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Sonderklasse-Versicherung in Österreich: Alle Infos zu Kosten, Leistungen & Vorteile

26 min • Aktualisiert: 30.06.2026

Verfasst von Sebastian Peischl • Fachlich geprüft von Karl Haas (Gewerberechtlicher Geschäftsführer & Versicherungsmakler)

Unabhängige Versicherungsmaklerin gem. § 94 Z 76 GewO 1994 • GISA-Nr. 32225518 • ⭐4,9/5 (225+ Bewertungen) • 6.500+ Nutzer*innen

Eine Frau liegt im Krankenhaus im Einzelzimmer und wird von einem Arzt und einer Pflegerin umsorgt. Ein Symbolbild für die Sonderklasse-Versicherung in Österreich.

Die Sonderklasse-Versicherung ist die private Zusatzversicherung für deinen Krankenhausaufenthalt in Österreich und sichert dir freie Arzt- und Spitalswahl, kurze Wartezeiten sowie ein 1- oder 2-Bett-Zimmer, schon ab 8 € im Monat. Du hast starke Schmerzen, aber der nächste freie OP-Termin ist erst in 5 Monaten? Genau für solche Situationen lohnt sich die Sonderklasse-Versicherung. In diesem Artikel erfährst du alles über Kosten, Vorteile, Deckung, Vergleich und mehr.

Das Wichtigste in Kürze

Die Sonderklasse-Versicherung ist eine Form der privaten Zusatzversicherung und bietet dir gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung zahlreiche Vorteile während eines Krankenhausaufenthalts. In Österreich haben sich bereits mehr als 39% der Bevölkerung für eine Zusatzversicherung fürs Krankenhaus entschieden (VVO, 2025).

Die wichtigsten Vorteile:

  • Freie Arztwahl im Krankenhaus
  • Ein- oder Zweibettzimmer
  • Kurze Wartezeiten für OPs
  • Möglichkeiten zur Versicherung deines Babys

Diese Versicherung kannst du ganz nach deinen individuellen Bedürfnissen gestalten. Sie ist dein Upgrade zur gesetzlichen Basisversorgung bei stationären Krankenhausaufenthalten und du bekommst sie schon ab 8 € pro Monat.

📕 Wenn du dich noch umfassender informieren möchtest, schau dir unseren Ratgeber zur privaten Krankenversicherung in Österreich an.

Was ist die Sonderklasse-Versicherung?

Die Sonderklasse-Versicherung ist der stationäre Tarif der privaten Krankenversicherung und sichert dich bei einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus ab. Deshalb wird die Versicherung oft auch private Krankenhaus-Zusatzversicherung, stationäre Krankenzusatzversicherung oder Klassenversicherung genannt.

Zusatzversicherungen sind in Österreich freiwillig und (fast) immer ein Top-Up zur gesetzlichen Krankenversicherung. Sie ersetzt deine gesetzliche Versicherung also nicht, sondern ergänzt diese.

Eine Pyramide zeigt die Hierarchie zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung in Österreich, wobei die private Versicherung auf der gesetzlichen aufbaut.

Die Sonderklasse-Versicherung baut in Österreich auf die gesetzliche Krankenversicherung auf.

Die Sonderklasse ist nur ein Teil der privaten Krankenversicherung. Neben ihr gibt es viele weitere Bereiche, etwa für ambulante Behandlungen oder Zahngesundheit. Diese kannst du flexibel kombinieren und somit die Versicherung genau auf deine Bedürfnisse abstimmen.

📕 In diesem Blogpost beschäftigen wir uns rein mit der Zusatzversicherung fürs Krankenhaus. Wenn du dich noch umfassender informieren möchtest, schau dir unseren Ratgeber zur privaten Krankenversicherung in Österreich an.

Die Sonderklasse-Versicherung hat 4 Leistungsstufen: Los geht’s mit Basisschutz nach einem Unfall. Die nächste Stufe deckt zusätzlich schwere Krankheiten ab. Danach kommen geplante Operationen dazu und in der höchsten Stufe bist du bei allen Krankheiten, OPs, Unfällen und sogar bei der Entbindung in der Sonderklasse versichert. Für jede Leistungsstufe bieten die Versicherer unterschiedliche Tarife an. So kannst du selbst entscheiden, wie viel Schutz du brauchst und was zu deinem Leben und Budget passt. Tarife in den ersten 3 Leistungsstufen können auch wahlweise mit einer Option auf ein Upgrade (ohne erneute Gesundheitsprüfung) in eine höhere Stufe abgeschlossen werden.

Überblick über die Bereiche der Krankenzusatzversicherung in Österreich mit dem Fokus auf den Tarifen der Sonderklasse-Versicherung.

Die private Krankenversicherung bietet viele Bereiche. In diesem Artikel fokussieren wir uns auf die Sonderklasse-Versicherung und die zugehörigen Tarife.

Welche Leistungen beinhaltet die Sonderklasse?

Die Sonderklasse-Versicherung deckt vor allem freie Arztwahl, ein Ein- oder Zweibettzimmer, kürzere Wartezeiten und zusätzliche medizinische Leistungen ab. Je nach Tarif variiert der Umfang dieser Leistungen. Einige Leistungen gehören immer dazu (z.B. das Zweibettzimmer). Andere sind optionale Bausteine, die du an- oder abwählen kannst (z.B. das Einbettzimmer oder die Zahnzusatzversicherung).

Basis-Leistungen

Leistungen, wie Zweibettzimmer, freie Arzt- und Krankenhauswahl, sowie Deckung im Wohnbundesland sind immer Teil der Sonderklasse-Versicherung und können auf Wunsch erweitert werden.

