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Privathaftpflichtversicherung in Österreich: Kosten, Leistungen & Vergleich

15 min • Aktualisiert: 05.06.2026

Verfasst von Sebastian Peischl • Fachlich geprüft von Karl Haas (Gewerberechtlicher Geschäftsführer & Versicherungsmakler)

Unabhängige Versicherungsmaklerin gem. § 94 Z 76 GewO 1994 • GISA-Nr. 32225518 • ⭐4,9/5 (225+ Bewertungen) • 6.500+ Nutzer*innen

Eine Frau mit einem roten Regenschirm steht in einem Feld voller gelber Blumen. Ein Symbolbild für die Privathaftpflichtversicherung in Österreich.

Die Privathaftpflichtversicherung schützt dich vor den finanziellen Folgen, wenn du anderen im Alltag unbeabsichtigt einen Schaden zufügst. In Österreich ist sie meist bereits in der Haushalts- oder Eigenheimversicherung inkludiert. Wer nicht abgesichert ist, haftet laut ABGB mit dem gesamten Vermögen, ohne Obergrenze. Hier erfährst du, was die Privathaftpflichtversicherung in Österreich kostet, was sie leistet und ob du sie extra brauchst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Privathaftpflichtversicherung schützt dich vor hohen Kosten, wenn du anderen Personen im Alltag unabsichtlich einen Schaden zufügst.
  • In Österreich ist sie meist bereits in der Haushalts- oder Eigenheimversicherung inkludiert, sonst bekommst du sie ab etwa 40 € pro Jahr.
  • Auch wenn sie nicht verpflichtend ist, solltest du sie unbedingt abschließen, da sie dich vor existenzbedrohenden finanziellen Folgen bewahrt.

Was ist eine Privathaftpflichtversicherung?

Eine Privathaftpflichtversicherung (oft auch allgemeine Haftpflichtversicherung genannt) schützt dich vor den finanziellen Folgen, wenn du jemandem unbeabsichtigt einen Schaden zufügst. In Österreich ist sie zwar keine Pflicht, gilt aber als eine der wichtigsten freiwilligen Absicherungen, denn laut ABGB haftest du für selbst verursachte Schäden mit deinem gesamten Vermögen, ohne Obergrenze.

Sie ist eine freiwillige, aber extrem wichtige Absicherung für deinen Alltag und übernimmt Kosten, wenn du rechtlich für einen Schaden verantwortlich bist, den du unbeabsichtigt verursacht hast. Das umfasst Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die schnell Zehntausende oder sogar eine Million Euro übersteigen können.

Typische Beispiele sind ein kaputter Laptop bei Freunden, ein Radfahrunfall mit verletzter Person oder geliehene Dinge, die versehentlich beschädigt wurden. Neben der eigentlichen Schadenssumme übernimmt die Versicherung auch Anwalts- oder Gerichtskosten und schützt dich damit vor finanziellen Folgen, die ohne Versicherung existenzbedrohend sein können.

Übersicht der Leistungen

Damit du ein Gefühl dafür bekommst, wofür eine Privathaftpflichtversicherung grundsätzlich gedacht ist, findest du hier die wichtigsten Punkte in Kurzform:

  • Schutz bei Sachschäden
  • Schutz bei Personenschäden
  • Absicherung bei Vermögensschäden, die durch einen Personen- oder Sachschaden entstehen
  • Übernahme von rechtlichen Kosten zur Abwehr oder Durchsetzung von Ansprüchen
  • Schutz vor finanziellen Belastungen, die dich ohne Versicherung in existenzielle Schwierigkeiten bringen könnten

Haftpflicht und Privathaftpflicht: Wo liegt der Unterschied?

Der Begriff Haftpflicht beschreibt allgemein die rechtliche Verantwortung für Schäden, die du anderen zufügst. Haftpflichtversicherungen sind eine ganze Gruppe von Versicherungen. Dazu gehören etwa die KFZ-Haftpflichtversicherung, die Hundehaftpflichtversicherung, die Drohnenhaftpflichtversicherung oder verschiedene Berufshaftpflichtversicherungen.

Die Privathaftpflichtversicherung ist eine Unterkategorie dieser Gruppe und gleichzeitig die bekannteste. Sie schützt dich im privaten Alltag bei typischen Missgeschicken und verhindert, dass aus einem unabsichtlichen Fehler eine enorme finanzielle Belastung wird. Genau deshalb zählt sie zu den wichtigsten Versicherungen, die du haben kannst.

