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Privathaftpflichtversicherung in Österreich: Kosten, Leistungen & Vergleich

19 min • Aktualisiert: 23.09.2026

Verfasst von Sebastian Peischl (Mitgründer) • Fachlich geprüft von Karl Haas (Mitgründer, Gewerberechtlicher Geschäftsführer & Versicherungsmakler)

Unabhängiger Versicherungsmakler gem. § 94 Z 76 GewO 1994 • GISA-Nr. 32225518 • ⭐4,9/5 (237+ Bewertungen) • 7.000+ Nutzer*innen

Eine Frau mit einem roten Regenschirm steht in einem Feld voller gelber Blumen. Ein Symbolbild für die Privathaftpflichtversicherung in Österreich.

Die Privathaftpflichtversicherung zahlt, wenn jemand im privaten Alltag einer anderen Person unabsichtlich einen Schaden zufügt, und wehrt unberechtigte Forderungen ab. In Österreich ist sie in jeder Haushalts- und Eigenheimversicherung enthalten. Separat kostet sie ab 23 € pro Jahr, mit 3 Mio. € Versicherungssumme und weltweiter Geltung ab 42 €. Ohne Versicherung haftet man laut ABGB mit dem gesamten Vermögen, ohne Obergrenze. Hier erfährst du, was sie leistet, was sie kostet und ob du sie extra brauchst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Privathaftpflichtversicherung zahlt, wenn du anderen im Alltag unabsichtlich einen Personen- oder Sachschaden zufügst, und wehrt unberechtigte Forderungen ab.
  • In Österreich ist sie in jeder Haushalts- und Eigenheimversicherung enthalten. Geschützt bist du aber nur, wenn du im Vertrag mitversichert bist.
  • Eine eigene Privathaftpflicht kostet ab 23 € pro Jahr. Unsere Empfehlung mit 3 Mio. € und weltweiter Geltung gibt es ab 42 €.
  • Sie ist keine Pflicht, aber ohne Versicherung haftest du mit deinem gesamten Vermögen, ohne Obergrenze.

🤝 Hinweis zur Unabhängigkeit & Datengrundlage: Wir sind unabhängige Versicherungsmakler und erhalten eine Provision, wenn du über uns einen Vertrag abschließt – diese ist bereits in der Prämie enthalten und verursacht keine Zusatzkosten für dich. Wir sind an keine Versicherung gebunden oder finanziell mit ihr verflochten. Alle Kosten- und Anbieterangaben in diesem Artikel basieren auf einem Vergleich der 10 Anbieter, die in Österreich aktiv Privathaftpflichtversicherungen anbieten (von insgesamt 33 Schadenversicherern laut VVO-Jahresbericht 2025; Stand September 2026).

Was ist eine Privathaftpflichtversicherung?

Eine Privathaftpflichtversicherung ist eine freiwillige Versicherung, die zahlt, wenn eine Person im privaten Alltag einem Dritten unabsichtlich einen Schaden zufügt und dafür haftet. Rechtlich ist sie eine Haftpflichtversicherung nach § 149 VersVG: Der Versicherer ersetzt, was die versicherte Person einem Dritten aufgrund ihrer Verantwortlichkeit leisten muss. Gedeckt sind Personen- und Sachschäden samt finanziellen Folgeschäden. Außerdem prüft die Versicherung, ob überhaupt eine Haftung besteht, und wehrt unberechtigte Forderungen ab, inklusive Anwalts- und Gerichtskosten (§ 150 VersVG).

Typische Fälle sind ein kaputter Laptop bei Freunden, ein Radunfall mit einer verletzten Person oder ein Wasserschaden, der aus deiner Wohnung in die Nachbarwohnung durchsickert.

Haftpflichtversicherung und Privathaftpflicht: Was ist der Unterschied?

Der Begriff Haftpflicht beschreibt allgemein die rechtliche Verantwortung für Schäden, die du anderen zufügst. Haftpflichtversicherungen sind eine ganze Gruppe von Versicherungen. Dazu gehören etwa die KFZ-Haftpflichtversicherung, die Hundehaftpflichtversicherung, die Drohnenhaftpflichtversicherung oder verschiedene Berufshaftpflichtversicherungen.

