleich von gesetzlicher und privater Krankenversicherung.
5. Dein Alter bei Vertragsabschluss
Auch dein Alter spielt eine große Rolle bei den PKV-Kosten. Die Faustregel lautet: Je jünger du beim Abschluss bist, desto günstiger ist deine Prämie und das bleibt auch so im Alter.
Warum ist das so? Das Zauberwort heißt Alterungsrückstellung (umgangssprachlich auch Altersrückstellung und in der Versicherungsmathematik auch Deckungsrückstellung genannt). Hier eine einfache Erklärung: In jungen Jahren zahlst du bewusst mehr ein, als du tatsächlich an Gesundheitsleistungen brauchst. Zum Beispiel: Du zahlst 100 € im Monat, obwohl du nur Leistungen im Wert von 50 € in Anspruch nimmst. Die übrigen 50 € werden angespart. Dieses angesparte Geld wird im Alter verwendet, wenn deine Gesundheitskosten steigen. So bleibt dein monatlicher Beitrag stabil.
ℹ️ Ein Beispiel:
- Abschluss mit 25 Jahren → viel Zeit für Rückstellungen → Beitrag bleibt langfristig niedrig.
- Abschluss mit 40 Jahren → weniger Zeit zum Ansparen → deutlich höhere Anfangskosten.
Fazit: Je früher du dich für eine private Krankenversicherung entscheidest, desto niedriger bleiben deine Kosten über die Jahre hinweg.
Die Grafik zeigt dir schematisch, wie sich die Kosten deiner Krankenzusatzversicherung in Abhängigkeit vom Zeitpunkt des Vertragsabschlusses entwickeln.
6. Dein Selbstbehalt
Der Selbstbehalt ist ein wichtiger Faktor, wenn es um die Kosten deiner privaten Krankenversicherung geht. Grundregel: Je höher der Selbstbehalt, desto niedriger die monatliche Prämie und umgekehrt.
Selbstbehalte gibt es vor allem bei diesen Bausteinen: Sonderklasse-Versicherung (stationär), Privatarzt-Versicherung (ambulant) und Zahnzusatzversicherung.
Selbstbehalt-Modelle in der Sonderklasse-Versicherung: Es gibt verschiedene Modelle, die deine Kosten unterschiedlich beeinflussen. Hier eine Übersicht (sortiert nach steigenden Kosten für die Versicherung):
- Variabler Selbstbehalt: Die Höhe richtet sich nach dem Bundesland. In Wien ist er am höchsten, im Burgenland am niedrigsten.
- Fixer Selbstbehalt: Ein fester Betrag, unabhängig vom Bundesland.
- Kein Selbstbehalt: Du zahlst im Leistungsfall nichts zusätzlich, dafür ist die Prämie entsprechend hoch.
Gut zu wissen: Viele Tarife sehen keinen Selbstbehalt bei Unfall, schwerer Krankheit und Entbindung vor. Für Kinder gilt meist nur der halbe Selbstbehalt.
Selbstbehalt bei Privatarzt- & Zahnzusatzversicherung: Hier ist der Selbstbehalt meist prozentual geregelt. Das heißt: Deine Pflichtversicherung übernimmt einen Teil und die Zusatzversicherung deckt zwischen 50% und 100% der verbleibenden Kosten (je nach gewähltem Tarif).
Was kosten die einzelnen Bausteine? Richtwerte für 2026
Als Orientierung für eine 30-jährige Person kostet ein Optionstarif ab 8 €/Monat, eine volle Sonderklasse-Versicherung ab 80 €/Monat, eine Privatarzt-Versicherung ab 35 €/Monat, eine Zahnzusatzversicherung ab 30 €/Monat und eine Tagegeld-Versicherung ab 15 €/Monat. Die Baby-Option ist bei mehreren Anbietern kostenlos inkludiert, sonst kostet sie bis zu 6 €/Monat. Deine tatsächliche Prämie hängt von Alter, Gesundheitszustand, gesetzlicher Krankenversicherung und Wohnort ab.