Ist die private Haftpflichtversicherung in Österreich Pflicht?

Kurz gesagt: Nein, die private Haftpflichtversicherung ist in Österreich keine Pflicht. Trotzdem gehört sie zu den wichtigsten Absicherungen, weil sie dich vor Kosten schützt, die im schlimmsten Fall existenzbedrohend sein können.

Es gibt nur wenige Bereiche, in denen eine Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben ist. Dazu gehören zum Beispiel die KFZ-Haftpflichtversicherung, sobald du ein Auto besitzt, oder eine Hundehaftpflichtversicherung in einigen Bundesländern.

Für den privaten Alltag gibt es allerdings keine Verpflichtung. Trotzdem empfehlen wir sie jedem dringend, weil sie Schäden abdeckt, die schnell teuer oder existenzbedrohend werden können, selbst wenn es nur ein kleines Missgeschick war.

Warum eine Privathaftpflichtversicherung trotzdem sinnvoll ist

Auch wenn du sie nicht zwingend abschließen musst, macht sie enorm viel Sinn. Die Privathaftpflichtversicherung schützt dich sowohl bei kleinen Zwischenfällen als auch bei großen, finanziell belastenden Schäden.

ℹ️ Beispiel für einen kleinen Schaden: Du stößt beim Treffen mit Freunden versehentlich das Handy deines Freundes vom Tisch und es ist kaputt. Das kann schon ein paar hundert Euro kosten.

ℹ️ Beispiel für einen existenzbedrohenden Schaden: Du verursachst beim Radfahren einen Unfall, bei dem eine Person verletzt wird. Plötzlich geht es um Spitalskosten, Reha, Verdienstausfall oder Schmerzensgeld. Diese Summen können schnell in die Hunderttausende gehen.

Viele Versicherungen hängen stark von deiner Lebenssituation ab. Die Privathaftpflichtversicherung ist hier eine große Ausnahme. Sie kostet nicht viel, bietet aber enorm viel Sicherheit. Denn du haftest in unbegrenzter Höhe, egal ob ein Schaden aus Versehen, durch Fahrlässigkeit oder im Alltag passiert. Beispiele dafür gibt es viele:

  • Du verursachst als Fußgänger*in, Radfahrer*in oder beim Schifahren einen Unfall.
  • Eine Besucherin rutscht bei dir zuhause aus und verletzt sich.
  • Du schrammst mit einer Bierkiste unbeabsichtigt den teuren Wagen deiner Nachbarin an.

In all diesen Situationen musst du den Sachschaden und gegebenenfalls auch Behandlungskosten oder Reha bezahlen. Und das kann richtig teuer werden.

Wer zahlt eigentlich, wenn ich keine Privathaftpflichtversicherung habe?

In Österreich gilt das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch (ABGB). Es regelt, dass jede Person für selbst verursachte Schäden haftet, und zwar mit dem gesamten Vermögen. Wenn du also jemanden verletzt oder fremdes Eigentum beschädigst, musst du den Schaden ersetzen und finanziell dafür einstehen.

Dabei gibt es keine Obergrenze. Weder bei der Höhe noch bei der Dauer der Zahlungen. Im schlimmsten Fall können Schadenersatzforderungen lebenslang anhalten.

Was deckt die Privathaftpflichtversicherung ab?

Die Privathaftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die du anderen Menschen versehentlich zufügst. Dazu gehören Sach-, Personen- und Vermögensschäden und auch eine rechtliche Unterstützung für die Abwehr von unberechtigten Ansprüchen.

Zu den zentralen Leistungen gehören:

  • Ersatz von berechtigten Schadenersatzansprüchen
  • Prüfung, ob du überhaupt für einen Schaden haften musst und in welcher Höhe
  • Abwehr unberechtigter Ansprüche inklusive Kostenübernahme für Anwälte oder Gerichtsverfahren

Was ist versichert?

Hier findest du die typischen Schadensarten, die eine Privathaftpflichtversicherung abdeckt 👇

Sachschäden

Ein Sachschaden bedeutet, dass du fremdes Eigentum beschädigst. Dazu gehören auch Schäden an geliehenen Gegenständen und Schäden an Sachen Dritter, die du verwendest.