Die Privathaftpflichtversicherung ist die bekannteste Unterkategorie dieser Gruppe. Sie schützt dich bei Missgeschicken im privaten Alltag, also nicht als Lenker*in eines Kraftfahrzeugs, nicht als Hundehalter*in und nicht im Beruf. Dafür gibt es jeweils eigene Haftpflichtversicherungen.

Was kostet eine Privathaftpflichtversicherung in Österreich? Preise im Vergleich

Eine Privathaftpflichtversicherung kostet in Österreich ab 23 € pro Jahr. Die von uns empfohlene Variante mit 3 Mio. € Versicherungssumme, weltweiter Geltung sowie Schutz bei Schäden an Verwandten und Tätigkeitsschäden gibt es ab 42 € pro Jahr. Das zeigt unser Vergleich von 10 Anbietern (inkl. Versicherungssteuer, Stand September 2026). Den Preis bestimmt vor allem der Leistungsumfang, weniger die Versicherungssumme:

Günstigster Tarif je Variante, inkl. Versicherungssteuer. Vergleich der 10 Anbieter, die in Österreich Privathaftpflichtversicherungen anbieten. Stand: September 2026.
Versicherungs­summe Örtliche Geltung Schäden bei Verwandten Tätigkeits­schäden Kosten pro Jahr
5 Mio. € Europa ❌ ❌ Ab 23 €
1,5 Mio. € Weltweit ✅ ✅ Ab 36 €
3 Mio. € Weltweit ✅ ✅ Ab 42 €
30 Mio. € Weltweit ✅ ✅ Ab 73 €

Der günstigste Tarif bietet zwar 5 Mio. €, gilt aber nur in Europa und deckt weder Schäden bei Verwandten noch Tätigkeitsschäden. Eine höhere Summe kostet dagegen vergleichsweise wenig: Von 1,5 auf 3 Mio. € steigt die Prämie um 6 €, und selbst 30 Mio. € gibt es ab 73 € im Jahr.

Was deckt die Privathaftpflichtversicherung ab – und was nicht?

Die Privathaftpflichtversicherung zahlt Personen- und Sachschäden, die Versicherte anderen im privaten Alltag unabsichtlich zufügen, samt finanziellen Folgeschäden wie Verdienstausfall. Außerdem prüft sie, ob überhaupt eine Haftung besteht, und wehrt unberechtigte Forderungen ab. Nicht versichert sind vorsätzliche und eigene Schäden, Schäden an geliehenen oder gemieteten Sachen sowie Schäden mit dem Kraftfahrzeug, im Beruf oder durch Hunde. Schäden bei Verwandten und Tätigkeitsschäden sind je nach Tarif gedeckt.

Wichtig: Die Privathaftpflicht verteidigt dich nur gegen Forderungen. Willst du selbst Schadenersatz von jemand anderem einfordern, brauchst du eine Rechtsschutzversicherung.

Welche Schäden zahlt die Privathaftpflicht?

Hier findest du die typischen Schadensarten, die eine Privathaftpflichtversicherung abdeckt 👇

Sachschäden

Ein Sachschaden bedeutet, dass du fremdes Eigentum beschädigst. Nicht dazu gehören in der Regel Schäden an Sachen, die du dir ausgeborgt oder gemietet hast, und Schäden an fremden Sachen, die du gerade benützt (Tätigkeitsschäden, siehe unten).

ℹ️ Ein Beispiel: Maria besucht ihre Freundin und stößt aus Versehen einen teuren Laptop vom Tisch. Der Laptop ist kaputt. Ohne Versicherung müsste Maria den gesamten Schaden selbst bezahlen.

Personenschäden

Ein Personenschaden liegt vor, wenn eine andere Person verletzt wird. Die Versicherung übernimmt die Kosten von Arzt und Spital, Rehabilitationsmaßnahmen, Schmerzensgeld und Verdienstausfall der verletzten Person.

