NEU: Österreichs umfangreichster Vergleich für Privatarzt- & Zahn-Versicherungen

Selbstbehalt in der privaten Krankenversicherung: Varianten, Höhe & Versicherer-Vergleich

29.05.2026 • 14 min • von Sebastian Peischl

Ein Mann, der sich von einer Ärztin im Krankenhaus in der Sonderklasse behandeln lässt. Ein Symbolbild für den Selbstbehalt in der privaten Krankenversicherung.

Der Selbstbehalt in der privaten Krankenversicherung liegt in Österreich zwischen 0 € und rund 1.500 € pro Jahr und beeinflusst direkt deine Prämie: Je höher der Selbstbehalt, desto günstiger der monatliche Beitrag. Es gibt drei Modelle für die Sonderklasse-Versicherung (variabel, fix oder ohne Selbstbehalt), die sich je nach Versicherer und Lebenssituation stark unterscheiden. In diesem Artikel vergleichen wir die Selbstbehalte aller acht österreichischen Anbieter, erklären alle Modelle und helfen dir, die richtige Wahl für deine Situation zu treffen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Selbstbehalt ist dein Eigenanteil an den Kosten, bevor die private Krankenversicherung zahlt.
  • Es gibt drei Modelle in der Sonderklasse-Versicherung: variabler Selbstbehalt (abhängig vom Bundesland), fixer Selbstbehalt (österreichweit gleich) und kein Selbstbehalt.
  • Bei der Sonderklasse-Versicherung kann der Selbstbehalt als Tagessatz oder Jahreslimit gelten. Bei Privatarzt- und Zahnzusatzversicherungen wird er meist prozentual berechnet.
  • Häufige Sonderregelungen für die Sonderklasse: Kein Selbstbehalt für Kinder, für die ersten Krankenhaus-Tage oder bei Unfällen/Entbindungen/schweren Krankheiten.
  • Ein hoher Selbstbehalt bedeutet geringere monatliche Kosten, während ein niedriger Selbstbehalt finanzielle Sicherheit im Ernstfall bietet.

📕 Wenn du allgemein mehr über die Krankenzusatzversicherung erfahren möchtest, dann wirf einen Blick in unseren umfassenden Ratgeber zur privaten Krankenversicherung in Österreich.

Was ist der Selbstbehalt in der Krankenversicherung?

Der Selbstbehalt in der privaten Krankenversicherung ist der Betrag, den du im Falle einer Behandlung selbst tragen musst, bevor deine Versicherung die restlichen Kosten übernimmt. Dieser Betrag (Geldbetrag oder Prozentsatz) wird vertraglich festgelegt und beeinflusst die Kosten deiner Krankenzusatzversicherung. Je nach Versicherungstarif variiert die Höhe des Selbstbehalts.

In Österreich ist der Selbstbehalt vor allem in der Sonderklasse-Versicherung, der Privatarzt-Versicherung und der Zahnzusatzversicherung relevant. Er beeinflusst direkt deine monatliche Prämie: Ein höherer Selbstbehalt senkt die Prämie, ein niedrigerer Selbstbehalt erhöht sie.

Der Begriff wird oft auch als “Eigenbehalt” oder “Kostenbeteiligung” verwendet. Gemeint ist immer derselbe Mechanismus: Du beteiligst dich an den Kosten, die Versicherung übernimmt den Rest.

ℹ️ Ein Beispiel: Deine Sonderklasse-Versicherung hat einen Selbstbehalt von 750 € pro Jahr. Du hast eine geplante Operation in einer Privatklinik, die 2.000 € kostet. Jetzt musst du 750 € selbst bezahlen und den Rest übernimmt deine Versicherung.

Wie hoch ist der Selbstbehalt in der privaten Krankenversicherung?

Der Selbstbehalt bei der privaten Krankenversicherung variiert je nach Tarif und kann bis zu über 1.500 € pro Jahr betragen. In der Sonderklasse-Versicherung ist der Selbstbehalt ein Geldbetrag pro Jahr oder Tag. Bei der Privatarzt-Versicherung ist es ein Prozentsatz. Er hat einen direkten Einfluss auf die Prämie: Je höher der Selbstbehalt, desto niedriger die Kosten.

