Eine Autoversicherung kostet in Österreich ab rund 63 € pro Monat für die gesetzlich vorgeschriebene KFZ-Haftpflicht inklusive motorbezogener Versicherungssteuer und ab etwa 149 € mit Vollkasko (VW Polo, 80 PS). Ohne Haftpflicht bekommst du kein Kennzeichen, Teil- und Vollkasko sowie Zusatzbausteine sind freiwillig. In diesem Guide erfährst du, welchen Schutz du wirklich brauchst, was deine Prämie beeinflusst und wie du richtig kündigst oder wechselst.
Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
- Pflicht: Die KFZ-Haftpflicht ist in Österreich gesetzlich vorgeschrieben, ohne sie gibt es kein Kennzeichen. Die Mindestversicherungssumme beträgt 7,79 Mio. €, wir empfehlen mindestens 20 Mio. €.
- Kosten: ab rund 63 € pro Monat für die Haftpflicht inklusive motorbezogener Versicherungssteuer, ab etwa 149 € mit Vollkasko (VW Polo, 80 PS).
- Kasko nach Fahrzeugalter: Vollkasko bei Autos unter 3 Jahren oder bei Leasing, Teilkasko bei 3 bis 6 Jahren, ab etwa 7 Jahren meist nur Haftpflicht.
- Bonus-Malus: Der Einstieg ist meist Stufe 09. Jedes schadenfreie Jahr bringt dich eine Stufe nach unten, jeder verschuldete Schaden drei Stufen nach oben. Deine Stufe nimmst du beim Wechsel üblicherweise mit.
- Kündigen: Die Haftpflicht kannst du jedes Jahr zum Hauptfälligkeitstermin mit einem Monat Frist kündigen, die Kasko meist erst nach 3 Jahren Mindestlaufzeit.
🤝 Hinweis zur Unabhängigkeit & Datengrundlage: Wir sind unabhängige Versicherungsmakler und erhalten eine Provision, wenn du über uns einen Vertrag abschließt – diese ist bereits in der Prämie enthalten und verursacht keine Zusatzkosten für dich. Wir sind an keine Versicherung gebunden oder finanziell mit ihr verflochten. Alle Kosten- und Anbieterangaben in diesem Artikel basieren auf unserem Vergleich der 22 KFZ-Versicherungsanbieter (Anzahl der Versicherer laut VVO-Jahresbericht 2025; Stand der Prämienbeispiele: Juli 2026).
Welche Arten der Autoversicherung gibt es und was leisten sie?
Die Autoversicherung in Österreich besteht aus drei Bausteinen: der verpflichtenden KFZ-Haftpflichtversicherung, der freiwilligen Kaskoversicherung als Teil- oder Vollkasko und optionalen Zusatzbausteinen wie Insassenunfall, KFZ-Rechtsschutz oder Assistance. Die Haftpflicht zahlt Schäden, die du anderen zufügst, die Kasko schützt dein eigenes Auto. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt vor allem von Alter und Wert deines Autos ab und davon, wie viel Risiko du selbst tragen kannst.
Die Autoversicherung ist die KFZ-Versicherung für dein Auto. KFZ-Versicherung ist der Oberbegriff für alle Kraftfahrzeuge, also auch für Motorrad, Moped oder Wohnmobil. Die Autoversicherung funktioniert nach dem Baukastenprinzip: Basis ist immer die verpflichtende KFZ-Haftpflicht, dazu kommen optional Teil- oder Vollkasko und Zusatzbausteine.
Was deckt die KFZ-Haftpflichtversicherung?
Die KFZ-Haftpflichtversicherung ist in Österreich Pflicht: Ohne sie bekommst du kein Kennzeichen (§ 59 KFG 1967). Sie zahlt Schäden, die du anderen mit deinem Auto zufügst, also Personen-, Sach- und Vermögensschäden.
Wie hoch ist die gesetzliche Mindestversicherungssumme?