ℹ️ Ein Beispiel: Frank stürzt beim Snowboarden und prallt gegen eine Schifahrerin. Sie verletzt sich am Bein. Frank muss für medizinische Kosten, Schmerzensgeld und mögliche Reha zahlen. Seine Privathaftpflichtversicherung übernimmt die Kosten.

Vermögensschäden

Vermögensschäden entstehen, wenn ein Sach- oder Personenschaden dazu führt, dass jemand zusätzlich finanziellen Verlust erleidet.

ℹ️ Ein Beispiel: Bei einer Dinner-Party verschüttet Jürgen unabsichtlich Kaffee über Julias Arbeitslaptop. Julia arbeitet selbständig als Grafikerin. Der Laptop muss ersetzt werden und sie verliert einen Auftrag. Die Haftpflichtversicherung übernimmt sowohl den Sachschaden als auch den Verdienstausfall.

Schäden bei Verwandten

Gemeint sind Schäden, die du bei Verwandten verursachst, die nicht mit dir im selben Haushalt leben, z.B. bei den Großeltern. Ob solche Schäden gedeckt sind, hängt vom Tarif ab. Das ist einer der Punkte, in denen sich Privathaftpflichtversicherungen tatsächlich unterscheiden.

ℹ️ Ein Beispiel: Dein Kind ist bei den Großeltern zu Besuch und beschädigt dort aus Versehen etwas Wertvolles.

Tätigkeitsschäden an fremden Sachen

Tätigkeitsschäden sind Schäden, die du bei der Benützung oder beim Transport von fremden Sachen verursachst. Viele Privathaftpflichtversicherungen bieten hierfür eine Zusatzdeckung, aber nicht alle. Ein Blick in den Vertrag ist wichtig.

ℹ️ Ein Beispiel: Du bedienst ein technisches Gerät im Haus von Freunden und beschädigst es dabei.

Schäden durch Kinder unter 14 Jahren

Kinder unter 14 Jahren sind grundsätzlich nicht deliktsfähig (§ 176 ABGB) und haften daher in der Regel nicht selbst. Haben die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt, können sie nach § 1309 ABGB für den Schaden haften. Diese Haftung ist in der Regel von der Privathaftpflichtversicherung gedeckt. Auch ohne Verletzung der Aufsichtspflicht kann ein Kind nach § 1310 ABGB im Einzelfall ausnahmsweise selbst haften, etwa wenn es die nötige Einsichtsfähigkeit hatte oder eine Haftung aufgrund der Vermögensverhältnisse angemessen erscheint. Da Kinder in der Privathaftpflicht üblicherweise mitversichert sind, ist auch diese Haftung in der Regel gedeckt. Manche Tarife ersetzen Schäden durch deliktsunfähige Kinder darüber hinaus auch dann, wenn rechtlich keine Schadenersatzpflicht besteht, meist bis zu einer bestimmten Höchstsumme.

Was zahlt die Privathaftpflichtversicherung nicht?

Damit du weißt, wo die Grenzen liegen, hier typische Ausschlüsse:

  • Vorsätzlich verursachte Schäden (= absichtlich herbeigeführte Schäden, § 152 VersVG)
  • Schäden in stark alkoholisiertem oder durch Drogen beeinträchtigtem Zustand: Das ist kein pauschaler Ausschluss, aber die Privathaftpflicht deckt nur die “Gefahren des täglichen Lebens”. Der OGH hat die Deckung z.B. bei einer nächtlichen Radfahrt ohne Licht mit mindestens 1,5 Promille und mehreren Verkehrsverstößen verneint (OGH 7 Ob 7/22p).
  • Schäden durch die Benützung eines Kraftfahrzeugs
  • Schäden als Bauherr*in sowie als Haus- oder Grundstückseigentümer*in. Letztere sind über die Eigenheimversicherung abgedeckt.
  • Schäden an geliehenen, gemieteten oder zur Verwahrung übernommenen Sachen
  • Berufliche Haftpflichtfälle
  • Schäden durch Hunde oder Pferde. Kleintiere wie Katzen oder Kaninchen sind meist mitversichert, für Hunde und Pferde brauchst du eine eigene Tierhalterhaftpflicht, z.B. eine Hundehaftpflichtversicherung.
  • Ansprüche von Personen, die mit dir im selben Haushalt leben oder im selben Vertrag mitversichert sind (Schäden bei Verwandten außerhalb deines Haushalts: siehe oben, je nach Tarif)
  • Tätigkeitsschäden, sofern nicht ausdrücklich gedeckt

Ist die private Haftpflichtversicherung in Österreich Pflicht?