Bei der privaten Krankenversicherung ist ein Selbstbehalt bei folgenden drei Bereichen üblich:

Selbstbehalt in der Sonderklasse-Versicherung

In der Sonderklasse-Versicherung reicht der Selbstbehalt meist von 0 € bis rund 1.600 € pro Jahr. Je nach Anbieter kannst du die Höhe frei wählen und damit auch deine Prämie steuern.

Viele Versicherer verzichten in bestimmten Fällen, etwa nach einem Unfall, bei schweren Erkrankungen oder einer Entbindung, auf den Selbstbehalt. Manche Tarife sehen zudem vor, dass für die ersten paar Tage im Krankenhaus kein Selbstbehalt anfällt.

Für Kinder und Jugendliche gilt häufig gar kein oder nur ein reduzierter Selbstbehalt.

Die Abrechnung erfolgt entweder als Tagessatz (z.B. 100 € pro Tag, maximal für 5 Tage im Jahr) oder als Jahreslimit (z.B. 800 €), bei dem du nur bis zu einem festgelegten Höchstbetrag zahlst. Alles, was darüber hinausgeht, übernimmt die Versicherung.

Selbstbehalt in der Privatarzt-Versicherung

Bei der Privatarzt-Versicherung wird der Selbstbehalt in Prozent angegeben und liegt üblicherweise zwischen 0% und 50% der Arztrechnung.

Ein gängiges Modell lautet: Kein Selbstbehalt, wenn die gesetzliche Krankenversicherung einen Teil der Kosten übernimmt und 20% Selbstbehalt, wenn keine Leistung der gesetzlichen Versicherung erfolgt.

Selbstbehalt in der Zahnzusatzversicherung

In der Zahnzusatzversicherung ist ein prozentualer Selbstbehalt von 10% bis 50% üblich.

Welche Selbstbehalt-Varianten gibt es in der Sonderklasse-Versicherung?

In der Sonderklasse-Versicherung gibt es drei Selbstbehalt-Modelle: den variablen Selbstbehalt (je nach Bundesland unterschiedlich hoch), den fixen Selbstbehalt (österreichweit gleich) und Tarife ohne Selbstbehalt (höhere Prämie, keine Zusatzkosten im Leistungsfall). Welches Modell für dich sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, wo du dich typischerweise behandeln lässt und wie viel Planungssicherheit du dir wünschst.

Variabler Selbstbehalt: Je nach Bundesland unterschiedlich

Beim variablen Modell richtet sich der Selbstbehalt nach dem Bundesland, in dem du behandelt wirst. Da die Behandlungskosten im Krankenhaus in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich hoch sind, kann der Selbstbehalt in Wien beispielsweise höher sein als in Kärnten.

ℹ️ Ein Beispiel: Lässt du dich in einem Krankenhaus in Wien behandeln, hast du einen Selbstbehalt von 1.000 € pro Kalenderjahr. In Kärnten wären es nur 350 €.

Fixer Selbstbehalt: In ganz Österreich gleich hoch

Ein fixer Selbstbehalt bleibt unabhängig vom Bundesland immer gleich hoch.

ℹ️ Ein Beispiel: Egal, ob du dich in einem Krankenhaus in Wien oder Kärnten behandeln lässt, du hast nur einen Selbstbehalt von 400 € pro Kalenderjahr.

Kein Selbstbehalt: Keine Zusatzkosten

Einige Sonderklasse-Tarife der privaten Krankenversicherung bieten eine Variante ohne Selbstbehalt. In diesem Fall übernimmt die Versicherung sämtliche Kosten, jedoch mit höheren monatlichen Prämien.

ℹ️ Ein Beispiel: Egal in welchem Krankenhaus du dich in Österreich behandeln lässt, es fällt kein Selbstbehalt an. Die Versicherung übernimmt die Kosten.

Selbstbehalte der Sonderklasse-Versicherung: Alle 8 Anbieter im Vergleich

Die günstigsten variablen Selbstbehalte bieten Merkur (ca. 245 bis 710 € pro Jahr) und Allianz (ca. 250 bis 750 € pro Jahr). Beide Versicherer verzichten bei Krankenhausaufenthalten bis zu vier Tagen auf den Selbstbehalt. Den günstigsten Einstieg ohne Selbstbehalt bis zum 40. Geburtstag bieten Wiener Städtische und Donau.