📊 Datengrundlage: Die Kosten- und Rabattangaben basieren auf einem Tarifvergleich der 10 in Österreich aktiven PKV-Anbieter (Allianz, Uniqa, Merkur, Generali, Wiener Städtische, Grawe, Muki, Donau, ERGO und Wüstenrot; VVO 2025; Stand Juli 2026). Die Richtwerte gelten für 30-jährige Personen; individuelle Prämien können je nach Versicherer und Tarifblatt abweichen.
| Leistung | Preis | Relevanz | Unsere Anmerkung | |
|---|---|---|---|---|
| Sonderklasse-Versicherung | Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus, Privatklinik, kürzere Wartezeiten für Operationen, freie Arztwahl für Operationen | Ab 8 € pro Monat (Optionstarif: Sonderklasse nach Unfall) Ab 80 € pro Monat (volle Sonderklasse-Versicherung) |
🚨 Hoch | Schützt dich vor teuren Spitalskosten und gibt dir Zugang zu den besten Behandlungen im Krankenhaus. Im Ernstfall bekommt man unbegrenzt Leistung. |
| Baby-Option | Kind bekommt nach Geburt eine PKV ohne Gesundheitsprüfung | 0 bis 6 € pro Monat, bei mehreren Anbietern bereits inkludiert | 🚨 Hoch | Zusatz zur Sonderklasse-Versicherung. Garantiert deinem zukünftigen Kind eine PKV ohne Gesundheitsprüfung. |
| Privatarzt-Versicherung | Freie Wahl deiner Ärztin/deines Arztes, schnellere Termine, Kostenübernahmen von Physio-, Psychotherapie, Medikamenten | Ab 25 € pro Monat | ⏳ Mittel | Nur sinnvoll, wenn du oft Privatärzte nutzt. Gedeckelte Leistungen: Du bekommst meist nur so viel zurück, wie du einzahlst. |
| Zahnzusatzversicherung | Zahnerhalt, Zahnersatz, Mundhygiene, kieferorthopädische Behandlungen | Ab 30 € pro Monat | 📘 Niedrig | Hohe laufende Kosten, gedeckelte Leistungen. In jungen Jahren meist noch kein Bedarf. Kann auch noch später abgeschlossen werden. |
| Tagegeld-Versicherung | Auszahlung von Geldbetrag bei Spitalsaufenthalt oder Arbeitsunfähigkeit | Ab 15 € pro Monat | 📘 Niedrig | Nur sinnvoll bei Verdienstausfall oder Zusatzkosten im Krankheitsfall. |
| Vorsorgeleistungen | Medizinische Check-ups, mentale Gesundheit, Wellness, Fitness, etc. | 4 bis 80 € pro Monat | 📘 Niedrig | Zusatz zu anderen Tarifen. Nice-to-have. Wenn man die Leistungen regelmäßig nutzt, evtl. sinnvoll. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu den Vorsorgeleistungen der PKV. |
| Reisekrankenversicherung | Hilfe bei Notfällen im Ausland (Behandlung, Bergung, Rücktransport nach Österreich) | Ab 5 € pro Monat als PKV-Baustein | 🧭 Nach Bedarf | Eigenständiger Vertrag kostet ab 45 € pro Jahr. Nur sinnvoll, wenn man viel ins Ausland verreist. Sonst ist eine Reiseversicherung pro Reise günstiger. |
Was kostet eine Sonderklasse-Versicherung pro Monat?
Die Sonderklasse-Versicherung gibt es in vier Leistungsstufen. Der günstigste Einstieg ist der Optionstarif (Sonderklasse nach Unfall) ab rund 8 €/Monat. Eine volle Sonderklasse-Versicherung kostet ab rund 80 €/Monat und umfasst ein Ein- oder Zweibettzimmer, freie Arztwahl bei Operationen, kürzere Wartezeiten und Zugang zu Privatkliniken. Je nach Alter, Gesundheitszustand und Wohnort kann die Prämie deutlich höher ausfallen.
Was kostet eine Privatarzt-Versicherung pro Monat?