Die gesetzliche Mindestversicherungssumme der KFZ-Haftpflicht beträgt in Österreich 7,79 Mio. € pro Schadenfall (§ 9 Abs. 3 Z 4 KHVG 1994). Davon sind bis zu 6,45 Mio. € für Personenschäden und bis zu 1,34 Mio. € für Sachschäden vorgesehen. Bei schweren Unfällen mit dauerhaft verletzten Personen kann das zu wenig sein. Deshalb empfehlen wir eine höhere Versicherungssumme von mindestens 20 Mio. €.
Teilkasko und Vollkasko: Schutz für dein eigenes Auto
Die Kaskoversicherung schützt dein eigenes Auto. Die Teilkasko deckt bestimmte, im Vertrag genannte Ereignisse wie Sturm, Hagel, Überschwemmung, Diebstahl, Glasbruch oder einen Zusammenstoß mit Wild. Die Vollkasko enthält alle Leistungen der Teilkasko und zahlt zusätzlich bei selbst verursachten Unfällen, Vandalismus und Parkschäden durch Unbekannte, etwa bei Fahrerflucht. Ob sich eine Kasko für dein Auto lohnt, liest du weiter unten.
📕 Alle Details findest du in unserem Blogpost zur Vollkaskoversicherung und Teilkasko
Zusatzbausteine: Insassenunfall, KFZ-Rechtsschutz & Assistance
- Insassenunfallversicherung: Zahlt bei Verletzung oder Tod von Insassen nach einem Unfall mit dem versicherten Auto, auch für dich als Lenker*in.
- KFZ-Rechtsschutz: Übernimmt Anwalts- und Verfahrenskosten bei Streit rund ums Auto, z.B. nach einem Unfall oder mit einer Werkstatt. Du bekommst ihn als eigenen Baustein oder als Teil einer allgemeinen Rechtsschutzversicherung.
- KFZ-Assistance: Hilft bei Panne oder Unfall mit Pannenhilfe, Abschleppen und oft einem Ersatzwagen.
Ob sich die Bausteine lohnen oder es bessere Alternativen gibt, erklären wir weiter unten.
Wann leistet die Autoversicherung nicht?
Die KFZ-Haftpflicht zahlt Unfallopfern ihren Schaden fast immer. Hast du aber eine Pflicht aus dem Vertrag verletzt (Obliegenheitsverletzung), kann sich die Versicherung bis zu 11.000 € pro Verletzung von dir zurückholen, insgesamt höchstens 22.000 € pro Schadenfall. Typische Fälle sind Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, Fahren ohne gültigen Führerschein oder eine zu späte Schadenmeldung. Die Kasko zahlt bei Alkohol am Steuer in der Regel gar nicht. Bei grober Fahrlässigkeit, etwa mit abgefahrenen Reifen, hängt es vom Tarif ab.
📕 Mehr dazu in unseren Blogposts Alkohol & Versicherung und 7 Fälle, in denen deine KFZ-Versicherung nicht zahlt
Wie viel kostet eine Autoversicherung in Österreich pro Monat?
Eine Autoversicherung kostet in Österreich ab rund 63 € pro Monat für die KFZ-Haftpflicht inklusive motorbezogener Versicherungssteuer, ab etwa 84 € mit Teilkasko und ab etwa 149 € mit Vollkasko (VW Polo, 80 PS). Für einen Audi A6 mit 204 PS zahlst du ab 155 € bzw. ab 372 € mit Vollkasko. Wie viel es bei dir genau ist, hängt vor allem von Motorleistung, Bonus-Malus-Stufe, Wohnort und Selbstbehalt ab.
