NEU: Österreichs umfangreichster Vergleich für Privatarzt- & Zahn-Versicherungen

ÖAMTC oder ARBÖ? Mitgliedschaft, Schutzbrief und Kosten im Vergleich

17 min • Aktualisiert: 21.09.2026

Verfasst von Sebastian Peischl (Mitgründer) • Fachlich geprüft von Karl Haas (Mitgründer, Gewerberechtlicher Geschäftsführer & Versicherungsmakler)

Unabhängiger Versicherungsmakler gem. § 94 Z 76 GewO 1994 • GISA-Nr. 32225518 • ⭐4,9/5 (237+ Bewertungen) • 7.000+ Nutzer*innen

Ein Retro-Jeep mit Kanu auf dem Dach. Ein Symbolfoto für den Vergleich von ÖAMTC und ARBÖ in Österreich.

Der ÖAMTC (Österreichischer Automobil-, Motorrad- und Touring Club) und der ARBÖ (Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs) sind die beiden großen Autofahrerclubs in Österreich. Die Auto-Mitgliedschaft kostet beim ÖAMTC 106,10 € (2026) und beim ARBÖ 117,30 € pro Jahr (Tarif 2027) und umfasst Pannenhilfe und Rechtsberatung. Auslandsschutz gibt es erst mit dem ÖAMTC-Schutzbrief (63,90 €) bzw. dem ARBÖ-Sicherheitspass (Classic: 64,50 €). Kostenloses Abschleppen nach einer Panne gibt es nur beim ÖAMTC.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Auto-Mitgliedschaft kostet beim ÖAMTC 106,10 € (2026) und beim ARBÖ 117,30 € pro Jahr (Tarif 2027). Beide inkludieren Pannenhilfe rund um die Uhr und kostenlose Rechtsberatung.
  • Kostenloses Abschleppen nach einer Panne ist nur in der ÖAMTC-Mitgliedschaft enthalten. Beim ARBÖ übernimmt erst der Sicherheitspass die Abschleppkosten (Classic bis 330 €, Gold bis 660 €).
  • Auslandsschutz gibt es nur gegen Aufpreis: ÖAMTC-Schutzbrief 63,90 €, ARBÖ-Sicherheitspass Classic 64,50 € oder Gold 105,70 € pro Jahr. Ohne Mitgliedschaft sind beide nicht erhältlich.
  • Schutzbrief und Sicherheitspass Classic decken Spitalskosten im Ausland bis 75.000 € (Gold: 150.000 €), eine Reisekrankenversicherung leistet häufig bis 1 Mio. € oder unbegrenzt. Eine private Unfallversicherung ersetzen die Clubs nicht: Unfallrente und Rehakosten fehlen.
  • Für die meisten Autofahrer*innen ist der ÖAMTC die günstigere Wahl. Der ARBÖ lohnt sich vor allem für 24- bis 26-Jährige und für Familien mit mehreren Autos.

🤝 Hinweis zur Unabhängigkeit: Als unabhängige Versicherungsmakler erhalten wir eine Provision, wenn du über uns einen Versicherungsvertrag abschließt – diese ist bereits in der Prämie enthalten und verursacht keine Zusatzkosten für dich. Alle Kosten- und Leistungsangaben in diesem Artikel basieren zudem direkt auf den offiziellen Tarifseiten von ÖAMTC und ARBÖ (Stand September 2026). Da beide Clubs ihre Beiträge und Zusatzprodukte jährlich anpassen, können sich Preise und Leistungen ändern.

Was kostet die ÖAMTC- und ARBÖ-Mitgliedschaft?

Die ÖAMTC-Mitgliedschaft kostet für Autos 106,10 € pro Jahr (2026), die ARBÖ-Mitgliedschaft 117,30 € (Tarif 2027). Für Motorräder liegt der Mitgliedsbeitrag bei 59,10 € bzw. 65,50 € im Jahr. Schutzbrief und Sicherheitspass sind nicht enthalten. Jugendliche zahlen bei beiden Clubs nichts: beim ÖAMTC bis Ende des Jahres, in dem sie 19 werden, beim ARBÖ unter 19 Jahren. Vergünstigt sind beim ÖAMTC 20- bis 23-Jährige (59,10 €), beim ARBÖ 19- bis 26-Jährige (65,90 €).