Die Privatarzt-Versicherung kostet in Österreich ab rund 35 €/Monat. Die Prämie hängt von deinem Alter beim Abschluss, deinem Gesundheitszustand und der gewählten Deckungssumme ab, die je nach Tarif zwischen 1.000 € und 11.000 € pro Jahr liegt. Für die meisten reichen 1.500 € bis 2.000 €. Wer Privatarzt und Sonderklasse beim gleichen Anbieter abschließt, spart bis zu 10% Kombinationsrabatt.
Was kostet ein Tag Sonderklasse ohne Versicherung?
Wer die Sonderklasse ohne Versicherung nutzt, zahlt die Aufzahlung selbst. Am LKH-Univ. Klinikum Graz liegt sie für ein Einbettzimmer bei rund 80 € pro Tag (Stand 2026). Die Sätze unterscheiden sich je nach Bundesland und Krankenhaus deutlich. Zum Vergleich: Eine volle Sonderklasse-Versicherung kostet ab 80 €/Monat – der Gegenwert von einem einzigen Tag Selbstzahlung.
Drei Rechenbeispiele: Was zahlen Lars, Lena und Timo?
| Kostenbeispiele von Lars, Lena und Timo | ||
|---|---|---|
| Lars, 24, Student in Graz
Lars geht gern bouldern, spielt im Sommer Beachvolleyball und genießt sein Studienleben in Graz. Er ist gesund, fit und möchte für später gut vorbereitet sein. Im Moment fehlt ihm noch das nötige Kleingeld für eine umfangreiche Absicherung, aber er möchte jetzt schon mal günstig in die PKV einsteigen. |
Optionstarif (Sonderklasse nach Unfall) | 8 € im Monat |
| Lena, 26, Volksschullehrerin in Wien
Lena arbeitet seit einem Jahr als Volksschullehrerin in Wien. Sie war bis jetzt ganz schön glücklich allein, aber dann kam plötzlich Oskar und jetzt ist sie ganz schön glücklich mit Oskar. Jetzt kann sie sich vorstellen, einmal Mama zu werden. Dann möchte sie sich während der Schwangerschaft sicher fühlen und auch ihr Baby sicher wissen. |
Volle Sonderklasse-Versicherung inkl. Baby-Option und Privatarzt-Versicherung | 130 € im Monat |
| Timo, 36, Papa mit Familie aus Innsbruck
Timo lebt mit seinem Partner und zwei Kindern in Innsbruck, hat einen Bürojob und geht in seiner Freizeit am liebsten Mountainbiken oder im Winter Skifahren. Er möchte seine ganze Familie gut versichert wissen. |
Volle Sonderklasse-Versicherung und Privatarzt-Versicherung für Eltern und zwei Kinder | 300 € im Monat |
Wie günstig ist der Einstieg in die PKV? Optionstarif ab 8 €/Monat
Der günstigste Einstieg in die private Krankenversicherung in Österreich ist der Optionstarif: Ab rund 8 €/Monat sicherst du dir Zugang zur Sonderklasse im Krankenhaus, vorerst nur im Unfallfall – später kannst du ohne erneute Gesundheitsprüfung aufstocken. Entscheidend ist der Zeitpunkt: Je jünger du beim Abschluss bist, desto niedriger bleibt deine Prämie ein Leben lang, dank der Alterungsrückstellung. Außerdem frierst du deinen Gesundheitszustand ein und schützt dich vor späteren Risikoaufschlägen oder Ausschlüssen.
Was ist ein Optionstarif und für wen lohnt er sich?
Ein Optionstarif ist die günstigste Form der Sonderklasse-Versicherung: Ab rund 8 €/Monat bist du im Krankenhaus abgesichert, allerdings nur nach einem Unfall. Der eigentliche Wert liegt im Upgrade-Recht – du kannst später ohne neue Gesundheitsprüfung auf eine volle Sonderklasse-Versicherung wechseln. Sinnvoll ist das vor allem für junge und gesunde Menschen, die sich günstige Konditionen sichern wollen, bevor eine Vorerkrankung dazwischenkommt.
Wenn sich deine Lebensumstände ändern – höheres Einkommen, Kinderwunsch oder einfach mehr Sicherheitsbedürfnis – kannst du auf eine volle Sonderklasse-Versicherung upgraden. Dann bist du nicht nur bei Unfällen abgesichert, sondern auch bei Krankheiten, Operationen und Schwangerschaft.