Nein, die private Haftpflichtversicherung ist in Österreich keine Pflicht. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Haftpflichtversicherung nur in einzelnen Bereichen, etwa die KFZ-Haftpflicht für zugelassene Kraftfahrzeuge oder die Hundehaftpflicht in mehreren Bundesländern (welche genau, liest du hier). Trotzdem gilt die Privathaftpflicht als eine der wichtigsten freiwilligen Versicherungen, weil Privatpersonen nach dem ABGB für selbst verursachte Schäden ohne Obergrenze haften. In Österreich ist sie zudem in jeder Haushaltsversicherung bereits enthalten.

Warum ist eine private Haftpflichtversicherung trotzdem sinnvoll?

Du haftest für Schäden, die du anderen zufügst, ohne Obergrenze (mehr dazu unten). Schon ein kleines Missgeschick kann daher teuer werden, und ein Unfall mit Verletzten kann dich finanziell ruinieren.

ℹ️ Beispiel für einen kleinen Schaden: Du stößt beim Treffen mit Freunden versehentlich das Handy deines Freundes vom Tisch und es ist kaputt. Das kann schon ein paar hundert Euro kosten.

ℹ️ Beispiel für einen großen Personenschaden: Du verursachst beim Radfahren einen Unfall, bei dem eine Person verletzt wird. Plötzlich geht es um Spitalskosten, Reha, Verdienstausfall oder Schmerzensgeld. Diese Summen können schnell in die Hunderttausende gehen.

Weitere typische Situationen:

  • Du verursachst als Fußgänger*in, Radfahrer*in oder beim Schifahren einen Unfall.
  • Eine Besucherin rutscht bei dir zuhause aus und verletzt sich.
  • Du schrammst mit einer Bierkiste unbeabsichtigt den teuren Wagen deiner Nachbarin an.

Wer zahlt, wenn ich keine Privathaftpflichtversicherung habe?

In Österreich regelt § 1295 ABGB (Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch), dass jede Person für selbst verursachte Schäden haftet. Wenn du also jemanden verletzt oder fremdes Eigentum beschädigst, musst du den Schaden ersetzen und finanziell dafür einstehen, und zwar mit deinem gesamten Vermögen.

Dabei gibt es keine Obergrenze. Nach dem in § 1323 ABGB verankerten Grundsatz der Totalreparation muss der Schaden vollständig ersetzt werden, egal wie hoch er ausfällt. Weder bei der Höhe noch bei der Dauer der Zahlungen gibt es eine gesetzliche Grenze. Im schlimmsten Fall können Schadenersatzforderungen lebenslang anhalten.

Bist du über deine Haushaltsversicherung schon abgesichert?

Wer eine Haushalts- oder Eigenheimversicherung hat, ist in Österreich in der Regel schon haftpflichtversichert, denn jede dieser Versicherungen enthält eine Privathaftpflicht. Geschützt sind aber nur Personen, die im Vertrag stehen oder automatisch mitversichert sind, typischerweise Versicherungsnehmer*in, Partner*in und minderjährige Kinder. Volljährige Kinder mit eigenem Einkommen oder WG-Mitbewohner*innen ohne Eintrag im Vertrag brauchen eine eigene Absicherung. Details erklären wir im Artikel Haushaltsversicherung und Privathaftpflicht.