Ein- oder Zweibettzimmer

Die Sonderklasseversicherung wird auch gerne 2-Bett-Zimmer-Versicherung genannt, weil du im Krankenhaus Anspruch auf ein Zimmer mit maximal einer weiteren Person hast. Alternativ kannst du dich auch für eine Variante mit Einzelzimmer entscheiden (1-Bett-Zimmer-Versicherung), jedoch musst du dann auch mit einer höheren Versicherungsprämie rechnen.

Voraussetzung für ein 1-Bett- oder 2-Bett-Zimmer ist, dass im Krankenhaus auch ein passendes Zimmer frei ist. Ist das nicht der Fall, bekommst du stattdessen ein sogenanntes Ersatztagegeld. Das ist eine tägliche Zahlung, die den fehlenden Sonderklassekomfort ausgleicht.

Freie Arztwahl

Du kannst frei wählen, welche Ärztin oder welcher Arzt deine Behandlung im Krankenhaus betreut.

Freie Wahl des Krankenhauses

Auch das Krankenhaus kannst du frei auswählen: öffentliches Spital, Privatklinik oder Sanatorium. Mit der Sonderklasse-Versicherung hast du überall Anspruch auf deine gewählten Leistungen.

Regionale Abdeckung

Du kannst Leistungen je nach deinem gewählten Tarif österreichweit oder nur in bestimmten Bundesländern in Anspruch nehmen. Denn in jedem Bundesland sind die Behandlungskosten unterschiedlich hoch. Tarife für einzelne Bundesländer sind natürlich etwas günstiger als solche, die in ganz Österreich gelten.

Zusatz-Bausteine

Die Basis-Leistungen der Sonderklasse-Versicherung können nach Belieben um bestimmte Bausteine erweitert werden. Damit kannst du deine Versicherung genau auf deine Bedürfnisse abstimmen.

Baby-Option

Die Baby-Option ist ein Zusatzbaustein, der sicherstellt, dass dein Neugeborenes sofort nach Geburt und ohne Gesundheitsprüfung mitversichert werden kann, selbst wenn es krank zur Welt kommt. Voraussetzung: Ein Elternteil hat bereits eine private Krankenversicherung mit Baby-Option. So schützt du dein Kind von Anfang an und vermeidest das Risiko, dass es später keine Versicherung bekommt.

Vorsorgeleistungen

Vorsorgeleistungen beinhalten Untersuchungen zur Früherkennung, Besuche in Fitnessstudios, Wellness-Behandlungen, Yoga und vieles mehr. Es lohnt sich, das in deinem Vertrag zu prüfen, denn manchmal sind solche Leistungen ohnehin mit dabei. Manchmal musst du sie optional zuwählen.

Zahnzusatzversicherung

Die Zahnzusatzversicherung ist eigentlich ein ganz eigener Tarif, den du unabhängig von der Sonderklasse-Versicherung abschließen kannst. Manchmal ist es aber günstiger, wenn du ihn direkt in die Versicherung inkludierst.

Damit bist du auch bei zahnmedizinischen Behandlungen (Zahnerhaltung, Zahnersatz) abgesichert. Wir sehen die Notwendigkeit dieses Bausteins jedoch etwas kritisch. Wann wir ihn trotzdem empfehlen, verraten wir dir in unserem Blogpost zur Zahnzusatzversicherung.

Krankenhaustagegeld & Krankengeld

Krankenhaustagegeld und Krankengeld sind zwei Möglichkeiten, um Einkommensverluste bei längerer Krankheit abzufedern:

  • Krankenhaustagegeld: Für jeden Tag, den du im Krankenhaus verbringst, erhältst du einen festen Betrag ausgezahlt. So kannst du zum Beispiel laufende Kosten wie Miete oder Kredite weiterbezahlen.
  • Krankengeld: Du bekommst, unabhängig vom Krankenhausaufenthalt, ab einem bestimmten Krankheitstag einen festen Betrag pro Tag ausbezahlt, solange du arbeitsunfähig bist.

Reise-Krankenversicherung

Einige Versicherer bieten bei der Sonderklasse-Versicherung eine sogenannte Europa-Deckung an. Damit kannst du Sonderklasse-Leistungen, wie die Unterbringung im Einzelzimmer oder die freie Arztwahl, auch im europäischen Ausland nutzen, eine Form der “Sonderklasse auf Reisen”. Das klingt praktisch, ersetzt aber keine vollwertige Reiseversicherung. Diese ist vor allem dann sinnvoll, wenn du außerhalb Europas unterwegs bist oder dir umfassenden Schutz wünschst. Für weltweiten Zugang zur Sonderklasse brauchst du einen eigenen Zusatzbaustein, den nicht alle Versicherer anbieten und der die Prämie deutlich erhöhen kann.

Wichtig ist, dass deine E-Card zwar akute medizinische Behandlungen in vielen europäischen Ländern abdeckt, aber eben nicht den Sonderklasse-Komfort. Eine separate Reisekrankenversicherung ist daher meist flexibler, günstiger und übernimmt auch Kosten für Rücktransporte oder teure Behandlungen im Ausland.

Die 4 Leistungsstufen der Sonderklasse-Versicherung

Die Sonderklasse-Versicherung ist in vier Leistungsstufen gegliedert: Vom reinen Unfallschutz bis zur umfassenden Abdeckung bei Krankheit, OP und Schwangerschaft. Damit entscheidest du, wann du die Leistungen der Zusatzversicherung in Anspruch nehmen kannst. Die Tarife unterscheiden sich dann nochmals innerhalb der Pakete. Und wenn der Tarif eine “Option” beinhaltet, kannst du später flexibel von einer Leistungsstufe zur nächsten wechseln (mehr Informationen zum Optionstarif findest du weiter unten).