ℹ️ Ein Beispiel: Maria besucht ihre Freundin und stößt aus Versehen einen teuren Laptop vom Tisch. Der Laptop ist kaputt. Ohne Versicherung müsste Maria den gesamten Schaden selbst bezahlen.

Personenschäden

Ein Personenschaden liegt vor, wenn eine andere Person verletzt wird. Die Versicherung übernimmt die Kosten von Arzt und Spital, Rehabilitationsmaßnahmen, Schmerzensgeld und Verdienstausfall der verletzten Person.

ℹ️ Ein Beispiel: Frank stürzt beim Snowboarden und prallt gegen eine Schifahrerin. Sie verletzt sich am Bein. Frank muss für medizinische Kosten, Schmerzensgeld und mögliche Reha zahlen. Seine Privathaftpflichtversicherung übernimmt die Kosten.

Vermögensschäden

Vermögensschäden entstehen, wenn ein Sach- oder Personenschaden dazu führt, dass jemand zusätzlich finanziellen Verlust erleidet.

ℹ️ Ein Beispiel: Bei einer Dinner-Party verschüttet Jürgen unabsichtlich Kaffee über Julias Arbeitslaptop. Julia arbeitet selbständig als Grafikerin. Der Laptop muss ersetzt werden und sie verliert einen Auftrag. Die Haftpflichtversicherung übernimmt sowohl den Sachschaden als auch den Verdienstausfall.

Schäden bei Verwandten

Das sind Schäden, die jemand aus deinem Haushalt bei direkten Verwandten verursacht. Viele, aber nicht alle Versicherer decken solche Schäden. Es lohnt sich daher, die Bedingungen genau zu prüfen.

ℹ️ Ein Beispiel: Dein Kind ist bei den Großeltern zu Besuch und beschädigt dort aus Versehen etwas Wertvolles.

Schäden bei Tätigkeit an fremden Sachen

Tätigkeitsschäden sind Schäden, die du bei der Benützung oder beim Transport von fremden Sachen verursachst. Viele Privathaftpflichtversicherungen bieten hierfür eine Zusatzdeckung, aber nicht alle. Ein Blick in den Vertrag ist wichtig.

ℹ️ Ein Beispiel: Du bedienst ein technisches Gerät im Haus von Freunden und beschädigst es dabei.

Was die Privathaftpflichtversicherung nicht deckt

Damit du weißt, wo die Grenzen liegen, hier typische Ausschlüsse:

  • Vorsätzlich verursachte Schäden (= absichtlich herbeigeführte Schäden)
  • Schäden durch Alkohol oder Drogenkonsum
  • Schäden durch die Benützung eines Kraftfahrzeugs
  • Schäden als Grundstückseigentümer oder Bauherr
  • Berufliche Haftpflichtfälle
  • Schäden durch Hunde oder Pferde
  • Schäden an Familienmitgliedern oder Personen im gleichen Haushalt (Ausnahme bei manchen Versicherern: Schäden durch Kinder an Familienangehörigen, die nicht im gleichen Haushalt leben)
  • Schäden durch Kinder, die nicht schuldfähig sind (gibt es keine gesetzliche Haftung, kann die Versicherung auch nicht leisten)
  • Tätigkeitsschäden sofern nicht ausdrücklich gedeckt

Ist die Privathaftpflicht in der Haushaltsversicherung inkludiert?

In Österreich ist die Privathaftpflichtversicherung automatisch in jeder Eigenheim- und Haushaltsversicherung inkludiert. Versichert sind aber nur Personen, die im Vertrag aufscheinen oder automatisch mitversichert sind, etwa Partner*innen und minderjährige Kinder. Wer nicht im Vertrag steht, etwa WG-Mitbewohner*innen oder volljährige Kinder mit eigenem Einkommen, braucht eine eigene Absicherung.

Wer ist über die Haushaltsversicherung mitversichert?

Über die Haushaltsversicherung sind nur jene Personen versichert, die in diesem Haushalt in sogenannter “häuslicher Gemeinschaft” zusammen wohnen. Der Schutz beschränkt sich auf die Versicherungsnehmer*innen (Person, die den Vertrag abgeschlossen hat), die*den Partner*in und minderjährige Kinder (egal ob von dir oder deiner*m Partner*in). Weitere Personen, die ebenfalls im selben Haushalt wohnen, müssen gegen einen Aufpreis explizit vertraglich eingeschlossen werden.