Partner- und Familienmitgliedschaft bei ÖAMTC und ARBÖ

Beide Clubs bieten eine vergünstigte Partner-Mitgliedschaft für Ehe- oder Lebenspartner*innen im gemeinsamen Haushalt. Beim ÖAMTC kostet die Auto-Partner-Mitgliedschaft 59,10 € pro Jahr (2026), beim ARBÖ 65,90 € (Tarif 2027). Partner-Mitglieder erhalten dieselben Clubleistungen wie das Hauptmitglied. Hat das Hauptmitglied einen ÖAMTC-Schutzbrief, ist der Partner bzw. die Partnerin mit allen persönlichen Leistungen automatisch mitgeschützt, ebenso die auf ihn oder sie zugelassenen Autos. Auch der ARBÖ-Sicherheitspass schützt Partner*innen und Kinder im gemeinsamen Haushalt mit.

Kinder sind bei beiden Clubs gratis dabei. Beim ÖAMTC haben Kinder von Mitgliedern bis 14 Jahre eine kostenlose Kinder-Mitgliedschaft. Von 15 bis zum Ende des Jahres, in dem sie 19 werden, gibt es für alle die volle Mitgliedschaft gratis (“young & mobile”). Beim ARBÖ ist die START-Mitgliedschaft für alle unter 19 Jahren kostenlos.

Mitgliedschaft zum halben Preis: Beitritt während des Jahres

Wer im Laufe des Jahres beitritt, zahlt bei beiden Clubs weniger. Beim ÖAMTC gilt für Beitritte ab 1. Juni 2026 der Halbjahresbeitrag. Die Auto-Mitgliedschaft kostet dann 53,05 € für den Rest des Jahres, der Schutzbrief wird dabei aber nicht halbiert und kostet weiterhin 63,90 €. Der ARBÖ verrechnet Neumitgliedern, die zwischen 1. September und 31. Dezember 2026 beitreten, bereits den Beitrag für 2027 (Auto: 117,30 €). Die restlichen Monate 2026 sind dafür gratis. Die Aktion gilt nur für Erstmitglieder.

Welche Leistungen sind in der ÖAMTC- und ARBÖ-Mitgliedschaft enthalten?

Die Mitgliedschaft bei ÖAMTC und ARBÖ umfasst in Österreich Pannenhilfe rund um die Uhr (Notruf 120 bzw. 123), eine vergünstigte Pickerl-Begutachtung nach § 57a und kostenlose Rechtsberatung. Geholfen wird auch bei selbstverschuldeten Pannen wie leerem Akku, falsch getanktem Kraftstoff oder bei im Auto eingesperrten Fahrzeugschlüsseln. Kostenloses Abschleppen nach einer Panne ist nur in der ÖAMTC-Mitgliedschaft enthalten, beim ARBÖ übernimmt erst der Sicherheitspass die Abschleppkosten.

Details zur § 57a-“Pickerl”-Begutachtung und zur kostenlosen Rechtsberatung von ÖAMTC und ARBÖ findest du auf den Seiten der Clubs.

Was kostet Abschleppen mit ÖAMTC- oder ARBÖ-Mitgliedschaft?

Der ÖAMTC schleppt Mitglieder nach einer Panne, die vor Ort nicht behoben werden kann, kostenlos in die nächste geeignete Werkstatt in Österreich (Fahrzeuge bis 3,5 t). Abschleppen nach einem Unfall oder in eine Werkstatt deiner Wahl ist in der Mitgliedschaft nicht enthalten. Das übernimmt erst der Schutzbrief, im In- und Ausland bis 330 €.

Beim ARBÖ übernimmt der Sicherheitspass die Abschleppkosten bis zur nächstgelegenen Fachwerkstatt: bis 330 € mit Classic und bis 660 € mit Gold, jeweils im In- und Ausland.

Den Pannennotruf erreichst du beim ÖAMTC unter 120 und beim ARBÖ unter 123, jeweils rund um die Uhr.

Pannenhilfe und Abschleppen sind oft auch schon als Assistance-Baustein in deiner Autoversicherung enthalten. Worin sich das vom Autoclub unterscheidet, zeigt unser Vergleich zwischen KFZ-Assistance und Autoclub.