Kostenbeispiele: VW Polo und Audi A6 im Vergleich
Zur Orientierung findest du hier typische Versicherungsbeispiele von zwei unterschiedlichen Autos. Die Kosten für die motorbezogene Versicherungssteuer und die KFZ-Haftpflichtversicherung bilden die Basis, alle anderen Bausteine sind optional.
| Kosten pro Monat | VW Polo (80 PS) | Audi A6 (204 PS) |
|---|---|---|
| KFZ-Haftpflicht | Ab 43 € | Ab 58 € |
| Teilkasko | Ab 21 € | Ab 41 € |
| Vollkasko (inkl. Teilkasko) | Ab 86 € | Ab 217 € |
| Insassenunfall | Ab 8 € | Ab 8 € |
| KFZ-Rechtsschutz | Ab 7 € | Ab 7 € |
| KFZ-Assistance | Meist kostenlos inkludiert | Meist kostenlos inkludiert |
| Motorbezogene Versicherungssteuer | Ab 20 € | Ab 97 € |
| Basis-Paket (Haftpflicht + Steuer) |
Ab 63 € | Ab 155 € |
| Teilkasko-Paket (Haftpflicht + Teilkasko + Steuer) |
Ab 84 € | Ab 196 € |
| Vollkasko-Paket (Haftpflicht + Vollkasko + Steuer) |
Ab 149 € | Ab 372 € |
| Premium-Paket (Haftpflicht + Vollkasko + Insassenunfall + Rechtsschutz + Assistance + Steuer) |
Ab 164 € | Ab 387 € |
Diese Werte dienen als Orientierung. Je nach Anbieter, Tarif und deinen persönlichen Angaben kann der tatsächliche Preis höher oder niedriger ausfallen.
Was beeinflusst die Kosten deiner Autoversicherung?
Mehrere Faktoren bestimmen, wie viel du für deine Autoversicherung zahlst:
- Typ des Autos: Leistung, Alter und Modell wirken sich auf den Preis aus. Ein stärker motorisiertes oder hochwertiges Auto kostet in der Regel mehr.
- Alter und Erfahrung des Fahrers / der Fahrerin: Junge oder wenig erfahrene Fahrer*innen zahlen meist höhere Prämien. Manche Versicherungen bieten spezielle Tarife für Fahranfänger*innen an.
- Unfallfreies Fahren & Bonus-Malus-System: Je länger du ohne Unfall unterwegs bist, desto besser deine Einstufung und desto günstiger die KFZ-Haftpflichtversicherung. Wie die Stufen funktionieren, erklären wir direkt im Anschluss.
- Versicherungstyp: Haftpflicht ist verpflichtend. Teilkasko und Vollkasko bieten zusätzlichen Schutz und erhöhen die Kosten je nach Umfang.
- Selbstbehalt bei Kaskoversicherung: Ein höherer Selbstbehalt senkt deine Prämie. Im Schadensfall zahlst du jedoch mehr aus eigener Tasche. Mehr Infos findest du in unserem Blogpost zum Selbstbehalt bei der Autoversicherung.
- Wohnort & Parkplatz: In städtischen Gebieten oder ohne Garage kann die Prämie höher ausfallen, da statistisch mehr Schäden passieren.
Bonus-Malus-System: So funktionieren die Versicherungsstufen
Das Bonus-Malus-System bestimmt, wie viel du für die KFZ-Haftpflicht zahlst: Unfallfreies Fahren senkt die Prämie, verschuldete Schäden erhöhen sie. Gesetzlich geregelt ist es nicht mehr. Jeder Versicherer kann also selbst festlegen, wie er Schadenfreiheit belohnt und Schäden bewertet. In der Praxis orientieren sich aber fast alle Versicherer an einem Standardmodell mit den Versicherungsstufen 00 bis 17. Alles, was hier beschrieben ist, ist deshalb gängige Praxis, aber keine Pflicht für den Versicherer.
Im Standardmodell startest du beim ersten Auto in Stufe 09 und zahlst die volle Grundprämie. Für jedes schadenfreie Versicherungsjahr rückst du eine Stufe nach unten, für jeden verschuldeten Schaden drei Stufen nach oben. Beobachtet wird üblicherweise vom 1. Oktober bis 30. September. Als Richtwert zahlst du in den besten Stufen etwa die Hälfte der Grundprämie, in den schlechtesten etwa das Doppelte.