Warum lohnt sich ein früher Abschluss?
Wenn du jung in die private Krankenversicherung einsteigst, profitierst du von günstigen Prämien und das ein Leben lang. Grund dafür ist die sogenannte Alterungsrückstellung: Du zahlst in jungen Jahren bewusst mehr ein, als du an Leistungen brauchst. Der Überschuss wird für später zurückgelegt und gleicht dann die steigenden Gesundheitskosten im Alter aus. Das sorgt dafür, dass deine Beiträge auch mit 60+ noch bezahlbar bleiben, vorausgesetzt, du startest früh genug.
Der zweite Vorteil liegt in deinem Gesundheitszustand: Er ist entscheidend dafür, ob und zu welchen Konditionen du überhaupt eine Krankenzusatzversicherung bekommst. Je fitter du beim Abschluss bist, desto besser. Denn Versicherer prüfen deinen Gesundheitszustand genau und können bei Risiken entweder Zuschläge verlangen, Leistungen ausschließen oder dich ganz ablehnen.
Wenn du jung einsteigst, bist du meist gesund und sicherst dir deinen Versicherungsschutz dauerhaft. Selbst wenn sich dein Gesundheitszustand später verschlechtert, kann dich der Versicherer weder kündigen (§ 178i VersVG) noch deine Prämie wegen deines persönlichen Risikos erhöhen (§ 178f Abs. 2 VersVG). Was sich sehr wohl ändern kann, sind die Prämien für alle Versicherten gemeinsam: Steigen die Kosten im Gesundheitswesen, dürfen Versicherer die Beiträge anpassen. Dein individuelles Gesundheitsrisiko spielt dabei aber keine Rolle mehr – Anpassungen, die sich bloß auf dein Alter oder deinen persönlichen Gesundheitszustand stützen, sind laut Gesetz unzulässig (§ 178f Abs. 2 VersVG).
Was kostet eine private Krankenversicherung für Studenten?
Für Studierende in Österreich beginnt die private Krankenversicherung bei rund 8 €/Monat mit einem Optionstarif (Sonderklasse nach Unfall). Sie kommt immer zusätzlich zur gesetzlichen Versicherung dazu. Wie Studierende gesetzlich abgesichert sind und was die Selbstversicherung für Studierende bei der ÖGK kostet, erklären wir im Vergleich zur gesetzlichen und privaten Krankenversicherung. Der frühe Einstieg lohnt sich doppelt: Du sicherst dir dauerhaft niedrige Konditionen und kannst später ohne neue Gesundheitsprüfung aufstocken.
Wie kannst du bei den PKV-Kosten sparen? 9 Tipps
Die Kosten einer privaten Krankenversicherung lassen sich mit drei Rabatten und einem Zeitpunkt senken. Die Rabatte: Familienrabatt bis zu 6%, Kombinationsrabatt für Sonderklasse und Privatarzt beim gleichen Anbieter bis zu 10%, Gruppentarif über den Arbeitgeber bis zu 20%. Der Zeitpunkt: Je früher du abschließt, desto niedriger bleibt die Prämie dauerhaft. Zusätzlich senkt ein höherer Selbstbehalt die monatlichen Kosten, dafür zahlst du im Leistungsfall mehr selbst.
Hier kommen unsere 9 erprobten Tipps aus der Praxis:
1. Familienrabatt nutzen (bis zu 6%)
Viele Versicherungsanbieter gewähren einen Familienrabatt, wenn alle Familienmitglieder über den gleichen privaten Krankenversicherungsvertrag versichert sind. So kannst du bis zu 6% sparen. Die Bedingungen variieren je nach Anbieter: Bei manchen gibt es den Rabatt für Partner*in und Kinder, bei anderen nur für den/die Partner*in.
2. Kombinationsrabatt bei Sonderklasse und Privatarzt sichern (bis zu 10%)
Wenn du sowohl eine Sonderklasse-Versicherung als auch eine Privatarzt-Versicherung möchtest, kannst du durch das Abschließen beider Versicherungen beim gleichen Anbieter ordentlich sparen. Je nach Versicherer ist ein Kombinationsrabatt von bis zu 10% möglich, wenn du beide Tarife kombinierst.