Rechtsberatung ist keine Rechtsschutzversicherung

Beide Clubs bieten Mitgliedern kostenlose Rechtsberatung, etwa nach Verkehrsunfällen, bei Verwaltungsstrafen oder bei Streit mit Werkstätten, Händlern oder Reiseveranstaltern. Der ÖAMTC interveniert dabei auch außergerichtlich. Die Kosten für Anwalt und Gericht übernimmt die Mitgliedschaft aber nicht. Dafür braucht es eine Rechtsschutzversicherung.

Beide Clubs vermitteln eine eigene: Der ÖAMTC-Rechtsschutz (Generali) kostet ab 8,71 € pro Monat und deckt bis 145.000 €, der ARBÖ-Rechtsschutz (Wüstenrot) kostet 89,90 € pro Jahr und deckt bis 100.000 €. Verkehrsrechtsschutz ist aber auch als Baustein jeder anderen Rechtsschutzversicherung erhältlich, ein Vergleich lohnt sich deshalb.

Mitgliedschaft mit oder ohne Schutzbrief: Was ist der Unterschied?

Die Mitgliedschaft bei ÖAMTC oder ARBÖ deckt Pannenhilfe und Grundleistungen in Österreich ab. Schutzbrief (ÖAMTC) und Sicherheitspass (ARBÖ) sind kostenpflichtige Erweiterungen, die vor allem im Ausland und nach Unfällen greifen, etwa mit Krankenrückholung, Hubschrauberrettung, Fahrzeugrücktransport und Abschleppen nach einem Unfall. Die ÖAMTC-Mitgliedschaft kostet mit Schutzbrief 170,00 € pro Jahr, ohne Schutzbrief 106,10 €. Beim ARBÖ sind es mit Sicherheitspass Classic 181,80 €, ohne 117,30 €.

Gibt es den Schutzbrief ohne Mitgliedschaft?

Nein, den ÖAMTC-Schutzbrief gibt es nur zusammen mit einer ÖAMTC-Mitgliedschaft, und auch der ARBÖ-Sicherheitspass setzt eine ARBÖ-Mitgliedschaft voraus. Wer nur Auslandsschutz möchte, kommt mit der kleinsten Mitgliedschaft am günstigsten weg: beim ÖAMTC mit der Touring-Mitgliedschaft (24,00 € im Jahr) plus Touring-Schutzbrief (40,70 €), beim ARBÖ mit der Rad- und Freizeit-Mitgliedschaft (27,80 €) plus Freizeit-Sicherheitspass (33,20 €). Beide Varianten enthalten keine Fahrzeugleistungen.

ÖAMTC-Schutzbrief und ARBÖ-Sicherheitspass: Kosten und Leistungen

Schutzbrief (ÖAMTC) und Sicherheitspass (ARBÖ, offiziell “Sicherheits-Pass”, oft auch “ARBÖ-Schutzbrief” genannt) erweitern die Mitgliedschaft um Leistungen im Ausland und nach Unfällen. Der ÖAMTC-Schutzbrief kostet 63,90 € pro Jahr, den ARBÖ-Sicherheitspass gibt es als Classic (64,50 €), Gold (105,70 €) und Freizeit (33,20 €). Schutzbrief und Classic leisten ähnlich viel: Spitalskosten im Ausland bis 75.000 €, Hubschrauberrettung bis 10.000 € und Abschleppen bis 330 €.

ÖAMTC-Schutzbrief: Kosten, Leistungen und Geltungsbereich

Der ÖAMTC-Schutzbrief schützt das Mitglied, den Partner bzw. die Partnerin im gemeinsamen Haushalt und Kinder bis 19 Jahre, auch wenn sie getrennt unterwegs sind.

Kosten: 63,90 € pro Jahr (2026). Für Touring-Mitglieder ohne Fahrzeug gibt es den Touring-Schutzbrief um 40,70 € ohne Fahrzeugleistungen.

Leistungen:

  • Rückholung aus dem Ausland im Fall von Krankheit oder Unfall mit einem speziell ausgerüsteten Ambulanzjet
  • Hubschrauber-, Berg- und Pistenrettung bis max. 10.000 € pro geschützter Person: im Ausland nach Unfall oder Krankheit, in Österreich nach Freizeit-Alpinunfällen
  • Fahrzeug-Rückholung durch einen ÖAMTC-Fahrer – samt Insassen (geschützte Personen) und Gepäck nach Unfall/Erkrankung des geschützten Fahrers
  • Krankenschutz: Für Arzt-, Krankenhaus-, Ersttransport-, Verlegungstransport- und Medikamentenkosten bis max. 75.000 € pro geschützter Person
  • Krankenbesuch durch eine nahestehende Person bei einem Krankenhausaufenthalt von mehr als sieben Tagen
  • Abschleppen nach Panne oder Unfall in eine Werkstatt deiner Wahl bis 330 € (im In- und Ausland)
  • Unterkunftskosten im Ausland für bis zu 3 Nächte (max. 85 € pro Nacht)