Hier findest du eine vollständige Übersicht der Selbstbehalte aller acht Anbieter (Uniqa, Merkur, Generali, Wiener Städtische, Grawe, Muki, Donau und Allianz) für private Krankenversicherungen in Österreich (inklusive Optionen, Höhen, Ausnahmen und unseren Empfehlungen). Wir betrachten ausschließlich vollumfängliche Sonderklasse-Tarife. Beachte dabei, dass die variablen Selbstbehalte im Burgenland meist am niedrigsten und in Wien am höchsten sind.

Selbstbehalte je Versicherer und Tarif Optionen & Höhe Ausnahmen & Reduktionen Unsere Anmerkungen
Uniqa “Sonderklasse Pur”
  • Variabler Selbstbehalt (ca. 440 € bis 1.550 € pro Jahr)
  • Kein Selbstbehalt bis zum 45. Geburtstag
Vorteile: Günstiger Einstiegstarif ohne Selbstbehalt bis 45 Jahren. Option auf Upgrade auf einen anderen Tarif zum 45. Geburtstag inkludiert.

Nachteile: Wenn man zum 45. Geburtstag nicht upgraded, hat man einen hohen Selbstbehalt, der in allen Fällen anfällt.
Uniqa “Sonderklasse Select Optimal” & “Sonderklasse Select Optimal PLUS”
  • Fixer Selbstbehalt (ca. 1.200 € pro Jahr)
  • Variabler Selbstbehalt (ca. 440 € bis 1.550 € pro Jahr)
  • Kein Selbstbehalt bei Unfall, Entbindung, Schwangerschaft und bestimmten schweren Erkrankungen
  • Kinder zahlen nur den halben Selbstbehalt
Empfehlung: Wenn du in Wien oder nahe Wien wohnst, nimm den fixen Selbstbehalt. Dann kannst du dich in Wien behandeln lassen und hast weniger Selbstbehalt als beim variablen Selbstbehalt-Modell.
Uniqa “Sonderklasse Select Premium” & “Sonderklasse Select Premium PLUS”
  • Ohne Selbstbehalt
-
Uniqa “PrivatRundum”
  • Ohne Selbstbehalt
-
Merkur “Sonderklasse Optimum” & “Merkur Novum”
  • Variabler Selbstbehalt (ca. 245 € bis ca. 710 € pro Jahr)
  • Kein Selbstbehalt für Aufenthalte im Krankenhaus bis zu 4 Tagen
  • Kein Selbstbehalt bei Unfall, Entbindung, Schwangerschaft und bestimmten schweren Erkrankungen
  • Kinder zahlen nur den halben Selbstbehalt
Vorteile: Sehr günstiger Selbstbehalt in den Bundesländern (außer Wien). Selbstbehalt nur in wenigen Fällen.
Generali “MedCare: Sonderklasse”
  • Ohne Selbstbehalt
  • Variabler Selbstbehalt (frei wählbar bis zu ca. 320 € pro Tag)
  • Kein Selbstbehalt bei Unfall
  • Selbstbehalt für max. 5 Tage pro Jahr
  • Kein Selbstbehalt bis zum 45. Geburtstag (nur mit Aufpreis möglich)
Nachteile: Selbstbehalt fällt bei Entbindung, Schwangerschaft und schweren Erkrankungen an.

Empfehlung: Günstiger Einstiegstarif, aber hoher Selbstbehalt. Deswegen empfehlen wir den Abschluss einer Umstiegsoption, mit der man auf einen Tarif mit weniger Selbstbehalt später umsteigen kann.
Wiener Städtische “bestHEALTH Sonderklasse”
  • Ohne Selbstbehalt
  • Fixer Selbstbehalt (ca. 330 € bis 1.400 € pro Jahr)
  • Kein Selbstbehalt bei Unfällen, ambulanten Operationen, Schwangerschaft und Entbindung
  • Halber Selbstbehalt bis zum 20. Geburtstag.
  • Kein Selbstbehalt vom 20. bis zum 40. Geburtstag
Vorteile: Günstiger Einstiegstarif für Personen zwischen dem 20. und 40. Geburtstag. Interessant für Personen, die in NÖ nahe Wien wohnen, weil sich Kosten und Selbstbehalt nach NÖ richten, aber man sich in Wien behandeln lassen kann.