Überblick über die Leistungsstufen der Sonderklasse-Versicherung. Die niedrigste umfasst nur Behandlungen nach Unfällen, die volle Sonderklasse schützt auch bei Operationen, Krankheiten und Schwangerschaft.

Es gibt 4 Leistungsstufen innerhalb der Sonderklasse-Versicherung. Jede nächsthöhere hat eine etwas höhere Deckung. Die “Option” erklären wir dir weiter unten.

Sonderklasse nach Unfall

Mit der Sonderklasse-Versicherung bei Unfällen bist du versichert, wann immer du wegen eines Unfalls ins Krankenhaus musst.

Sonderklasse nach Unfall & bei schweren Erkrankungen

Diese Leistungsstufe versichert dich bei Unfällen, aber auch, wenn du wegen einer schweren Erkrankung ins Krankenhaus musst. Welche Krankheiten dabei eingeschlossen sind, ist je Versicherer unterschiedlich. Es können zum Beispiel Behandlungen von bösartigen Tumoren oder Organtransplantationen eingeschlossen sein.

Sonderklasse nach Unfall, bei schweren Erkrankungen & bei Operationen

Bei dieser Leistungsstufe kommen zusätzlich noch Operationen hinzu, die weder aufgrund eines Unfalls noch einer definierten schweren Erkrankung vorgenommen werden. Das sind also auch nicht-akute Operationen, wie zum Beispiel eine Augenoperation.

Sonderklasse nach Unfall, bei allen Erkrankungen, bei Operationen & bei Schwangerschaft

Das ist die “volle” Sonderklasse-Versicherung. Du kannst bei allen Krankenhausaufenthalten wegen Unfällen, Krankheit, Operationen oder zur Geburt deines Kindes mit den Vorteilen der Zusatzversicherung rechnen.

Optionstarif der Sonderklasse-Versicherung: Günstig einsteigen, später upgraden

Der Optionstarif ist eine Variante der Sonderklasse-Versicherung, mit der du günstig in eine niedrige Leistungsstufe einsteigst und später ohne neue Gesundheitsprüfung in eine höhere Stufe wechseln kannst.

Du kannst also zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, ob du auch bei schweren Erkrankungen, Operationen oder sogar einer Entbindung im Sonderklasse-Komfort versichert sein möchtest.

Der große Vorteil dabei ist, dass du keine neue Gesundheitsprüfung machen musst, sondern weiterhin vom guten Gesundheitszustand zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses profitieren kannst. So sicherst du dir langfristig Flexibilität und günstige Prämien.

In einigen Fällen ist der Optionstarif bis zu 90% günstiger als eine volle Sonderklasse-Versicherung. Den Einstieg gibt es schon ab etwa 8 € pro Monat.

Die Vorteile der Sonderklasse-Versicherung

Die Sonderklasse-Versicherung bietet gegenüber der allgemeinen Gebührenklasse fünf zentrale Vorteile: mehr Privatsphäre, kürzere Wartezeiten, freie Spitals- und Arztwahl sowie mehr Komfort und Mitsprache bei der Geburt. Deswegen haben sich in Österreich bereits mehr als 39% der Personen für eine Zusatzversicherung fürs Krankenhaus entschieden (VVO, 2025).

1. Mehr Privatsphäre 🧘‍

Wenn du gesetzlich versichert bist, wirst du mit einer Unterbringung im Mehrbettzimmer rechnen müssen. Als Privatpatient*in erhältst du dagegen ein Ein- oder Zweibettzimmer und kannst dich somit noch besser erholen.

2. Kurze Wartezeiten ⏳

Wenn du Schmerzen hast, möchtest du nicht Monate oder gar Jahre auf einen OP-Termin warten müssen. Mit der Sonderklasse-Versicherung kommst du auch kurzfristig an eine erstklassige Behandlung. Genau hier zeigt sich der Vorteil der Zusatzversicherung: Wartezeiten verkürzen sich deutlich, weil du bevorzugt behandelt wirst.

3. Die freie Wahl des Krankenhauses 🏩

Du darfst dir aussuchen, in welchem Krankenhaus du behandelt werden möchtest. Dazu gehören auch Privatkliniken und Sanatorien.

4. Vertrauen zu deinem Arzt oder deiner Ärztin 👩‍⚕️

Du kannst den Arzt oder die Ärztin für deine Behandlung im Krankenhaus frei wählen. Das darf auch der Chefarzt oder ein Spezialist sein: Hauptsache, du fühlst dich gut aufgehoben.

5. Geburt mit Vertrauen und Komfort 🛏️

Mit der Sonderklasse-Versicherung kannst du deine Geburt ganz individuell planen. Du entscheidest selbst, wo und mit wem du entbindest. Ob Privatklinik oder Sanatorium, 1- oder 2-Bett-Zimmer, deine eigene Gynäkologin oder Hebamme, all das ist möglich. Auch ein Wunschkaiserschnitt wird von der Versicherung übernommen, ohne dass eine medizinische Notwendigkeit vorliegen muss.

Du möchtest lieber zu Hause entbinden? Auch dafür gibt es einen Kostenzuschuss. Eine Sonderklasse-Versicherung für die Schwangerschaft sichert dir nicht nur Komfort, sondern echte Entscheidungsfreiheit rund um einen der wichtigsten Momente in deinem Leben.

Die Kosten der Sonderklasse-Versicherung

Die Sonderklasse-Versicherung kostet in Österreich zwischen 8 € und über 100 € pro Monat, abhängig von Leistungsstufe, Alter, Gesundheitszustand, Selbstbehalt, gesetzlicher Sozialversicherung und Wohnort.

📕 Noch mehr Infos dazu findest du in unserem Blogpost zu den Kosten für die private Krankenversicherung.