Geltungsbereich: Der ÖAMTC-Schutzbrief gilt in Österreich, in ganz Europa inklusive der Russischen Föderation, in den Mittelmeer-Anrainerstaaten und auf den Mittelmeerinseln sowie auf den Kanaren, den Azoren und Madeira, sofern dort touristische Reisen möglich sind und keine Reisewarnung der höchsten Stufe besteht. Die vollständige Länderliste findest du auf der Schutzbrief-Seite des ÖAMTC.

ARBÖ-Sicherheitspass Classic: Kosten und Leistungen

Der Sicherheitspass Classic ist die Standard-Erweiterung zur ARBÖ-Mitgliedschaft. Geschützt sind Inhaber*in, Partner*in im gemeinsamen Haushalt, Kinder bis zum Ende des Jahres, in dem sie 19 werden, sowie alle auf den/die Inhaber*in zugelassenen oder ständig genutzten Fahrzeuge.

Kosten: 64,50 € pro Jahr (Tarif 2027).

Leistungen:

  • Pannendienst im Ausland bis 200 €
  • Abschleppen im In- und Ausland bis 330 €
  • Fahrzeugheim- bzw. -rücktransport im In- und Ausland (100%), Garagierung bis 225 €
  • Ersatzteilversand ins Ausland
  • Wildschadenhilfe im In- und Ausland: 80% der Reparaturkosten, bis 600 €
  • Mietwagen bis 80 € pro Tag
  • Insassen-Unfallschutz im Ausland: bis 80.000 € bei bleibender Invalidität, 40.000 € im Todesfall
  • Hubschrauberrettung und Akja-Bergung nach alpinen Sportunfällen im In- und Ausland bis 10.000 €
  • Krankenbesuch im Ausland bis 1.000 €
  • Krankenrückholung aus dem Ausland (100%)
  • Spitalskosten im Ausland bis 75.000 €

Geltungsbereich: Der Sicherheitspass Classic gilt in Österreich, in Europa im geografischen Sinn und in den Mittelmeer-Anrainerstaaten. Ausgenommen sind Belarus, Grönland, Russland und Spitzbergen.

ARBÖ-Sicherheitspass Gold: Kosten und Unterschied zum Classic

Der Sicherheitspass Gold ist die erweiterte Variante für Familien und Vielreisende.

Kosten: 105,70 € pro Jahr (Tarif 2027), also 41,20 € mehr als der Classic.

Leistungen: Gold enthält alle Leistungen des Classic im selben Geltungsbereich, aber mit doppelten Summen:

  • Abschleppen: bis 660 € (Classic: 330 €)
  • Spitalskosten im Ausland: bis 150.000 € (Classic: 75.000 €)
  • Hubschrauberrettung: bis 20.000 € (Classic: 10.000 €)
  • Wildschadenhilfe: bis 1.200 € (Classic: 600 €)
  • Mietwagen: bis 160 € pro Tag (Classic: 80 €)

Besonderheiten: Gold schützt die Fahrzeuge aller Familienmitglieder, sofern sie ARBÖ-Mitglieder sind, und Kinder bis zum Ende des Jahres, in dem sie 26 werden, unabhängig vom Wohnort. Der Classic deckt nur die Fahrzeuge des Inhabers / der Inhaberin und Kinder bis 19.

ARBÖ-Freizeit-Sicherheitspass: Schutz ohne Auto

Der Freizeit-Sicherheitspass richtet sich an Mitglieder ohne Auto, die zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. Er ergänzt die Rad-und-Freizeit- oder die START-Mitgliedschaft.

Kosten: 33,20 € pro Jahr (Tarif 2027).

Leistungen: dieselben personenbezogenen Leistungen wie der Classic (Hubschrauberrettung, Krankenrückholung, Spitalskosten im Ausland bis 75.000 € usw.), dazu Hilfe beim Ersatz gestohlener Dokumente und Notfall-Bargeld im Ausland. Die fahrzeugbezogenen Leistungen entfallen. Das ÖAMTC-Gegenstück ist der Touring-Schutzbrief (40,70 €).