Wann wir eine Privathaftpflichtversicherung empfehlen – und wann nicht

Eine eigene Privathaftpflichtversicherung empfehlen wir allen, die nicht schon über eine Haushalts- oder Eigenheimversicherung ausreichend geschützt sind. Das betrifft vor allem junge Erwachsene nach dem Auszug, WG-Bewohner*innen und Menschen ohne Haushaltsversicherung. Wer bereits eine Haushaltsversicherung mit mindestens 3 Mio. € und weltweiter Deckung hat, braucht keinen zweiten Vertrag. Hier unsere Empfehlungen nach Lebenssituation:

Wann wir eine eigene Privathaftpflichtversicherung empfehlen

  • Du hast keine Haushaltsversicherung, z.B. weil du möbliert wohnst oder deine Einrichtung wenig wert ist: Dann ist die Privathaftpflicht die wichtigste Versicherung, die dir fehlt. Mit einer Haushaltsversicherung bekommst du sie aber auch gleich mit.
  • Du wohnst in einer WG und stehst nicht im Vertrag: Eine eigene Privathaftpflicht ist dann meist einfacher, als den Vertrag deiner Mitbewohner*innen bei jedem Wechsel anzupassen.
  • Du bist aus der Mitversicherung deiner Eltern herausgefallen, etwa wegen eigenen Einkommens oder der Altersgrenze: Das passiert oft unbemerkt beim ersten Job.
  • Du reist außerhalb Europas: Achte auf weltweite Geltung. Das Günstigste nützt dir nichts, wenn du auf der USA-Reise nicht geschützt bist.

Wann wir von einer eigenen Privathaftpflichtversicherung abraten

  • Du hast bereits eine Haushalts- oder Eigenheimversicherung, stehst im Vertrag, und die Haftpflicht hat mindestens 3 Mio. € mit passender Geltung: Ein zweiter Vertrag wäre doppelt bezahlter Schutz.
  • Deine inkludierte Haftpflicht ist zu niedrig oder gilt nur in Europa: Frag zuerst, ob du sie in der Haushaltsversicherung aufstocken kannst. Das ist oft günstiger als ein eigener Vertrag.
  • Du willst damit deinen Hund absichern: Hunde sind in der Privathaftpflicht nicht gedeckt. Dafür brauchst du eine eigene Hundehaftpflichtversicherung.

Ob du über deine Haushaltsversicherung schon mitversichert bist, erklären wir im Artikel Haushaltsversicherung und Privathaftpflicht.

Private Haftpflichtversicherung vergleichen und abschließen: So gehst du vor

Private Haftpflichtversicherungen in Österreich unterscheiden sich im Kern nur in vier Punkten: Versicherungssumme, örtlicher Geltungsbereich, Schäden bei Verwandten und Tätigkeitsschäden. Vor dem Vergleich lohnt sich ein Blick in die eigene Polizze, ob bereits eine Haushaltsversicherung schützt. Danach werden Tarife mit mindestens 3 Mio. € Versicherungssumme anhand dieser vier Punkte verglichen. Abschließen lässt sich eine Privathaftpflicht über eine*n Makler*in, ein Vergleichsportal oder die Versicherungs-App Sophia.

1. Prüfen, ob du schon versichert bist

Prüf zuerst in deiner Polizze, ob du schon über eine Haushalts- oder Eigenheimversicherung haftpflichtversichert bist. Eine eigene Privathaftpflichtversicherung brauchst du nur, wenn du dort nicht mitversichert bist, die Versicherungssumme zu niedrig ist oder der Geltungsbereich nicht reicht. Mehr dazu im Artikel Haushaltsversicherung und Privathaftpflicht.

2. Angebote vergleichen

Du kannst Angebote auf mehreren Wegen einholen:

Je mehr Angebote du vergleichst, desto besser findest du ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

3. Auf diese vier Punkte beim Vergleich achten

  • Versicherungssumme: Bis zu diesem Betrag zahlt die Versicherung, darüber haftest du selbst. Wir empfehlen mindestens 3 Mio. €, weil Personenschäden mit Spitalskosten, Verdienstausfall und lebenslangen Rentenzahlungen diese Größenordnung erreichen können. Der Aufpreis ist gering: In unserem Vergleich kosten 3 statt 1,5 Mio. € nur 6 € mehr im Jahr.
  • Örtlicher Geltungsbereich: Europa oder weltweit. Wenn du außerhalb Europas reist, brauchst du weltweiten Schutz. Krankheit oder Unfall auf Reisen deckt die Privathaftpflicht nicht ab, dafür gibt es die Reiseversicherung.
  • Schäden bei Verwandten: Deckt der Tarif Schäden bei Verwandten, die nicht mit dir im Haushalt leben, z.B. bei den Großeltern?
  • Tätigkeitsschäden: Deckt der Tarif Schäden an fremden Sachen, die du gerade benützt, z.B. an einem Gerät bei Freunden?