Neben dieser offiziellen Stufe haben die meisten Versicherer interne Stufen. Häufig sind das Minus-Stufen unter 00, in denen du nach vielen schadenfreien Jahren noch weniger zahlst. Wie viele es gibt und wie viel Rabatt sie bringen, legt jeder Versicherer selbst fest.
Kleine Schäden selbst zu bezahlen kann sich lohnen, wenn du damit eine Rückstufung um drei Stufen vermeidest. Manche Tarife bieten außerdem einen Freischaden: Nach einem Schaden wirst du dann trotzdem nicht zurückgestuft. Deine aktuelle Stufe findest du in deinen Versicherungsunterlagen, z.B. im jährlichen Schreiben zur Prämienanpassung.
Was passiert mit deiner Bonus-Malus-Stufe beim Auto- oder Versicherungswechsel?
Deine Bonus-Malus-Stufe gehört zu dir als Versicherungsnehmer*in, nicht zum Auto. Kaufst du ein neues Auto, geht deine Stufe üblicherweise auf das neue Fahrzeug über. Wechselst du die Versicherung, übernimmt der neue Versicherer in der Regel deine offizielle Stufe aus dem bisherigen Vertrag. Ein Bonus geht dabei nicht verloren, ein Malus aber auch nicht.
Achtung bei Minus-Stufen: Sie gelten nur beim jeweiligen Versicherer. Nach außen zählen sie als Stufe 00, der zusätzliche Rabatt kann beim Wechsel also wegfallen.
Meldest du länger als ein Jahr kein Auto an, startest du danach meist wieder in Stufe 09, manche Versicherer halten die Stufe länger. Steigst du von einem Firmenwagen auf ein Privatauto um, können deine schadenfreien Jahre angerechnet werden. Das entscheidet aber der Versicherer.
Innerhalb der Familie lässt sich eine Stufe meist übertragen, z.B. von den Eltern auf die Kinder.
Wie kannst du bei der Autoversicherung sparen?
Wer möchte nicht weniger zahlen und trotzdem gut abgesichert sein? Mit diesen Tipps holst du mehr aus deinem Budget heraus:
- Tarife vergleichen: Lass dir mehrere Angebote mit gleichem Leistungsumfang gegenüberstellen, z.B. im Tarifvergleich der Sophia-App. Achte dabei auf Leistungen und Selbstbehalte, nicht nur auf die Prämie.
- Zum Hauptfälligkeitstermin wechseln: Die Haftpflicht kannst du jedes Jahr kündigen, auch vor Ende der Mindestlaufzeit.
- Selbstbehalt bewusst wählen: Ein höherer Selbstbehalt senkt die Kasko-Prämie. Wähle nur einen Betrag, den du im Schadenfall problemlos zahlen kannst.
- Jährlich zahlen: Die Jahreszahlung ist oft günstiger als die monatliche.
- Nur passende Bausteine wählen: Kasko und Zusatzbausteine nur nach Fahrzeugalter und Bedarf. Frag außerdem nach Rabatten, z.B. für bestimmte Berufsgruppen.
📕 Noch mehr Spartipps findest du in unserem Blogpost Autoversicherung: 7 Tipps & Tricks, um Geld zu sparen
Autoversicherung vergleichen: Wie findest du die richtige?
Die passende Autoversicherung findet man in drei Schritten: Bedarf klären, Angebote mit gleichem Leistungsumfang vergleichen und die Tarifdetails prüfen. Entscheidend ist nicht nur die Prämie, sondern auch die Versicherungssumme der Haftpflicht, der Selbstbehalt der Kasko und ob grobe Fahrlässigkeit mitversichert ist. Zwei Tarife mit ähnlichem Preis können sich im Schadenfall um tausende Euro unterscheiden. Mehrere Angebote kannst du dir z.B. im Tarifvergleich der Sophia-App gegenüberstellen lassen.