Ersetzen ÖAMTC und ARBÖ eine Reise- oder Unfallversicherung?

Nein. Weder die Mitgliedschaft noch Schutzbrief oder Sicherheitspass ersetzen eine Reise- oder Unfallversicherung. Auch der ARBÖ-Sicherheitspass ist keine vollwertige Reiseversicherung: Schutzbrief und Sicherheitspass decken Spitalskosten im Ausland bis 75.000 € (Gold: 150.000 €), eine Reisekrankenversicherung häufig bis 1 Mio. € oder unbegrenzt. Storno- und Reiseabbruchschutz fehlen ganz. Der Insassen-Unfallschutz des ARBÖ zahlt nur bei Unfällen im Ausland, Unfallrente und Rehakosten bietet nur eine private Unfallversicherung.

Reiseversicherung: Was Schutzbrief und Sicherheitspass nicht abdecken

Wer Schutzbrief oder Sicherheitspass hat, kann die Behandlungskosten gegen Aufpreis erweitern:

  • Mit dem ÖAMTC-Weltreise-Krankenschutz (102,60 € im Jahr) erweiterst du den Schutzbrief auf die ganze Welt, mit Heilkosten bis 412.000 € pro Reise (max. 92 Tage).
  • Mit dem ARBÖ-Sicherheitspass Gold kannst du die Deckung auf 150.000 € erhöhen.

Stornoversicherung und Reiseabbruch sind damit aber weiterhin nicht abgedeckt, das kann nur eine Reiseversicherung.

Unfallversicherung: Was der Insassen-Unfallschutz nicht abdeckt

Der ARBÖ-Sicherheitspass enthält einen Insassen-Unfallschutz: bis 80.000 € bei bleibender Invalidität und 40.000 € im Todesfall. Er gilt aber nur im Ausland und nur für die Insassen des versicherten Fahrzeugs. Eine private Unfallversicherung leistet dagegen bei Unfällen in Freizeit, Haushalt und Sport, weltweit und rund um die Uhr, und zahlt zusätzlich Unfallrente, Heilkosten und Reha.

Unsere Einschätzung: Lohnt sich ÖAMTC oder ARBÖ?

Wir empfehlen eine Mitgliedschaft bei ÖAMTC oder ARBÖ vor allem, wenn du ein älteres Auto fährst, dessen Herstellergarantie nicht mehr greift, oder mehrere Fahrzeuge absichern willst. Wer über die KFZ-Versicherung bereits ausreichend Assistance hat, braucht meist keinen Club. Bei der Wahl des Clubs ist der ÖAMTC für die meisten Autofahrer*innen günstiger, der ARBÖ lohnt sich für 24- bis 26-Jährige und Familien mit mehreren Autos. Eine Reise- oder Unfallversicherung ersetzt keiner der beiden.

Wann wir ÖAMTC oder ARBÖ empfehlen

  • Du ein älteres Auto fährst: Pannenhilfe, Abschleppdienst und die günstige Pickerl-Begutachtung (§ 57a) zahlen sich hier am schnellsten aus.
  • Du eine Alternative zur Herstellergarantie suchst: Assistance-Leistungen der Hersteller, z.B. die Volkswagen-Mobilitätsgarantie, sind bei Neukauf oft kostengünstig oder gratis dabei. Nach einigen Jahren lohnt sich das aber immer weniger, denn die Garantie ist meist an Servicebesuche in der Markenwerkstatt gebunden. Dann sind ÖAMTC und ARBÖ eine gute Alternative.
  • Du eine Alternative zum KFZ-Assistance-Baustein deiner KFZ-Versicherung suchst: Wie sich die beiden Lösungen unterscheiden, zeigt unser Vergleich der KFZ-Assistance. Bei mehreren Autos ist der Club oft die bessere Wahl: Die ÖAMTC-Pannenhilfe gilt für jedes Fahrzeug bis 3,5 t, mit dem du unterwegs bist, der ARBÖ-Sicherheitspass für alle auf dich zugelassenen oder ständig genutzten Fahrzeuge. Die KFZ-Assistance gilt dagegen nur für das versicherte Auto.