📊 Datengrundlage: Die Kosten basieren auf einem Tarifvergleich der 8 in Österreich aktiven Krankenversicherungsanbieter (Allianz, Uniqa, Merkur, Generali, Wiener Städtische, Grawe, Muki und Donau), Stand Juni 2026. Die Einstiegspreise gelten für gesunde Personen unter 35 Jahren und die individuellen Prämien können abweichen.

Der Selbstbehalt

Ein wichtiger Aspekt, den du bei der Sonderklasse-Versicherung beachten solltest, ist der Selbstbehalt. Je nach Tarifmodell kann dieser unterschiedlich hoch ausfallen und beeinflusst damit direkt deine monatliche Prämie und deine Kosten im Ernstfall.

Grundsätzlich gilt: Je höher der Selbstbehalt, desto günstiger die laufende Prämie. Dafür zahlst du bei einem Krankenhausaufenthalt zunächst einen Teil der Kosten selbst, bevor die Versicherung übernimmt. Ein niedriger oder gar kein Selbstbehalt bedeutet für dich, dass du meist höhere monatliche Beiträge bezahlen musst.

Welches Selbstbehalt-Modell für dich passt, hängt davon ab, wie viel Risiko du selbst tragen möchtest und wie oft du realistisch mit einem Krankenhausaufenthalt rechnest.

Der Umfang

Der Leistungsumfang, also welche der 4 Leistungsstufen du wählst, ist der wichtigste Preistreiber bei der Sonderklasse-Versicherung. Wir haben dir ja schon erklärt, was sie bedeuten. Mit diesen monatlichen Preisen kannst du rechnen:

  1. Sonderklasse bei Unfällen: ab 8 €.
  2. Sonderklasse bei Unfällen + Schwerer Erkrankung: ab 20 €.
  3. Sonderklasse bei Unfällen + Schwerer Erkrankung + OPs: ab 70 €.
  4. Sonderklasse bei Unfällen + Schwerer Erkrankung + OPs + Krankheit + Schwangerschaft: ab 100 €.

Dein Alter

Der Zeitpunkt, zu dem du deine Versicherung abschließt, ist entscheidend. Denn dein Alter und dein Gesundheitszustand haben einen Einfluss auf den Preis deiner Prämie. Warum dein Alter entscheidend für die Höhe deiner Prämie ist, erfährst du in unserem Artikel über die Kosten der privaten Krankenversicherung.

An einem Beispiel zeigen wir dir, wie stark die Kosten allein aufgrund deines Alters variieren. Für eine Sonderklasse-Versicherung nach Unfall mit “Option” zahlst du monatlich etwa:

  • Jung (<35): ab 8 € pro Monat
  • Mittelalt (<50): ab 25 € pro Monat
  • Weise (>50): ab 100 € pro Monat (ohne Option)
Ein Liniendiagramm zeigt die Prämienentwicklung einer privaten Krankenversicherung in Abhängigkeit vom Alter des Vertragsabschlusses.

Die Grafik zeigt dir schematisch, wie sich die Prämie deiner Sonderklasse-Versicherung in Abhängigkeit vom Zeitpunkt des Vertragsabschlusses entwickelt. Sie steigt immer etwas an, weil es jährliche Index-Anpassungen gibt.

Deine Gesundheit

Dein Gesundheitszustand spielt eine entscheidende Rolle bei der Berechnung deiner Versicherungsprämie. Je höher das Risiko eingeschätzt wird, dass du medizinische Leistungen in Anspruch nehmen musst, desto teurer wird deine Versicherung.

Versicherer berücksichtigen dabei vor allem vier Faktoren:

  1. Deinen BMI
  2. Eventuelle Vorerkrankungen
  3. Deinen Lebensstil, also ob du rauchst, Alkohol trinkst oder regelmäßig Sport machst
  4. Die Krankengeschichte deiner Familie

Je nach Bewertung deines Gesundheitszustands gibt es drei mögliche Szenarien:

  1. Antrag wird ohne Einschränkungen angenommen
  2. Antrag wird nur mit einem Aufpreis oder bestimmten Ausschlüssen akzeptiert
  3. Antrag wird komplett abgelehnt

Deine Pflichtversicherung

Deine gesetzliche Krankenversicherung hat großen Einfluss darauf, wie viel du für deine private Zusatzversicherung zahlst, denn sie ergänzt die gesetzliche Versicherung und ersetzt sie nicht.

Je nachdem, bei welcher Kasse du versichert bist (z. B. ÖGK, SVS oder BVAEB), werden unterschiedliche Anteile der Behandlungskosten übernommen. Den Rest zahlt deine private Versicherung. Übernimmt die gesetzliche Kasse weniger, fällt dein Anteil an der privaten Prämie entsprechend höher aus.

Dein Wohnsitz

Die Kosten der Sonderklasse-Versicherung unterscheiden sich je nach Bundesland. Der Grund dafür sind die variierenden Behandlungskosten innerhalb Österreichs. In Wien sind sie in der Regel am höchsten, während sie im Burgenland meist am niedrigsten ausfallen.

Was kostet die Sonderklasse ohne Versicherung als Selbstzahler?

Ohne Sonderklasse-Versicherung zahlst du die Aufzahlung für ein Ein- oder Zweibettzimmer komplett selbst. Am AKH Wien, dem größten Krankenhaus Österreichs, kostet das allein für Zimmer und Grundpflege mindestens 328 € pro Tag (Stand 2026), ärztliche Honorare und Zuschläge kommen noch dazu. Je nach Bundesland und Krankenhaus kann die Aufzahlung niedriger oder höher ausfallen.

Sonderklasse-Versicherung abschließen: So funktioniert’s

Der Abschluss der Sonderklasse-Versicherung läuft in 3 Schritten ab: Angebote vergleichen und Tarif wählen, den Gesundheitsfragebogen ausfüllen und den Antrag stellen, und auf die Rückmeldung des Versicherers warten.