Typischerweise sind folgende Personen automatisch versichert:

  • Die Person, die die Haushaltsversicherung abgeschlossen hat
  • Der Partner oder die Partnerin
  • Minderjährige Kinder, egal ob eigene oder die des Partners
  • Volljährige Kinder unter 25 Jahren, solange sie im Haushalt leben und kein eigenes Einkommen haben

Weitere Personen im Haushalt müssen extra im Vertrag eingetragen werden, meistens gegen einen kleinen Aufpreis.

✅ Versichert bist du zum Beispiel wenn:

  • Du selbst eine Haushaltsversicherung für deine Wohnung abgeschlossen hast
  • Du zu deiner Partnerin oder deinem Partner gezogen bist und sie/er eine Haushaltsversicherung abgeschlossen hat
  • Du bei deinen Eltern wohnst, unter 25 Jahre alt bist und über kein eigenes Einkommen verfügst
  • Du in einer WG wohnst und namentlich im Versicherungsvertrag inkludiert bist

❌ Nicht versichert bist du zum Beispiel wenn:

  • Die Haushaltsversicherung auf deine Eltern läuft, du aber bereits volljährig bist und eigenes Einkommen hast
  • Du bei deinen Eltern wohnst, aber über 25 bist
  • Du komplett auf eine Haushaltsversicherung verzichtest, weil deine Einrichtung günstig ist
  • Du in einer WG wohnst, aber nicht im Vertrag namentlich erwähnt wirst

Bin ich in einer WG haftpflichtversichert?

In einer Wohngemeinschaft bist du nicht automatisch über die Haushaltsversicherung deiner Mitbewohner*innen haftpflichtversichert. Entscheidend ist, ob du namentlich im Versicherungsvertrag eingetragen bist.

Wenn die Haushaltsversicherung auf eine andere Person läuft, brauchst du entweder einen expliziten Einschluss in diesen Vertrag (meist gegen einen kleinen Aufpreis) oder eine eigene Privathaftpflichtversicherung. Letztere bekommst du bereits ab etwa 40 € pro Jahr.

Was kostet eine Privathaftpflichtversicherung in Österreich?

Du bekommst eine private Haftpflichtversicherung bereits ab etwa 40 € pro Jahr bei einer Versicherungssumme von rund 3 Mio. €. Das ist unglaublich günstig, wenn man bedenkt, dass Personenschäden schnell in die Hunderttausende gehen können. Falls du nicht schon über deine Haushaltsversicherung abgesichert bist, solltest du unbedingt eine eigene Privathaftpflichtversicherung abschließen.

Wovon hängen die Kosten ab?

Die Höhe der Prämie ist vor allem von zwei Faktoren abhängig:

  1. Höhe der Versicherungssumme: Je höher die Deckungssumme, desto höher fällt der Beitrag aus. Unsere Empfehlung: mind. 3 Mio. €. Große Schäden, vor allem bei Personenschäden, können schnell sehr kostspielig sein.
  2. Örtlicher Geltungsbereich: Auch der Geltungsbereich beeinflusst den Preis. Typische Varianten sind: Schutz nur in Österreich, Schutz in ganz Europa oder weltweiter Versicherungsschutz. Wir empfehlen dir, eine Versicherung mit weltweiter Deckung zu wählen. Damit bist du auch auf Reisen oder im Ausland optimal geschützt.

Privathaftpflichtversicherung Vergleich & Abschluss: So funktioniert’s

Um Privathaftpflichtversicherungen in Österreich zu vergleichen, solltest du zuerst prüfen, ob du bereits über deine Haushaltsversicherung abgesichert bist. Falls nicht, vergleichst du Angebote anhand von Deckungssumme und örtlichem Geltungsbereich. Unsere Empfehlung sind mindestens 3 Mio. € Versicherungssumme mit weltweiter Deckung.

Hier findest du eine kompakte Anleitung, wie du die richtige Versicherung findest und abschließt 👀

1. Prüfen, ob du überhaupt eine eigene Privathaftpflichtversicherung brauchst

Bevor du loslegst, solltest du klären, ob du vielleicht ohnehin schon abgesichert bist.