Wann wir eher abraten

  • Du schon Mitglied bei einem der beiden Clubs bist: Wer beim ÖAMTC ist, braucht nicht zusätzlich den ARBÖ (und umgekehrt).
  • Dir die Leistungen deiner Herstellergarantie oder deines KFZ-Assistance-Bausteins reichen: Dann zahlst du für Leistungen, die du nicht brauchst.
  • Du sie als Ersatz für eine Reiseversicherung sehen willst: Es fehlen z.B. Storno- und Reiseabbruchversicherung sowie der weltweite Geltungsbereich.
  • Du sie als Ersatz für eine Unfallversicherung sehen willst: Invaliditätsentschädigung, Unfallrente und Rehakosten sind nicht gedeckt.

Unser Fazit

ÖAMTC und ARBÖ bieten Autofahrer*innen in Österreich viele sinnvolle Leistungen zu einem vernünftigen Preis, vor allem, wenn die Herstellergarantie ausgelaufen ist. Für die meisten ist der ÖAMTC die bessere Wahl: Er ist fürs Auto günstiger und schleppt nach einer Panne kostenlos ab. Der ARBÖ punktet bei 24- bis 26-Jährigen und bei Familien mit mehreren Autos. Eine Reise- oder Unfallversicherung ersetzen beide nicht: Dafür sind die Deckungssummen zu niedrig, und Leistungen wie Stornoschutz, Unfallrente oder Rehakosten fehlen ganz.

FAQ zu ÖAMTC und ARBÖ

Die ÖAMTC-Mitgliedschaft kostet 2026 für Autos 106,10 € pro Jahr. Für Motorräder beträgt der Jahresbeitrag 59,10 €, die Touring-Mitgliedschaft für alle ohne eigenes Fahrzeug kostet 24,00 €. Partner*innen im gemeinsamen Haushalt zahlen für die Auto-Partner-Mitgliedschaft 59,10 €, ebenso 20- bis 23-Jährige. Menschen mit Behinderung erhalten die Auto-Mitgliedschaft um 42,40 €. Gratis ist die Mitgliedschaft für Kinder von Mitgliedern bis 14 Jahre und für alle Jugendlichen von 15 bis zum Ende des Jahres, in dem sie 19 werden. Wer ab 1. Juni beitritt, zahlt für das laufende Jahr nur den halben Mitgliedsbeitrag, bei der Auto-Mitgliedschaft also 53,05 €. Der ÖAMTC-Schutzbrief ist in keinem dieser Beiträge enthalten und kostet zusätzlich 63,90 € pro Jahr, der Touring-Schutzbrief 40,70 €. Der Beitrag wird jeweils am 1. Jänner für das ganze Kalenderjahr fällig, und die Mitgliedschaft verlängert sich automatisch, solange du nicht kündigst.

Die ARBÖ-Mitgliedschaft kostet für Autos 117,30 € pro Jahr (Tarif 2027). Die Mitgliedschaft für Moped und Motorrad kostet 65,50 €, die Rad-und-Freizeit-Mitgliedschaft für alle ohne Auto 27,80 €. Partner*innen im gemeinsamen Haushalt zahlen für die Auto-Partner-Mitgliedschaft 65,90 €. Jugendliche unter 19 Jahren sind mit der START-Mitgliedschaft gratis dabei, 19- bis 26-Jährige zahlen mit der NEXT-Mitgliedschaft 65,90 €. Für Menschen mit Behinderung kostet die Mitgliedschaft 56,40 €. Wer zwischen 1. September und 31. Dezember 2026 erstmals beitritt, zahlt bereits den Beitrag für 2027 und ist die restlichen Monate 2026 gratis Mitglied. Der ARBÖ-Sicherheitspass ist nicht inkludiert: Classic kostet zusätzlich 64,50 €, Gold 105,70 € und der Freizeit-Sicherheitspass 33,20 € pro Jahr. Die Abschleppkosten übernimmt der ARBÖ erst mit Sicherheitspass, mit Classic bis 330 €. Mit Auto-Mitgliedschaft und Sicherheitspass Classic zahlst du beim ARBÖ insgesamt 181,80 € pro Jahr.