Hier haben wir für dich aufgemalt, wie der Abschluss funktioniert:

Die Grafik zeigt ein Flussdiagramm, das den Antragsprozess für eine private Krankenversicherung darstellt.

Hier siehst du alle Schritte auf deinem Weg zu deiner Sonderklasse-Versicherung 🚶🏼‍♀️

1. Du vergleichst Sonderklasse-Versicherungen

Du kannst direkt deine*n Makler*in fragen, online stöbern oder dir von Sophia helfen lassen. Aber auch wenn du bereits einen Versicherer hast, dem du vertraust, solltest du einen Vergleich anstellen. Denn der beste Anbieter für Auto- oder Haushaltsversicherung hat meist nicht die beste Krankenzusatzversicherung, die auch zu dir passt.

Wir haben dir in einem anderen Artikel Tipps zum Vergleich von privaten Krankenversicherungen zusammengeschrieben.

2. Antragstellung und Gesundheitsfragebogen

Wenn du dich für einen Versicherer entschieden hast, musst du einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen – da kommst du nicht drumherum 🤷. Der Versicherer möchte nämlich wissen, wie groß das Risiko ist, dass du in Zukunft krank wirst.

Je jünger und gesünder du zum Zeitpunkt des Versicherungsbeginns bist, desto günstiger ist deine Prämie.

Einstufung deines Gesundheitszustands Beispiele Entscheidung des Versicherers
Sehr gut
Gesunde Lebensweise, Keine oder minimale Vorerkrankungen, Keine aktuellen Krankheiten
Bestehende Allergien, ein ausgeheilter Bänderriss, ausgeheilte Infekte ✅ Antrag wird angenommen
So mittel
Ungesunde Lebensweise, Mittlere Vorerkrankungen, Akute Krankheiten ohne schweres Risiko
Übergewicht, Zigarettenkonsum, ein akuter Bänderriss, Bandscheibenvorfall 🟠 Antrag wird mit einer Prämienerhöhung oder einem Risikoausschluss angenommen
Kritisch
Schwere Vorerkrankungen, Schwere akute Krankheiten
Laufende Psychotherapie, Herzprobleme, Krebs ❌ Antrag wird abgelehnt

3. Rückmeldung des Versicherers

Dein zukünftiger Versicherer bearbeitet deinen Antrag und gibt dir eine Rückmeldung. Wenn alles in Butter ist, hast du es schon geschafft: Du hast deine Sonderklasse-Versicherung gefunden 🤗

Es kann aber auch sein, dass du aufgrund deines Gesundheitszustandes einen Aufpreis zahlen musst. Oder es werden einzelne Leistungen ausgeschlossen. Wenn du die Bedingungen akzeptierst, bekommst du die Polizze zugeschickt.

Mit der Abbuchung deiner ersten Prämie bist du versichert 🎉

Wann empfehlen wir eine Sonderklasse-Versicherung – und wann nicht?

Eine Sonderklasse-Versicherung empfehlen wir vor allem, wenn dir mehr Komfort, freie Arztwahl oder kurze Wartezeiten im Krankenhaus wichtig sind. Von einer Sonderklasse-Versicherung raten wir eher ab, wenn dein Budget knapp ist, du schwere Vorerkrankungen hast oder bereits über 50 Jahre alt bist. Bei einzelnen Zusatzbausteinen wie Vorsorgeleistungen oder Krankentagegeld lohnt sich unabhängig davon oft ein genauerer Blick.

Hinweis zur Unabhängigkeit: Wir sind unabhängige Versicherungsmakler und erhalten eine Provision, wenn du über uns einen Vertrag abschließt. Diese ist bereits in der Prämie enthalten, dir entstehen also keine zusätzlichen Kosten. Wir sind an keine Versicherung gebunden oder finanziell mit ihr verflochten.

Wann wir eine Sonderklasse-Versicherung empfehlen

Eine Sonderklasse-Versicherung empfehlen wir, wenn dir einer oder mehrere der folgenden Punkte wichtig sind:

  • Du möchtest mehr gesundheitliche Deckung, als die gesetzliche Krankenversicherung bietet.
  • Du willst dich gegen steigende Gesundheitskosten absichern.
  • Dir sind hohe Standards im Krankenhaus wichtig.
  • Du wünschst dir ein 1- oder 2-Bett-Zimmer mit Hotel-Komfort.
  • Du möchtest deine Ärztin oder deinen Arzt im Krankenhaus frei wählen.
  • Du willst kurze Wartezeiten für Operationen.
  • Du möchtest in einer Privatklinik oder einem Sanatorium entbinden.
  • Du bist jung und gesund und möchtest für später vorsorgen, zum Beispiel mit einem günstigen Einstieg über den Optionstarif.
  • Du möchtest mit der Baby-Option sicherstellen, dass dein zukünftiges Kind ohne Gesundheitsprüfung mitversichert werden kann. Kommt das Baby krank zur Welt, sind oft mehrere Krankenhausaufenthalte vorprogrammiert, und genau dafür sorgt die Baby-Option vor.