Schritt für Schritt zur passenden Versicherung:
1. Deinen Bedarf bestimmen
Die Haftpflicht ist Pflicht. Ob Teil- oder Vollkasko dazukommt, hängt vor allem von Alter und Wert deines Autos ab. Überleg außerdem, wie
viel du fährst, wo du parkst und wie viel Selbstbehalt du im Schadenfall tragen kannst.
2. Angebote vergleichen
Stelle mehrere Tarife mit gleichem Leistungsumfang gegenüber, z.B. mit dem Tarifvergleich in der Sophia-App. Als unabhängige
Versicherungsmakler beraten wir dich auf Wunsch auch persönlich.
3. Tarifdetails genau prüfen
Preis ist wichtig, aber nicht alles. Ein günstiger Tarif bringt wenig, wenn wichtige Leistungen fehlen. Worauf du genau achten solltest,
erfährst du im nächsten Abschnitt.
Abschließen und anmelden
Nach dem Abschluss bekommst du die Versicherungsbestätigung. Mit ihr und den Fahrzeugpapieren meldest du dein Auto bei der Zulassungsstelle
an. Mehr Infos dazu findest du in unserem Blogpost Auto anmelden: So funktioniert die KFZ-Zulassung.
Worauf solltest du beim Abschluss achten?
Beim Abschluss einer Autoversicherung zählt nicht nur die Prämie. Prüfe vor allem diese Punkte:
- Versicherungssumme der Haftpflicht: Wähle mindestens 20 Mio. € statt der gesetzlichen 7,79 Mio. €. Das kostet meist nur wenig mehr.
- Selbstbehalt der Kasko: Wie hoch ist er, und gilt er auch bei Glasbruch oder Diebstahl?
- Grobe Fahrlässigkeit: Ist sie in der Kasko mitversichert, z.B. wenn du eine rote Ampel übersiehst?
- Neuwert bei neuen Autos: Wie lange ersetzt die Vollkasko nach einem Totalschaden den Neu- oder Kaufpreis statt nur den Zeitwert?
- Umfang der Teilkasko: Welche Tiere zählen beim Wildschaden, und sind Marderbiss und Folgeschäden dabei?
- Bonus-Malus: Gibt es einen Freischaden oder zusätzliche Minus-Stufen, und gilt deine Minus-Stufe auch beim neuen Versicherer?
- Laufzeit: Hat die Kasko eine Mindestlaufzeit (meist 3 Jahre)?
- Assistance: Was ist enthalten: Pannenhilfe, Abschleppen, Ersatzwagen (wie viele Tage)?
- Zahlweise: Gibt es einen Aufschlag bei monatlicher Zahlung?
Wann und wie kannst du die Autoversicherung kündigen oder wechseln?
Die KFZ-Haftpflichtversicherung kann in Österreich jedes Jahr zum Hauptfälligkeitstermin gekündigt werden, auch vor Ende einer Mindestlaufzeit. Die Kündigung muss spätestens einen Monat vorher beim Versicherer einlangen. Für Kasko und Zusatzbausteine gilt die vereinbarte Laufzeit, meist drei Jahre. Außerordentlich kündigen kannst du nach einem Schadenfall und bei einer Prämienerhöhung. Bei einer Abmeldung endet der Vertrag, bei einem Verkauf geht die Haftpflicht auf die Käuferin oder den Käufer über.
Ein Wechsel lohnt sich oft, weil sich Leistungen und Preise je Anbieter stark unterscheiden können. Mit dem richtigen Timing und ein paar Regeln klappt der Wechsel reibungslos.
Welche Kündigungsmöglichkeiten gibt es?
Ordentliche Kündigung zum Hauptfälligkeitstermin
Die ordentliche Kündigung erfolgt zum Hauptfälligkeitstermin deiner Versicherung. Dabei musst du die Kündigungsfrist einhalten und die Mindestlaufzeit beachten. Diese beträgt bei vielen Versicherungen in Österreich meist 3 Jahre. Danach kannst du als Verbraucher*in jährlich mit einer Frist von einem Monat kündigen (§ 8 Abs. 3 VersVG). Mehr Infos dazu findest du in unserem Blogpost zu Versicherung kündigen.