Die ÖAMTC-Mitgliedschaft mit Schutzbrief kostet 2026 für Autofahrer*innen 170,00 € pro Jahr: 106,10 € für die Mitgliedschaft und 63,90 € für den Schutzbrief. Für Motorradfahrer*innen sind es 123,00 € (59,10 € plus 63,90 €), ebenso für 20- bis 23-Jährige mit Auto-Mitgliedschaft. Ohne eigenes Fahrzeug kostet die Touring-Mitgliedschaft mit Touring-Schutzbrief 64,70 € (24,00 € plus 40,70 €). Ein großer Vorteil: Der Schutzbrief schützt automatisch auch Partner*innen im gemeinsamen Haushalt und Kinder bis zum Ende des Jahres, in dem sie 19 werden, mit allen persönlichen Leistungen. Wer ab 1. Juni beitritt, zahlt nur den halben Mitgliedsbeitrag, der Schutzbrief kostet aber auch dann die vollen 63,90 €. Zum Vergleich: Beim ARBÖ kostet die Auto-Mitgliedschaft mit Sicherheitspass Classic 181,80 € pro Jahr (117,30 € plus 64,50 €), mit Sicherheitspass Gold 223,00 €. Ohne Schutzbrief kostet die ÖAMTC-Mitgliedschaft 106,10 €.

Der ÖAMTC-Schutzbrief leistet vor allem im Ausland und nach Unfällen. Er übernimmt Arzt-, Spitals-, Transport- und Medikamentenkosten im Ausland bis 75.000 € pro Person und organisiert die Krankenrückholung nach Österreich, wenn nötig per Ambulanzjet. Hubschrauber-, Berg- und Pistenrettung zahlt er bis 10.000 €: im Ausland nach Unfall oder Krankheit, in Österreich nach Freizeit-Alpinunfällen, also etwa beim Skifahren oder Wandern. Fahrzeugbezogen übernimmt er das Abschleppen nach Panne oder Unfall in eine Werkstatt deiner Wahl bis 330 € sowie die Rückholung des Fahrzeugs durch einen ÖAMTC-Fahrer, wenn du selbst nicht mehr fahren kannst. Dazu kommen Krankenbesuch durch eine nahestehende Person bei mehr als sieben Tagen Spitalsaufenthalt, Unterkunftskosten und die Rückholung von Kindern. Geschützt sind das Mitglied, Partner*innen und Kinder bis 19, auch wenn sie getrennt reisen. Der Schutz gilt in Europa, im Mittelmeerraum sowie auf den Kanaren, Azoren und Madeira und beginnt am Tag nach der Bezahlung.

Der ÖAMTC-Schutzbrief lohnt sich vor allem für Familien und alle, die regelmäßig mit dem eigenen Auto in Europa unterwegs sind. Für 63,90 € pro Jahr sind Mitglied, Partner*in und Kinder bis 19 geschützt, und schon ein einziger Einsatz kann den Jahresbeitrag übersteigen: Abschleppen nach einem Unfall übernimmt der Schutzbrief bis 330 €, eine Hubschrauberbergung nach einem Ski- oder Bergunfall bis 10.000 €, auch in Österreich. Weniger sinnvoll ist er, wenn du die Leistungen schon anderweitig hast. Eine Reiseversicherung deckt Behandlungskosten und Rücktransport meist mit deutlich höheren Summen ab, oft bis 1 Mio. € oder unbegrenzt und weltweit. Und ein Assistance-Baustein in der KFZ-Versicherung übernimmt häufig Abschleppen und Fahrzeugrückholung. Wer beides hat, zahlt mit dem Schutzbrief teilweise doppelt. Wer dagegen keine Reiseversicherung hat, sollte den Schutzbrief nicht als Ersatz sehen: Storno- und Reiseabbruchschutz fehlen, und außerhalb Europas gilt er nur mit dem kostenpflichtigen Weltreise-Krankenschutz.

ÖAMTC-Schutzbrief und ARBÖ-Sicherheitspass Classic sind sich sehr ähnlich. Beide kosten rund 64 € pro Jahr (63,90 € bzw. 64,50 €), decken Spitalskosten im Ausland bis 75.000 €, Hubschrauberrettung bis 10.000 € und Abschleppen bis 330 € und schützen neben dem Mitglied auch Partner*in und Kinder bis 19. Die Unterschiede liegen im Detail. Der ARBÖ bietet zusätzlich die Variante Gold um 105,70 € mit doppelten Summen, etwa Spitalskosten bis 150.000 €, und Schutz für die Fahrzeuge der ganzen Familie und Kinder bis 26. Der ÖAMTC lässt sich stattdessen mit dem Weltreise-Krankenschutz um 102,60 € auf die ganze Welt erweitern, mit Heilkosten bis 412.000 € pro Reise. Für Mitglieder ohne Auto gibt es beim ÖAMTC den Touring-Schutzbrief um 40,70 €, beim ARBÖ den Freizeit-Sicherheitspass um 33,20 €.