Nachteile: Selbstbehalt fällt bei schweren Erkrankungen an.
Wiener Städtische “MEDplus Kombi”
  • Fixer Selbstbehalt (ca. 630 € bis 840 € pro Jahr)
  • Kein Selbstbehalt bis zum 40. Geburtstag
  • Kein Selbstbehalt bei Unfall, Entbindung, Schwangerschaft und bestimmten schweren Erkrankungen
Allianz “Sonderklasse Extra”
  • Variabler Selbstbehalt (ca. 250 € bis 750 € pro Jahr)
  • Kein Selbstbehalt für Aufenthalte im Krankenhaus bis zu 4 Tagen
  • Kein Selbstbehalt bis zum 40. Geburtstag
  • Kein Selbstbehalt bei Unfall, Entbindung, Schwangerschaft, bestimmten schweren Erkrankungen sowie bei ambulanten und tagesklinischen Operationen
Vorteile: Sehr günstiger Selbstbehalt in den Bundesländern (außer Wien). Selbstbehalt nur in wenigen Fällen.
Allianz “Sonderklasse Max”
  • Ohne Selbstbehalt
-
Muki “Sonderklasse Exklusiv”
  • Ohne Selbstbehalt
  • Variabler Selbstbehalt (0 € bis 1.600 € pro Jahr)
  • Kein Selbstbehalt bei Unfall
  • Kinder zahlen nur den halben Selbstbehalt
Nachteile: Selbstbehalt fällt bei Entbindung, Schwangerschaft und schweren Erkrankungen an.
Grawe “MyMEDclinic”
  • Ohne Selbstbehalt
  • Variabler Selbstbehalt (290 € bis 630 € pro Jahr)
  • Kein Selbstbehalt für Aufenthalte im Krankenhaus bis zu 5 Tagen
  • Kein Selbstbehalt bei Unfällen, Entbindung und Schwangerschaft
  • Kinder zahlen nur den halben Selbstbehalt
Nachteile: Selbstbehalt fällt bei schweren Erkrankungen an.
Donau “Securemed Stationär”
  • Ohne Selbstbehalt
  • Fixer Selbstbehalt (ca. 330 € bis 1.400 € pro Jahr)
  • Kein Selbstbehalt bei Unfällen, ambulanten Operationen, Schwangerschaft und Entbindung
  • Halber Selbstbehalt bis zum 20. Geburtstag.
  • Kein Selbstbehalt vom 20. bis zum 40. Geburtstag
Vorteile: Günstiger Einstiegstarif für Personen zwischen dem 20. und 40. Geburtstag. Interessant für Personen, die in NÖ nahe Wien wohnen, weil sich Kosten und Selbstbehalt nach NÖ richten, aber man sich in Wien behandeln lassen kann.

Nachteile: Selbstbehalt fällt bei schweren Erkrankungen an.
Donau “Securemed Kombi”
  • Fixer Selbstbehalt (ca. 630 € bis 840 € pro Jahr)
  • Kein Selbstbehalt bis zum 40. Geburtstag
  • Kein Selbstbehalt bei Unfall, Entbindung, Schwangerschaft und bestimmten schweren Erkrankungen

Worauf du beim Selbstbehalt achten solltest

Die richtige Wahl des Selbstbehalts hängt von drei Faktoren ab: deiner finanziellen Belastbarkeit, deiner Risikobereitschaft und deiner Lebenssituation (etwa ob du Kinder hast, eine Schwangerschaft planst oder dich häufig in bestimmten Bundesländern behandeln lässt). Entscheidend ist, dass du im Ernstfall den gewählten Selbstbehalt problemlos aus eigener Tasche tragen kannst, ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Die folgenden Punkte helfen dir bei der Entscheidung.