  • Über deine Haushaltsversicherung: In Österreich ist eine Privathaftpflichtversicherung in jeder Haushaltsversicherung automatisch enthalten. Wenn du also eine Haushalts- oder Eigenheimversicherung hast, bist du meist bereits geschützt.
  • Falls du gerade eine Haushaltsversicherung suchst: Dann schließe zuerst diese ab, denn sie beinhaltet den Haftpflichtschutz bereits.

Du brauchst eine separate Privathaftpflichtversicherung nur dann, wenn:

  • Du über keine Haushalts- oder Eigenheimversicherung abgesichert bist,
  • die Versicherungssumme deiner inkludierten Haftpflicht zu niedrig ist oder
  • der Geltungsbereich deiner bestehenden Deckung nicht ausreicht, zum Beispiel wenn du weltweiten Schutz brauchst.

2. Angebote vergleichen

Du kannst Angebote auf mehreren Wegen einholen:

Je mehr Angebote du vergleichst, desto besser findest du ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

3. Auf diese Punkte solltest du beim Vergleich achten

  • Versicherungssumme: Achte darauf, dass die Deckungssumme hoch genug ist. Unsere Empfehlung: mind. 3 Mio. €. Die Versicherung zahlt nur bis zu dieser vereinbarten Summe. Bei großen Personenschäden kann es teuer werden, daher lieber großzügig wählen.
  • Örtlicher Geltungsbereich: Überlege dir, wo du Schutz brauchst: nur Österreich, europaweit oder weltweit. Wenn du außerhalb Europas reist, solltest du unbedingt einen Tarif mit weltweitem Schutz haben.
  • Details in den Versicherungsbedingungen: Jeder Versicherer hat eigene Regeln. Achte besonders auf:
    • Wie lange Kinder mitversichert sind
    • Wie Tätigkeitsschäden behandelt werden
    • Wie Schäden bei Verwandten behandelt werden

4. Antrag ausfüllen und abschicken

Wenn du dich für ein Angebot entschieden hast, füllst du den Antrag aus und leitest ihn an die Versicherung weiter. Das geht meist online oder über deine Maklerin.

5. Polizze erhalten und versichert sein

Die Versicherung prüft deinen Antrag und stellt danach die Polizze aus. Sobald du die Polizze in den Händen hältst oder digital erhältst, bist du versichert. Und damit ist alles erledigt.

Unser Fazit zur Privathaftpflichtversicherung

Die Privathaftpflichtversicherung gehört zu den wichtigsten Absicherungen in Österreich, auch wenn sie nicht verpflichtend ist. Sie schützt dich zuverlässig vor Schäden, die du anderen im Alltag unbeabsichtigt zufügst und die im schlimmsten Fall existenzbedrohend teuer werden können.

Oft bist du ohnehin schon über deine Haushalts- oder Eigenheimversicherung abgesichert. Wenn das der Fall ist, super. Wenn nicht, dann solltest du unbedingt eine eigene Privathaftpflichtversicherung abschließen. Sie kostet wenig, bietet aber enorm viel Sicherheit und übernimmt Schäden, die dein Leben sonst massiv beeinflussen könnten.

Kurz gesagt: Die Privathaftpflichtversicherung schützt dich vor den finanziellen Folgen der täglichen Risiken. Bitte tu dir selbst den Gefallen und kümmere dich um diesen Schutz, falls du ihn noch nicht hast. Es ist eine der sinnvollsten Entscheidungen, die du treffen kannst.

FAQ zur privaten Haftpflichtversicherung

Haftpflicht bezeichnet allgemein die rechtliche Verantwortung für Schäden, die du anderen zufügst, und umfasst viele verschiedene Versicherungsarten, etwa die KFZ-Haftpflicht-, Hundehaftpflicht- oder Berufshaftpflichtversicherung. Die Privathaftpflichtversicherung ist eine spezielle Form davon, die dich im privaten Alltag absichert. Sie gilt für typische Missgeschicke, die schnell teuer werden können.

Sie übernimmt Kosten für Sach-, Personen- und Vermögensschäden, die du anderen unbeabsichtigt zufügst. Außerdem schützt sie dich vor unberechtigten Forderungen und übernimmt dafür notwendige Anwalts- oder Gerichtskosten. Damit verhindert sie, dass du für teure Schäden selbst aufkommen musst.