3. Gruppentarif über den Arbeitgeber nutzen (bis zu 20%)
Einige private Krankenversicherer bieten durch Kooperationen mit Unternehmen vergünstigte Gruppen-Krankenversicherungen an. Dein Arbeitgeber kann dir so attraktive Tarife mit bis zu 20% Rabatt auf die Prämie ermöglichen. In einigen Fällen profitieren sogar Familienmitglieder von diesen Vergünstigungen. Frag am besten nach, ob dein Unternehmen solche Vorteile bietet.
4. Früh einsteigen – mit dem Optionstarif ab 8 €
Je früher du abschließt, desto günstiger bleibt deine Prämie dauerhaft – dank der Alterungsrückstellung. Der günstigste Einstieg ist der Optionstarif ab etwa 8 €/Monat, aus dem du später ohne erneute Gesundheitsprüfung in einen umfassenderen Tarif wechseln kannst. Wenn du an Familienplanung denkst, sicherst du dir mit dem frühen Abschluss außerdem die Baby-Option und vermeidest Wartezeiten für die Schwangerschaft.
5. Ersatztagegeld statt Einbettzimmer wählen
Hast du eine Sonderklasse-Versicherung, aber es ist kein Ein-/Zweibettzimmer verfügbar? Oder möchtest du bewusst bei deinem Krankenhausaufenthalt auf das Ein-/Zweibettzimmer verzichten? Kein Problem! In diesem Fall kannst du dir statt eines Ein-/Zweibettzimmers das Ersatztagegeld auszahlen lassen. Dabei handelt es sich um eine tägliche Pauschale, die dir die Versicherung als Ausgleich zahlt.
In vielen Fällen kann es sinnvoller sein, eine Versicherung nur für ein Zweibettzimmer abzuschließen, da die Kosten niedriger sind. Zum Beispiel liegt die Aufzahlung für ein Einbettzimmer am LKH-Univ. Klinikum Graz bei rund 80 € pro Tag (Stand 2026).
ℹ️ Ein Beispiel: Bei Uniqa würde eine 30-jährige Person etwa 14 € monatlich zusätzlich zahlen, um ein Einbettzimmer zu erhalten, wenn es verfügbar ist. Das macht jährlich 168 €. Wenn man nun gesund bleibt und vielleicht nur alle 5 Jahre für eine Woche ins Krankenhaus muss, würde man für das Einbettzimmer insgesamt 560 € selbst zahlen (7 Tage mal 80 €), im Vergleich zu den 840 €, die man der Versicherung in 5 Jahren gezahlt hat. Daher lohnt es sich, genau zu überlegen, ob der zusätzliche Betrag für das Einbettzimmer wirklich nötig ist.
6. Prämienrückerstattung bei Nichtnutzung beanspruchen
Einige private Krankenversicherungstarife bieten eine Prämienrückerstattung an, wenn du innerhalb einer bestimmten Zeit (meist ein oder zwei Jahre) keine Leistungen in Anspruch genommen hast. Das bedeutet, dass du einen Teil deiner gezahlten Beiträge zurückerhalten kannst. Es lohnt sich, die Versicherungsbedingungen genau zu prüfen, um herauszufinden, ob dein Tarif diese Möglichkeit bietet.
7. Regional- statt Österreich-Tarif prüfen
Wenn du Krankenhausaufenthalte in ganz Österreich abdecken möchtest, kann ein Tarif mit österreichweiter Deckung sinnvoll sein, da die Krankenhauskosten dann in allen Bundesländern inkludiert sind. Allerdings solltest du beachten, dass die Krankenhauskosten je nach Bundesland unterschiedlich sind. Wenn du nur in einem speziellen Krankenhaus behandelt werden möchtest, kann ein österreichweiter Tarif schnell teurer werden. In diesem Fall könnte ein Regional- oder Bundeslandtarif die günstigere Wahl sein.