Außerordentliche Kündigung
Unabhängig von Mindestlaufzeit und Hauptfälligkeit kannst du in diesen Fällen kündigen:
- Nach einem Schadenfall: innerhalb eines Monats, nachdem die Versicherung die Zahlung anerkannt oder abgelehnt hat (§ 158 VersVG). Dieses Recht hat auch der Versicherer.
- Bei einer Prämienerhöhung: innerhalb eines Monats ab der Mitteilung (§ 14a KHVG).
- Bei Abmeldung oder Verschrottung: Der Vertrag endet, weil das versicherte Auto wegfällt. Den nicht verbrauchten Teil der Prämie bekommst du zurück.
- Bei Verkauf: Die Haftpflicht geht auf die Käuferin oder den Käufer über. Diese können den Vertrag innerhalb eines Monats ab dem Kauf kündigen. Am sichersten ist es, das Auto vor dem Verkauf abzumelden.
Sonderregel: KFZ-Haftpflicht jedes Jahr kündbar
Für die KFZ-Haftpflichtversicherung gilt ein spezielles Kündigungsrecht nach dem Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherungsgesetz (§ 14 KHVG 1994). Du darfst sie jedes Jahr zum Hauptfälligkeitstermin kündigen, auch wenn die Mindestlaufzeit noch nicht erreicht ist, solange du die Frist von einem Monat einhältst.
Wird die Autoversicherung bei Abmeldung automatisch gekündigt?
Meistens ja, verlassen solltest du dich aber nicht darauf. Wird ein Auto in Österreich abgemeldet, erfährt die Versicherung in der Regel über die Zulassungsstelle davon, und die Haftpflicht endet. Melde die Abmeldung trotzdem selbst schriftlich und fordere eine Stornobestätigung an. Dann wird zum Abmeldetag abgerechnet, und du bekommst die nicht verbrauchte Prämie zurück. Hinterlegst du die Kennzeichen nur vorübergehend, ruht der Vertrag statt zu enden. Prüfe auch Zusatzbausteine wie den KFZ-Rechtsschutz: Sie enden nicht immer automatisch und brauchen eine eigene Kündigung wegen Risikowegfall.
So klappt der Wechsel Schritt für Schritt
- Hauptfälligkeitstermin und Kündigungsfrist prüfen. Die Frist beträgt meist einen Monat.
- Zwei bis drei Monate vorher Angebote vergleichen. Haftpflicht und Kasko wechselst du üblicherweise gemeinsam, die Haftpflicht allein kannst du aber jedes Jahr wechseln.
- Den alten Vertrag fristgerecht kündigen und eine Stornobestätigung anfordern.
- Nur mit Kasko: Vor dem Abschluss klären, ob eine Besichtigung durch den Versicherer, den ÖAMTC oder den ARBÖ nötig ist. So wandern alte, unreparierte Schäden nicht in die neue Kasko.
- Den neuen Vertrag mit Beginn am Tag nach dem Ende des alten beantragen. Die Versicherungsbestätigung geht an die Zulassungsstelle, dein Kennzeichen bleibt gleich.
- Die Polizze prüfen und kontrollieren, ob die Prämie richtig abgebucht wird.
📕 Mehr Details findest du in unserem Blogpost Autoversicherung wechseln: Auf das solltest du achten
Unsere Einschätzung: Vollkasko, Teilkasko oder nur Haftpflicht?
Ob neben der Pflicht-Haftpflicht eine Kasko sinnvoll ist, hängt vor allem vom Alter des Autos ab. Unsere Faustregel: Vollkasko bei Autos unter 3 Jahren sowie bei Leasing oder Finanzierung, Teilkasko zwischen 3 und 6 Jahren, ab etwa 7 Jahren meist nur noch Haftpflicht. Statt Insassenunfall, KFZ-Rechtsschutz und Assistance sind eine private Unfallversicherung, eine vollwertige Rechtsschutzversicherung oder eine ÖAMTC- bzw. ARBÖ-Mitgliedschaft oft die bessere Wahl.