Kein Selbstbehalt für die ersten Krankenhaus-Tage

Bei einigen Sonderklasse-Versicherungen entfällt der Selbstbehalt für die ersten Tage eines Krankenhausaufenthalts. Das bedeutet, du musst beispielsweise für die ersten 4 oder 5 Tage keine Kosten selbst tragen. Ab dem folgenden Tag wird der Selbstbehalt berechnet.

Wann entfällt der Selbstbehalt? Ausnahmen & Sonderregelungen

Manche Leistungen sind von einem Selbstbehalt befreit, z.B. nach einem Unfall, bei einer Entbindung oder bei schweren Krankheiten, die vom Versicherer definiert sind. Diese Regelungen unterscheiden sich je nach Versicherer, daher lohnt sich ein Vergleich der Tarife.

Selbstbehalt in der Sonderklasse-Versicherung ist altersabhängig

Bei vielen Versicherungen zahlen Eltern für ihre Kinder und Jugendliche keinen oder nur einen halben Selbstbehalt, während Erwachsene den vollen Selbstbehalt übernehmen müssen.

Selbstbehalt bei Entbindung & Schwangerschaft

Wenn du ein Baby erwartest oder in der Familienplanung bist, ist es wichtig, darauf zu achten, dass bei einer Entbindung kein Selbstbehalt fällig wird. Achte auch darauf, ob eventuell die ersten 5 Tage im Krankenhaus ohne Selbstbehalt abgedeckt sind. So kannst du zusätzliche Kosten im Fall einer Entbindung vermeiden.

Hoher Selbstbehalt: Wann lohnt er sich?

Manche Personen entscheiden sich dafür, nur das „Worst-Case-Szenario“ abzusichern, indem sie einen hohen Selbstbehalt in Kauf nehmen und dafür eine niedrige Prämie zahlen. Diese Option ist nur für Personen interessant, die nur bei längeren Krankenhausaufenthalten in die Sonderklasse gehen möchten. Dafür akzeptieren sie einen hohen Selbstbehalt und sparen dann bei der Versicherungsprämie.

Selbstbehalt im Alter: Was du langfristig beachten solltest

Einige Versicherungen bieten in jungen Jahren einen reduzierten oder gar keinen Selbstbehalt, der jedoch ab einem bestimmten Alter deutlich ansteigt. Daher lohnt es sich, die Angebote genau zu vergleichen, um langfristig die beste Wahl zu treffen.

Finanzielle Situation, Risikobereitschaft & Prämie

Bei der Wahl des Selbstbehalts solltest du deine finanzielle Situation, Risikobereitschaft und die Auswirkungen auf die Versicherungsprämie gemeinsam betrachten. Überlege dir, welchen Betrag du im Ernstfall problemlos selbst tragen kannst, ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Ein hoher Selbstbehalt senkt zwar die laufenden Kosten, kann im Krankheitsfall jedoch belasten. Umgekehrt führt ein niedriger Selbstbehalt zu höheren Prämien. Ein genauer Vergleich der Tarife zeigt dir, wie stark unterschiedliche Selbstbehaltsstufen deine Prämien beeinflussen und ob sich langfristig Einsparungen erzielen lassen.

Wechsel vom Selbstbehalt-Modell

Ein Wechsel zu einem höheren Selbstbehalt ist in der Regel problemlos möglich. Ein Wechsel zu einem niedrigeren Selbstbehalt erfordert oft eine Gesundheitsprüfung, da Versicherer sicherstellen möchten, dass dieser nicht gewählt wird, um bei bereits bestehenden Erkrankungen zu sparen.

Unser Fazit zum Selbstbehalt der privaten Krankenversicherung

Der Selbstbehalt ist ein zentrales Element deiner privaten Krankenversicherung und beeinflusst sowohl die Prämienhöhe als auch die Kosten im Ernstfall. Ein hoher Selbstbehalt senkt zwar die laufenden Beiträge, bedeutet aber, dass du im Krankheitsfall mehr aus eigener Tasche bezahlen musst.

Entscheidend ist, dass der gewählte Selbstbehalt zu deiner persönlichen Lebenssituation, deiner finanziellen Belastbarkeit und deinem individuellen Sicherheitsbedürfnis passt. Vergleiche die unterschiedlichen Modelle (fix, variabel oder ohne Selbstbehalt) und achte dabei besonders auf Sonderregelungen für Kinder, Entbindungen, schwere Krankheiten oder Unfälle. So findest du die Balance zwischen leistbaren Prämien und verlässlichem Schutz, die am besten zu dir passt.