Ja, die Pannenhilfe der ÖAMTC-Mitgliedschaft ist an dich als Person gebunden, nicht an ein bestimmtes Auto. Der ÖAMTC hilft laut eigenen Angaben unabhängig davon, mit welchem Fahrzeug bis 3,5 Tonnen du unterwegs bist, also auch im Auto von Freund*innen, Eltern oder im Firmenwagen. Den Pannennotruf erreichst du rund um die Uhr unter 120. Beim Schutzbrief ist es enger geregelt: Seine Fahrzeugleistungen gelten für Autos, die auf dich oder deine Partnerin bzw. deinen Partner zugelassen sind, inklusive Leasing- und Langzeitmietfahrzeugen ab drei Monaten. Geliehene Autos sind geschützt, wenn die Besitzerin oder der Besitzer einverstanden ist. Ausgenommen sind gewerbliche Mietwagen und Fahrzeuge mit Kurzzeitkennzeichen. Die persönlichen Leistungen des Schutzbriefs wie Krankenrückholung oder Spitalskosten im Ausland hängen dagegen gar nicht vom Fahrzeug ab. Beim ARBÖ-Sicherheitspass sind alle Fahrzeuge geschützt, die auf den/die Inhaber*in zugelassen sind oder von ihm ständig genutzt werden.

ÖAMTC steht für “Österreichischer Automobil-, Motorrad- und Touring Club”. Der Club entstand am 17. Dezember 1946 aus dem Zusammenschluss des Österreichischen Touring-Clubs, gegründet 1896, und des Österreichischen Automobilclubs, gegründet 1898. Mit rund 2,6 Millionen Mitgliedern ist er der mit Abstand größte Mobilitätsclub Österreichs, bekannt vor allem für seine Pannenhilfe unter der Notrufnummer 120 und die Christophorus-Notarzthubschrauber. ARBÖ steht für “Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs”. Er wurde am 30. April 1899 als Verband der Arbeiter-Radfahrvereine Österreichs gegründet, daher stammt auch das Kürzel, das ursprünglich für “Arbeiter-Radfahrer-Bund Österreichs” stand. Heute hat der ARBÖ rund 420.000 Mitglieder, betreibt rund 90 Prüfzentren und ist über den Pannennotruf 123 erreichbar. Beide Clubs bieten ihren Mitgliedern ähnliche Leistungen: Pannenhilfe, Pickerl-Begutachtung, Rechtsberatung sowie mit Schutzbrief bzw. Sicherheitspass einen Auslandsschutz gegen Aufpreis. Welcher der beiden Clubs besser zu dir passt, hängt vor allem von Fahrzeug, Alter und Familiensituation ab.

Sophia ist deine digitale Versicherungsmaklerin

Sophia und ihr Team begleiten dich durch alles rund um deine Versicherungen – digital und mit Herz 💛

Du bekommst:

  • Unabhängige Vorschläge passend zu deiner Situation
  • Volle Übersicht über deine Versicherungen
  • Unterstützung bei Fragen und im Schadensfall
Jetzt kostenlos registrieren
Screenshot der Versicherungs-App Sophia Screenshot der Versicherungs-App Sophia

Über Sophia (AIHPOS GmbH)

Sophia (AIHPOS GmbH) ist ein unabhängiger Versicherungsmakler (gem. § 94 Z 76 GewO 1994, GISA-Nr. 32225518; gewerberechtlicher Geschäftsführer: Karl Haas). Sophia vermittelt Tarife von über 33 österreichischen Versicherern. Wir sind an keinem Versicherungsunternehmen beteiligt – und umgekehrt. Sophia finanziert sich durch Vermittlungsprovisionen, die von den Versicherern bezahlt werden und bereits in der Versicherungsprämie enthalten sind.

Aufsichtsbehörde: Magistrat Graz und gem. ECG Finanzmarktaufsicht (FMA)

Bekannt aus: Die Presse, Kleine Zeitung, Trending Topics

Themen:

Versicherungen:

Entdecke mehr zum Thema Auto

Mehr zum Thema Auto

Du hast Fragen?
Schreib uns.

Wir freuen uns über deine Nachricht.