Wann wir mehr Schutz empfehlen
- Für neue oder hochwertige Autos, besonders unter 3 Jahren. Als Faustregel gilt: Bei einem Auto, das jünger als 3 Jahre ist, zahlt sich eine Vollkasko meist aus, da der Zeitwert des Autos die Prämie noch deutlich übersteigt.
- Für Leasingautos. Banken und Leasinggesellschaften verlangen in den meisten Fällen ohnehin eine Vollkasko, da das Fahrzeug bis zur vollständigen Tilgung wirtschaftlich noch der Bank gehört.
- Statt einer Insassenunfallversicherung: eine private Unfallversicherung. Verletzte Mitfahrer*innen sind in der Regel schon über deine KFZ-Haftpflicht abgesichert, du selbst als Lenker*in aber nicht, wenn du den Unfall verursachst. Diese Lücke schließt eine private Unfallversicherung besser: Die Insassenunfallversicherung hat deutlich geringere Deckungssummen (meist unter 100.000 €) und gilt nur bei Unfällen mit dem versicherten Auto. Eine private Unfallversicherung kostet im Jahr rund 100 € mehr, deckt dafür aber alle Unfälle weltweit ab – auch beim Sport oder im Haushalt.
- Statt eines reinen KFZ-Rechtsschutzes: eine vollwertige Rechtsschutzversicherung. Ein Basisschutz inklusive KFZ-Rechtsschutz ist bereits ab 13 € pro Monat erhältlich, ein umfassender Familienschutz mit allen Fahrzeugen ab rund 23 € pro Monat. Für den Aufpreis deckst du damit zusätzlich Bereiche wie Arbeits-, Miet- oder Familienrecht ab, statt nur Streitfälle rund ums Auto.
- Bei mehreren Autos im Haushalt: eine ÖAMTC- oder ARBÖ-Mitgliedschaft statt einzelner KFZ-Assistance-Bausteine. ÖAMTC und ARBÖ gelten für alle Fahrzeuge eines Mitglieds, während die KFZ-Assistance einer Versicherung immer nur das jeweils versicherte Auto abdeckt. Bei mehreren Fahrzeugen ist das meist die günstigere Lösung und bietet zusätzliche Leistungen.
Wann wir eher abraten
- Für Autos zwischen 3 und 6 Jahren: eher Teilkasko statt Vollkasko. In diesem Alter lohnt sich ein Wechsel von Vollkasko auf Teilkasko häufig, da der Wert des Autos bereits gesunken ist. Grundsätzlich bleibt das aber auch Geschmackssache und eine Frage der persönlichen Risikobereitschaft.
- Für Autos ab 7 Jahren. Hier zahlt sich meist weder eine Voll- noch eine Teilkasko aus, da der Zeitwert des Autos im Vergleich zur Versicherungsprämie zu gering ist.
- Für eine Insassenunfallversicherung, wenn bereits eine private Unfallversicherung besteht. In diesem Fall bist du dadurch nur doppelt versichert und zahlst unnötig Prämie.
Fazit zur Autoversicherung in Österreich
Die KFZ-Haftpflicht ist in Österreich Pflicht und kostet ab rund 63 € pro Monat inklusive Steuer, mit Vollkasko ab etwa 149 € (VW Polo, 80 PS). Ob sich eine Kasko lohnt, entscheidet vor allem das Alter deines Autos. Beim Abschluss zählen neben der Prämie die Versicherungssumme, der Selbstbehalt und ob grobe Fahrlässigkeit mitversichert ist. Unser Rat: Prüfe deinen Vertrag jedes Jahr rund drei Monate vor dem Hauptfälligkeitstermin. Dann kannst du die Haftpflicht rechtzeitig kündigen und wechseln, deine Bonus-Malus-Stufe nimmst du dabei mit.