FAQ zum Selbstbehalt der Krankenzusatzversicherung

Der Selbstbehalt in der privaten Krankenversicherung ist der Betrag, den du im Leistungsfall selbst trägst, bevor deine Versicherung die restlichen Kosten übernimmt. Er wird vertraglich festgelegt und kann ein fixer Geldbetrag pro Jahr oder ein prozentualer Anteil der Behandlungskosten sein. In Österreich ist er vor allem in der Sonderklasse-, Privatarzt- und Zahnzusatzversicherung relevant.

Die Höhe des Selbstbehalts hängt vom gewählten Tarif ab. In der Sonderklasse-Versicherung bewegt er sich zwischen 0 € und rund 1.500 € pro Jahr. In der Privatarzt-Versicherung liegt er üblicherweise zwischen 0% und 50% der Arztrechnung, in der Zahnzusatzversicherung meist zwischen 10% und 50%.

In der Sonderklasse-Versicherung gibt es drei Varianten: den variablen Selbstbehalt (je nach Bundesland unterschiedlich hoch), den fixen Selbstbehalt (österreichweit gleich) und Tarife ohne Selbstbehalt (volle Kostenübernahme durch die Versicherung, dafür höhere Prämie). Welche Variante sinnvoll ist, hängt davon ab, wo du dich behandeln lässt und wie viel Planungssicherheit du dir wünschst.

Beim variablen Selbstbehalt richtet sich die Höhe nach dem Bundesland, in dem du behandelt wirst. In Wien fällt er deutlich höher aus als etwa in Kärnten oder dem Burgenland. Beim fixen Selbstbehalt gilt österreichweit derselbe Betrag, unabhängig vom Behandlungsort. Der fixe Selbstbehalt ist daher die bessere Wahl, wenn du dich regelmäßig in Wien oder an wechselnden Orten behandeln lässt.

Bei den meisten österreichischen Versicherern zahlen Kinder und Jugendliche keinen oder nur den halben Selbstbehalt. Die genaue Altersgrenze und die Höhe der Reduktion unterscheiden sich je nach Anbieter und Tarif (bei manchen Versicherern gilt die Reduktion bis zum 18., bei anderen bis zum 20. Geburtstag).

Bei den meisten Anbietern entfällt der Selbstbehalt bei einem Unfall vollständig. Bei Entbindung und Schwangerschaft verzichtet die Mehrheit der Versicherer ebenfalls auf den Selbstbehalt, mit Ausnahmen: Generali, Muki und Grawe verrechnen ihn in diesen Fällen weiterhin. Auch bei bestimmten schweren Erkrankungen sehen viele Tarife keine Kostenbeteiligung vor.

Nein, der Selbstbehalt fällt nur an, wenn du die Sonderklasse in Anspruch nimmst. Bei einer Behandlung im regulären Zimmer ohne Sonderklasse-Leistung entstehen keine Zusatzkosten. Außerdem verzichten mehrere Versicherer (z.B. Merkur, Allianz und Grawe) auf den Selbstbehalt für die ersten vier bis fünf Krankenhaustage und erst ab dem Folgetag wird er verrechnet.

Ein höherer Selbstbehalt führt zu niedrigeren monatlichen Prämien, weil du im Leistungsfall einen größeren Teil der Kosten selbst trägst. Ein niedriger oder kein Selbstbehalt erhöht die Prämie entsprechend. Besonders in jungen Jahren kann ein hoher Selbstbehalt sinnvoll sein, um die laufenden Beiträge niedrig zu halten, vorausgesetzt, du kannst den Selbstbehalt im Ernstfall problemlos aus eigener Tasche zahlen.

Ein Wechsel zu einem höheren Selbstbehalt ist in der Regel jederzeit und ohne Gesundheitsprüfung möglich. Ein Wechsel zu einem niedrigeren Selbstbehalt erfordert oft eine Gesundheitsprüfung, da Versicherer sicherstellen wollen, dass der Wechsel nicht aufgrund bereits bestehender Erkrankungen erfolgt.

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