Die Privathaftpflichtversicherung zahlt nicht bei vorsätzlich verursachten Schäden, Schäden durch Alkohol- oder Drogenkonsum sowie Schäden durch die Benützung eines Kraftfahrzeugs. Ebenfalls ausgeschlossen sind berufliche Haftpflichtfälle, Schäden durch Hunde oder Pferde sowie Schäden an Personen im gleichen Haushalt. Tätigkeitsschäden und Schäden bei Verwandten sind nur gedeckt, wenn das im Vertrag ausdrücklich vereinbart ist.

Ja, sie gehört zu den wichtigsten freiwilligen Absicherungen, da du bei Schäden laut ABGB mit deinem gesamten Vermögen haftest (ohne Obergrenze). Schon kleine Missgeschicke können teuer werden, große Personenschäden sogar existenzbedrohend. Für wenig Geld bekommst du einen sehr umfassenden Schutz.

Ja, in Österreich ist die Privathaftpflichtversicherung standardmäßig in jeder Haushalts- oder Eigenheimversicherung enthalten. Versichert sind aber nur Personen, die im Vertrag aufscheinen oder automatisch mitversichert sind. Es lohnt sich daher, die Polizze zu prüfen.

Eine spezielle Studenten-Haftpflichtversicherung gibt es in der Regel nicht. Studierende sind über die ÖH automatisch haftpflichtversichert, allerdings nur für Schäden im Rahmen des Studiums. Für private Schäden brauchst du eine eigene Absicherung, entweder über deine Haushaltsversicherung oder eine eigenständige Privathaftpflichtversicherung.

In einer Wohngemeinschaft bist du nicht automatisch über die Haushaltsversicherung deiner Mitbewohner*innen haftpflichtversichert. Entscheidend ist, ob du namentlich im Versicherungsvertrag eingetragen bist. Falls nicht, brauchst du entweder einen expliziten Einschluss in diesen Vertrag oder eine eigene Privathaftpflichtversicherung.

Wir empfehlen eine Deckungssumme von mindestens 3 Mio. €, da vor allem Personenschäden sehr schnell sehr teuer werden können. Viele günstige Tarife bieten diese Summe bereits ab etwa 40 € pro Jahr.

Übersteigt ein Schaden die vereinbarte Deckungssumme, musst du den übersteigenden Betrag komplett selbst tragen. Genau deshalb empfehlen wir eine Deckungssumme von mindestens 3 Mio. €, da insbesondere Personenschäden mit Reha, Verdienstausfall und Schmerzensgeld schnell in diese Größenordnung kommen können.

Eine eigene Privathaftpflichtversicherung bekommst du in Österreich bereits ab etwa 40 € pro Jahr. Der Preis hängt vor allem von der Deckungssumme und dem geografischen Geltungsbereich ab. Eine hohe Versicherungssumme lohnt sich, weil vor allem Personenschäden schnell teuer werden können.

Das hängt vom gewählten Tarif ab. Viele Versicherungen bieten europaweiten oder weltweiten Schutz, allerdings nicht automatisch. Wir empfehlen einen Tarif mit weltweiter Deckung, so bist du auch auf Reisen außerhalb Europas abgesichert.

Ohne Versicherung musst du selbst für jeden verursachten Schaden aufkommen, egal wie hoch er ist. In Österreich haftest du laut ABGB mit deinem gesamten Vermögen, ohne Obergrenze. Große Schadenssummen können dabei existenzbedrohend sein.

Die Privathaftpflichtversicherung zahlt für Schäden, die schuldfähige Kinder verursachen und die vertraglich mitversichert sind. Bei nicht schuldfähigen Kindern besteht keine gesetzliche Haftung, weshalb die Versicherung in diesen Fällen meist nicht leisten kann. Es lohnt sich, die genauen Bedingungen im Vertrag zu prüfen.

Du kannst deine Privathaftpflichtversicherung meist zum Ende der Vertragslaufzeit mit einer Frist von einem bis drei Monaten kündigen. Außerordentliche Kündigungen sind zum Beispiel nach dem Konsumentenschutzgesetz nach drei Jahren oder nach einem Schadensfall möglich. Die Kündigung muss immer schriftlich erfolgen.

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