4. Antrag stellen und Polizze erhalten

Hast du dich für ein Angebot entschieden, stellst du den Antrag online oder über deine*n Makler*in. Die Versicherung prüft ihn und stellt die Polizze aus. Der Schutz beginnt zum vereinbarten Datum, sofern du die erste Prämie rechtzeitig bezahlst.

Unser Fazit zur Privathaftpflichtversicherung

Die Privathaftpflichtversicherung ist in Österreich keine Pflicht, schützt aber vor Schadenersatzforderungen, für die Privatpersonen ohne Obergrenze haften. Wer eine Haushalts- oder Eigenheimversicherung hat und im Vertrag steht, ist meist schon versichert und sollte nur Versicherungssumme und Geltungsbereich prüfen. Alle anderen bekommen eine eigene Privathaftpflicht ab 23 € pro Jahr. Wir empfehlen mindestens 3 Mio. € Versicherungssumme mit weltweiter Geltung, die es in unserem Vergleich ab 42 € pro Jahr gibt.

Hinweis zur Unabhängigkeit: Wir sind unabhängige Versicherungsmakler und erhalten eine Provision, wenn du über uns einen Vertrag abschließt. Diese ist bereits in der Prämie enthalten, dir entstehen also keine zusätzlichen Kosten. Wir sind an keine Versicherung gebunden oder finanziell mit ihr verflochten.

FAQ zur privaten Haftpflichtversicherung

Eine Haftpflichtversicherung zahlt, wenn die versicherte Person einem anderen einen Schaden zufügt und dafür schadenersatzpflichtig ist. Sie ist ein Oberbegriff für mehrere Versicherungen, die jeweils einen bestimmten Lebensbereich abdecken: Die Privathaftpflicht schützt im privaten Alltag, die KFZ-Haftpflicht beim Lenken eines Kraftfahrzeugs, die Hundehaftpflicht als Hundehalter*in, die Berufshaftpflicht bei Fehlern im Job und die Bauherrenhaftpflicht beim Hausbau. Für Privatpersonen ist die Privathaftpflicht die wichtigste, weil sie die häufigsten Missgeschicke abdeckt: vom umgestoßenen Handy bis zum Radunfall mit Verletzten. Eine Haftpflichtversicherung zahlt nie für eigene Schäden, sondern immer nur für Schäden an Dritten. Zusätzlich prüft sie, ob du überhaupt haftest, und wehrt unberechtigte Forderungen ab. Verpflichtend sind in Österreich nur die KFZ-Haftpflicht und in mehreren Bundesländern die Hundehaftpflicht.

Ja, eine private Haftpflichtversicherung braucht in Österreich praktisch jede*r, aber nicht unbedingt als eigenen Vertrag. Der Grund ist die unbegrenzte Haftung: Wer einem anderen schuldhaft einen Schaden zufügt, muss ihn nach dem ABGB vollständig ersetzen, notfalls mit Einkommen und Ersparnissen über viele Jahre. Bei einem Unfall mit Verletzten können Behandlungskosten, Verdienstausfall und Rentenzahlungen schnell Hunderttausende Euro erreichen. Wer eine Haushalts- oder Eigenheimversicherung hat und im Vertrag steht, ist allerdings schon versichert und braucht keinen zweiten Vertrag. Eine eigene Privathaftpflicht brauchst du, wenn du keine Haushaltsversicherung hast, dort nicht mitversichert bist, etwa in einer WG oder nach dem Auszug bei den Eltern, oder wenn die Versicherungssumme deiner bestehenden Haftpflicht unter 3 Mio. € liegt bzw. sie nur in Europa gilt. Der Schutz kostet ab 23 € pro Jahr und steht damit in keinem Verhältnis zum Risiko, das er abdeckt.