Welche Bausteine wir eher nicht empfehlen

Bei einzelnen Zusatzbausteinen raten wir eher ab, auch wenn du dich grundsätzlich für eine Sonderklasse-Versicherung entscheidest:

  • Reisekrankenversicherung über die private Krankenversicherung: Eine eigenständige Reisekrankenversicherung ist meist flexibler, bietet in der Regel eine bessere Deckung und ist oft günstiger.
  • Vorsorgeleistungen wie Wellness oder Fitnessstudio: Diese Bausteine lohnen sich nur, wenn du sie auch konsequent nutzt. Dann sparst du im Vergleich zu einer selbst bezahlten Mitgliedschaft. Nutzt du sie nicht, solltest du sie kündigen oder gar nicht erst einschließen.
  • Krankenhaustagegeld und Krankengeld: Das macht vor allem dann Sinn, wenn ein Teil deines Gehalts variabel ist und bei Krankenhausaufenthalt oder Krankheit wegfallen würde, etwa bei Schichtzulagen, Trinkgeldern oder Provisionen.
  • Zahnzusatzversicherung in die Sonderklasse-Versicherung einschließen: Zwei Anbieter, Ergo und Allianz, bieten eigenständige Tarife an, die deutlich günstiger sind. Generell empfehlen wir eine Zahnzusatzversicherung nicht pauschal, da das Preis-Leistungs-Verhältnis selten gut ist. Eine Ausnahme gilt, wenn deine Familiengeschichte bereits auf künftige teure Zahnbehandlungen hindeutet oder dein Zahnarzt oder deine Zahnärztin dir das in Aussicht stellt.

Wann wir keine Sonderklasse-Versicherung empfehlen

In folgenden Situationen raten wir eher von einer Sonderklasse-Versicherung ab:

  • Die gesetzliche Krankenversicherung reicht für dich aus: Dann brauchst du kein zusätzliches Upgrade.
  • Dein Budget ist knapp: Die Sonderklasse-Versicherung ist eher ein Luxus. Andere Versicherungen wie die Haushaltsversicherung, die Unfallversicherung oder die Berufsunfähigkeitsversicherung gehören eher zur Grundabsicherung und sollten Vorrang haben. Bei knappem Budget kann die Sonderklasse-Versicherung nach Unfall eine gute Alternative sein. Diese bekommst du schon ab 8 € pro Monat und sicherst dir damit zumindest bei einem unfallbedingten Krankenhausaufenthalt die Vorteile der Sonderklasse.
  • Du hast schwere Vorerkrankungen: In diesem Fall führt die Gesundheitsprüfung leider häufig zu einer Ablehnung.
  • Du bist arbeitslos oder hast ein geringes Einkommen: Die Sonderklasse-Versicherung ist vergleichsweise teuer. Da du sie meist nur einmal im Leben abschließt und dann über Jahrzehnte eine hohe monatliche Prämie zahlst, solltest du diesen Schritt gut überlegen.
  • Du bist bereits in einem höheren Alter: Ab etwa 50 Jahren wird ein Abschluss deutlich teurer, und ein Optionstarif ist meist nicht mehr verfügbar. Die Prämien können dann schnell über 200 € pro Monat liegen. Mit zunehmendem Alter erhöht sich zudem das Risiko einer Ablehnung durch Vorerkrankungen. Ab 70 Jahren ist ein Neuabschluss generell nicht mehr möglich, da kein Versicherer in diesem Alter noch Tarife anbietet.

Unser Fazit zur Sonderklasse-Versicherung in Österreich

Die Sonderklasse-Versicherung lohnt sich, wenn dir mehr Komfort, freie Arztwahl und kurze Wartezeiten im Krankenhaus wichtig sind als die gesetzliche Versicherung bietet, und wenn du bereit bist, dafür ab 8 € im Monat zu zahlen. Sie deckt, je nach gewählter Leistungsstufe, von reinem Unfallschutz bis zur vollen Absicherung bei Krankheit, Operation und Schwangerschaft ab.

Für einen günstigen und risikofreien Einstieg eignet sich besonders der Optionstarif: Du startest mit niedriger Leistungsstufe schon ab 8 € im Monat und kannst später, ohne neue Gesundheitsprüfung, in eine umfangreichere Sonderklasse wechseln.

FAQ zur Sonderklasse-Versicherung

Beides sind eigenständige Bausteine der privaten Krankenversicherung, die du einzeln oder gemeinsam abschließen kannst. Der ambulante Tarif wird auch Privatarzt-Versicherung genannt und sichert dich bei medizinischen Leistungen ohne Übernachtung im Krankenhaus ab, etwa bei Arztbesuchen, Untersuchungen oder ambulanten Behandlungen außerhalb der Kassenleistung. Dabei kannst du frei wählen, wer dich behandelt, auch außerhalb der Vertragsärzt*innen deiner gesetzlichen Kasse. Der stationäre Tarif ist die Sonderklasse-Versicherung und greift, sobald du wegen einer Krankheit, eines Unfalls oder einer Operation tatsächlich im Krankenhaus aufgenommen wirst. Sie sichert dir dabei ein Ein- oder Zweibettzimmer, freie Arzt- und Spitalswahl sowie kürzere Wartezeiten auf Operationstermine. Viele Menschen schließen beide Bausteine gemeinsam ab, weil sie sich ergänzen: der ambulante Tarif für die laufende Versorgung, die Sonderklasse für den Ernstfall mit Krankenhausaufenthalt. Wer beide Bausteine kombiniert, ist sowohl bei alltäglichen Arztbesuchen als auch bei einem längeren Krankenhausaufenthalt durchgehend privatärztlich versorgt, ohne Lücke zwischen ambulanter und stationärer Behandlung.