Wichtig ist, dass du bei einem Regional- oder Bundeslandtarif darauf achtest, einen Vertrag zu wählen, bei dem der Selbstbehalt in deinem Bundesland möglichst niedrig ist. Dies ist besonders relevant für Personen, die außerhalb von Wien wohnen, da der Selbstbehalt in Wien in der Regel am höchsten ist.
8. Selbstbehalt anpassen
Ein höherer Selbstbehalt in der Sonderklasse-Versicherung führt zu einer niedrigeren monatlichen Prämie. Wenn du bereit bist, im Leistungsfall mehr selbst zu zahlen, kannst du langfristig Kosten sparen. Besonders wenn du jung und gesund bist, kann es sinnvoll sein, mit einem höheren Selbstbehalt einzusteigen, da du später ohne Gesundheitsprüfung in einen umfassenderen Tarif wechseln kannst – vorausgesetzt, dies ist vertraglich so geregelt.
Allerdings hängt es von deiner persönlichen Vorliebe ab, wie du dich mit einem höheren Selbstbehalt fühlst. Manche Menschen bevorzugen es, im Leistungsfall einen höheren Betrag selbst zu zahlen, um monatlich weniger zu bezahlen. Andere fühlen sich wohler, wenn der Selbstbehalt niedriger ist und sie bei einem Krankenhausaufenthalt weniger aus eigener Tasche zahlen müssen.
Vergleiche verschiedene Tarife und rechne aus, welcher Selbstbehalt für dich am besten passt. Je nach Situation und Wohlfühlfaktor kann der richtige Tarif für dich unterschiedlich ausfallen.
Wenn du finanziell kürzertreten musst, ist ein Wechsel in einen kleineren Tarif meist günstiger als eine Kündigung – du behältst deine Alterungsrückstellung.
9. Privatarzt-Deckungssumme passend wählen
Die Höchstleistungssumme in der Privatarzt-Versicherung bestimmt, wie viel die Versicherung jährlich übernimmt (z.B. 1.000 € oder 5.000 €). Ein hoher Tarif klingt zwar verlockend, wird jedoch oft nicht voll ausgeschöpft.
ℹ️ Ein Beispiel: Eine Arztrechnung kostet 200 €, die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt 80 €. Die Privatarzt-Versicherung zahlt dann nur die restlichen 120 €. Mit einer Höchstleistungssumme von 5.000 € könntest du theoretisch über 40 Arztbesuche im Jahr abdecken. Aber brauchst du das wirklich? In den meisten Fällen reichen Tarife mit einer Leistung von 1.500 € bis 2.000 € völlig aus, da viele Menschen nicht so viele Arztbesuche pro Jahr haben.
Unser Fazit: Was eine PKV in Österreich wirklich kostet
Eine private Krankenversicherung in Österreich kostet zwischen 8 € und über 300 € pro Monat. Der realistische Einstieg liegt bei rund 80 €/Monat für eine volle Sonderklasse-Versicherung. Wer zunächst nur den Optionstarif nimmt, zahlt ab 8 €. Entscheidend ist weniger der niedrigste Preis als die Frage, welche Bausteine du wirklich brauchst und wie früh du abschließt. Denn dein Alter bei Vertragsabschluss legt die Prämie für Jahrzehnte fest.
💡 Unser Tipp: Schon ab 8 € monatlich bekommst du einen Optionstarif (Sonderklasse nach Unfall). Damit sicherst du dir den späteren Einstieg in eine leistungsstärkere Absicherung ohne neue Gesundheitsprüfung.
Welche Bausteine für dich sinnvoll sind, klären wir im Ratgeber zur privaten Krankenversicherung, und wie du Tarife systematisch gegenüberstellst, im Vergleich der privaten Krankenversicherungen. Oder noch einfacher: Lass dich von der Versicherungs-App Sophia und ihrem Team beraten 🌸
Hinweis zur Unabhängigkeit: Wir sind unabhängige Versicherungsmakler und erhalten eine Provision, wenn du über uns einen Vertrag abschließt. Diese ist bereits in der Prämie enthalten, dir entstehen also keine zusätzlichen Kosten. Wir sind an keine Versicherung gebunden oder finanziell mit ihr verflochten.