Eine Aufzahlung ist der Betrag, den du als Selbstzahler*in für die Unterbringung in der Sonderklasse zusätzlich zur gesetzlichen Krankenversicherung bezahlst. Die gesetzliche Versicherung deckt nur das Mehrbettzimmer der allgemeinen Gebührenklasse ab, alles darüber hinaus, etwa ein Ein- oder Zweibettzimmer oder die freie Arztwahl, ist eine private Wahlleistung des Krankenhauses. Ohne Sonderklasse-Versicherung trägst du diese Aufzahlung komplett selbst, und sie kann je nach Krankenhaus und Bundesland stark variieren: Am AKH Wien, dem größten Krankenhaus Österreichs, liegt sie allein für Zimmer und Grundpflege bei mindestens 328 € pro Tag (Stand 2026), ärztliche Honorare kommen noch hinzu. Mit einer Sonderklasse-Versicherung übernimmt der Versicherer diese Aufzahlung, oft direkt per Vertragskrankenhaus-Abrechnung, sodass du selbst nichts vorstrecken musst. Schon ein günstiger Sonderklasse-Tarif nach Unfall, ab 8 € im Monat, deckt die Aufzahlung im Versicherungsfall vollständig ab.

Grundsätzlich beginnt dein Versicherungsschutz ohne allgemeine Wartezeit, sobald dein Vertrag aktiv ist und die erste Prämie abgebucht wurde. Für einzelne Leistungsbereiche gelten allerdings besondere Wartefristen: Bei Leistungen rund um Schwangerschaft und Geburt musst du in der Regel mit etwa 9 Monaten Wartezeit rechnen, damit die Versicherung nicht erst kurz vor einer bereits bestehenden Schwangerschaft abgeschlossen wird. Bestehende Vorerkrankungen können vom Versicherungsschutz ganz ausgeschlossen werden oder einer eigenen Wartefrist unterliegen, besonders dann, wenn zum Zeitpunkt des Abschlusses bereits eine Behandlung geplant war, da diese als vorbekannt gilt und damit kein versicherbares Risiko mehr darstellt. Deshalb lohnt es sich, die Sonderklasse-Versicherung frühzeitig abzuschließen, idealerweise bevor ein konkreter Bedarf absehbar ist. Die genauen Wartezeiten unterscheiden sich je nach Versicherer und Tarif leicht, weshalb sich ein Blick in die Versicherungsbedingungen oder eine persönliche Beratung lohnt.

Sechs Faktoren bestimmen gemeinsam, wie hoch deine Prämie für die Sonderklasse-Versicherung ausfällt. Der Selbstbehalt wirkt direkt gegenläufig zur Prämie: Je mehr du im Ernstfall selbst trägst, desto günstiger dein monatlicher Beitrag. Der Leistungsumfang, also welche der 4 Leistungsstufen du wählst, ist der wichtigste Preistreiber und reicht von rund 8 € für reinen Unfallschutz bis über 100 € für die volle Absicherung. Dein Alter bei Vertragsabschluss spielt ebenfalls eine große Rolle, da die Prämie mit zunehmendem Eintrittsalter steigt. Dein Gesundheitszustand fließt über die Gesundheitsprüfung ein und kann zu Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen führen. Auch deine gesetzliche Pflichtversicherung wirkt sich aus, da sie einen Teil der Behandlungskosten übernimmt und die private Versicherung nur die Differenz abdeckt. Und schließlich bestimmt dein Wohnsitz die Prämie mit, weil die Behandlungskosten je Bundesland variieren, in Wien meist am höchsten, im Burgenland meist am niedrigsten.

Die Sonderklasse-Versicherung besteht aus festen Basis-Leistungen und optionalen Zusatz-Bausteinen, die du individuell dazu- oder abwählen kannst. Zu den Basis-Leistungen, die immer enthalten sind, gehören das Ein- oder Zweibettzimmer, die freie Arzt- und Krankenhauswahl sowie die Deckung in deinem Wohnbundesland. Optional dazu wählbar sind unter anderem die Baby-Option, die dein Neugeborenes ohne eigene Gesundheitsprüfung mitversichert, Vorsorgeleistungen wie Fitnessstudio oder Wellness-Behandlungen, Krankenhaustagegeld und Krankengeld zum Ausgleich von Einkommensverlusten, eine Zahnzusatzversicherung sowie eine Europa-Deckung für Sonderklasse-Leistungen im Ausland. Nicht jeder Baustein lohnt sich für jede Lebenssituation: Vorsorgeleistungen zum Beispiel rechnen sich nur, wenn du sie auch tatsächlich nutzt, und eine Zahnzusatzversicherung ist über eigenständige Tarife oft günstiger als ein Baustein in der Sonderklasse. Am besten gehst du jeden Baustein einzeln durch und prüfst, ob er zu deinem Bedarf und Budget passt, statt das volle Paket ungeprüft zu übernehmen.

Wenn im Krankenhaus kein passendes Ein- oder Zweibettzimmer frei ist, bekommst du trotzdem nicht einfach ein Mehrbettzimmer ohne Ausgleich. Stattdessen zahlt dir deine Sonderklasse-Versicherung ein sogenanntes Ersatztagegeld: eine fixe tägliche Geldleistung, die den fehlenden Sonderklasse-Komfort finanziell kompensiert. Wie hoch das Ersatztagegeld ausfällt, legt dein konkreter Tarif fest und unterscheidet sich je nach Versicherer und gewählter Leistungsstufe, ein Blick in deine Versicherungsbedingungen lohnt sich hier also. Du erhältst diese Zahlung unabhängig davon, ob ein Mehrbettzimmer-Platz frei war oder nicht, sie steht dir allein deshalb zu, weil dir der vertraglich vereinbarte Komfort nicht zur Verfügung stand. Das Ersatztagegeld greift in der Regel auch dann, wenn du selbst bewusst auf die Sonderklasse-Unterbringung verzichtest, etwa weil du dich im Mehrbettzimmer ohnehin wohler fühlst. So bist du finanziell in jedem Fall abgesichert, unabhängig davon, wie die tatsächliche Zimmersituation bei deiner Krankenhausaufnahme konkret aussieht.

Ein Einbettzimmer klingt verlockend, weil es maximale Privatsphäre bietet, verursacht in der Prämie aber oft spürbare Mehrkosten gegenüber einem Zweibettzimmer-Tarif. Da ein freies Einbettzimmer im Krankenhaus nicht immer verfügbar ist, bekommst du in vielen Fällen ohnehin ein Ersatztagegeld als Ausgleich, selbst wenn du eigentlich ein Einbettzimmer versichert hast. Wer bereit ist, einen möglichen Aufpreis nur im tatsächlichen Bedarfsfall selbst zu zahlen, etwa wenn wirklich maximale Ruhe gebraucht wird, kann mit einem günstigeren Zweibettzimmer-Tarif über die Jahre deutlich Geld sparen, ohne im Ernstfall auf Komfort verzichten zu müssen. Für die meisten Menschen reicht ein Zweibettzimmer-Tarif völlig aus, da auch hier maximal eine weitere Person im Zimmer liegt und du bereits deutlich mehr Ruhe hast als im klassischen Mehrbettzimmer der allgemeinen Gebührenklasse.

Du kannst die Sonderklasse-Versicherung problemlos für deine ganze Familie abschließen, und dabei profitiert ihr sogar von Rabatten. Schließt ihr die Versicherung gemeinsam ab, gibt es üblicherweise einen Familienrabatt von rund 5% auf alle beteiligten Verträge. Noch günstiger wird es mit einem Gruppen-Rabatt von oft 20%, den es gibt, wenn dein Arbeitgeber bereits eine entsprechende Vereinbarung mit einem Versicherer hat, was vor allem in größeren Unternehmen häufig vorkommt. Wichtig dabei: Ihr müsst als Familie nicht alle denselben Tarif oder dieselbe Leistungsstufe wählen. Jedes Familienmitglied kann individuell entscheiden, welche Leistungsstufe und welche Zusatz-Bausteine wirklich gebraucht werden, zum Beispiel die Baby-Option für ein Neugeborenes oder eine höhere Leistungsstufe für ein Elternteil mit geplanter Operation. Der Rabatt wird trotzdem prozentual auf alle gemeinsam abgeschlossenen Verträge angerechnet, unabhängig davon, wie unterschiedlich die einzelnen Tarife ausfallen.

Ob du deine Sonderklasse-Versicherung später erweitern kannst, hängt davon ab, ob du beim Abschluss einen Optionstarif gewählt hast. Hast du eine Sonderklasse-Versicherung mit Option abgeschlossen, kannst du später in der Regel ohne erneute Gesundheitsprüfung in eine höhere Leistungsstufe wechseln, zum Beispiel von reinem Unfallschutz zur vollen Absicherung bei Krankheit, Operationen und Schwangerschaft. Das ist der große Vorteil des Optionstarifs: Du sicherst dir den guten Gesundheitszustand zum ursprünglichen Vertragsabschluss dauerhaft, selbst wenn sich dein Gesundheitszustand später verschlechtert. Ohne eine solche Option ist ein nachträgliches Upgrade meist nur mit einer neuen Gesundheitsprüfung möglich, bei der sich aktuelle oder zwischenzeitlich aufgetretene Erkrankungen negativ auf Prämie oder Annahme auswirken können. Deshalb lohnt es sich, schon beim ersten Abschluss zu überlegen, ob ein etwas teurerer Optionstarif langfristig die bessere Wahl ist, besonders wenn du jung und gesund bist und dir diese Flexibilität für später offenhalten möchtest.

Im Leistungsfall läuft der Ablauf für dich denkbar unkompliziert ab. Bei der Aufnahme ins Krankenhaus gibst du einfach deine Versicherungsdaten bekannt, am besten zusammen mit deiner E-Card. Handelt es sich um ein Vertragskrankenhaus deines Versicherers, erfolgt die Abrechnung danach in der Regel direkt zwischen Spital und Versicherung, sodass du selbst kein Geld vorstrecken und dich auch nicht um Rechnungen kümmern musst. Bei einem Krankenhaus ohne Direktverrechnung bezahlst du die Rechnung zunächst selbst und reichst sie anschließend bei deiner Versicherung zur Erstattung ein. Bei planbaren Eingriffen, etwa einer geplanten Operation, lohnt es sich, schon vorab beim Versicherer eine Kostenzusage einzuholen, damit du sicher weißt, dass die Behandlung gedeckt ist. Außerdem ist es sinnvoll, vorab herauszufinden, ob ein bestimmtes Krankenhaus ein Vertragskrankenhaus deines Versicherers ist, damit du im Ernstfall keine böse Überraschung bei der Abrechnung erlebst.

Ob und in welchem Umfang deine Sonderklasse-Versicherung im Ausland gilt, hängt stark vom jeweiligen Versicherer und Tarif ab, hier lohnt sich also ein genauer Blick in die Versicherungsbedingungen. Der reine Unfallschutz gilt bei den meisten Tarifen automatisch europaweit oder sogar weltweit, da Unfälle naturgemäß überall passieren können. Für die übrigen Sonderklasse-Leistungen, etwa das Einzelzimmer oder die freie Arztwahl, ist dagegen häufig eine separate Europa-Deckung notwendig, die nicht bei jedem Tarif automatisch inkludiert ist. Diese greift in der Regel dann, wenn eine notwendige Behandlung in Österreich nicht möglich oder medizinisch nicht sinnvoll ist. Wichtig zu wissen: Diese Europa-Deckung der Sonderklasse-Versicherung ersetzt keine vollwertige Reisekrankenversicherung, sie deckt vor allem den Sonderklasse-Komfort bei ohnehin notwendigen Behandlungen ab, nicht aber Dinge wie Rücktransporte. Für Reisen außerhalb Europas oder umfassenderen Schutz brauchst du in jedem Fall eine eigenständige Reisekrankenversicherung.

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