Eine Privathaftpflichtversicherung kostet in Österreich ab 23 € pro Jahr, also rund 2 € im Monat. Das zeigt der Vergleich von Sophia unter den 10 Anbietern, die in Österreich Privathaftpflichtversicherungen anbieten (inkl. Versicherungssteuer, Stand September 2026). Für diesen Preis gibt es 5 Mio. € Versicherungssumme, allerdings nur mit Geltung in Europa und ohne Schutz bei Schäden an Verwandten und Tätigkeitsschäden. Die von uns empfohlene Variante mit 3 Mio. € Versicherungssumme, weltweiter Geltung und beiden Zusatzdeckungen kostet ab 42 € pro Jahr, also 3,50 € im Monat. Mit 1,5 Mio. € geht es ab 36 €, mit 30 Mio. € ab 73 € im Jahr. Die Kosten der Haftpflichtversicherung hängen damit vor allem vom Leistungsumfang ab und kaum von der Versicherungssumme. Wer bereits eine Haushalts- oder Eigenheimversicherung hat, zahlt für die Haftpflicht nichts extra, weil sie dort inkludiert ist.

Nicht unbedingt. Eine günstige private Haftpflichtversicherung ist nur dann eine gute Wahl, wenn sie zu deiner Lebenssituation passt. Der billigste Tarif in unserem Vergleich kostet ab 23 € pro Jahr und bietet zwar 5 Mio. € Versicherungssumme, gilt aber nur in Europa und deckt weder Schäden bei Verwandten noch Tätigkeitsschäden. Wer nur innerhalb Europas reist und selten fremde Geräte benützt, ist damit ausreichend geschützt. Wer außerhalb Europas reist, ist es nicht: Ein Schiunfall in Kanada oder ein Schaden in den USA wäre dann gar nicht versichert. Für 19 € mehr im Jahr gibt es 3 Mio. € mit weltweiter Geltung und beiden Zusatzdeckungen. Beim Vergleich zählt deshalb nicht nur der Preis, sondern die vier Punkte, in denen sich Privathaftpflichtversicherungen unterscheiden: Versicherungssumme, örtlicher Geltungsbereich, Schäden bei Verwandten und Tätigkeitsschäden. Die beste Privathaftpflicht ist die günstigste, die alle vier Punkte für dich passend abdeckt.

Wir empfehlen eine Versicherungssumme von mindestens 3 Mio. €. Die Versicherungssumme ist der Höchstbetrag, den die Versicherung pro Schadensfall zahlt. Übersteigt ein Schaden diese Summe, musst du den Rest selbst tragen, und zwar ohne Obergrenze und notfalls über viele Jahre. Kleine Sachschäden erreichen diese Größenordnung nie, schwere Personenschäden schon: Wird jemand bei einem Unfall dauerhaft verletzt, können Behandlung, Pflege, Verdienstausfall und lebenslange Rentenzahlungen zusammen mehrere Millionen Euro ausmachen. Genau für diese seltenen, aber folgenschweren Fälle ist die Privathaftpflicht da. Eine hohe Summe kostet wenig: In unserem Vergleich zahlst du für 3 Mio. € weltweit ab 42 € pro Jahr, nur 6 € mehr als für 1,5 Mio. €. Wer auf Nummer sicher gehen will, bekommt 30 Mio. € ab 73 € im Jahr. Prüf auch die Haftpflicht in deiner Haushaltsversicherung: Ältere oder günstige Verträge haben teils deutlich niedrigere Summen, die sich aber oft aufstocken lassen.

Ja, genau dafür ist die Haftpflichtversicherung da. Sie zahlt, wenn du einer anderen Person durch eigenes Verschulden einen Schaden zufügst, also aus Unachtsamkeit oder Fahrlässigkeit. Auch grob fahrlässig verursachte Schäden sind in der Regel gedeckt: Leistungsfrei ist die Versicherung nach § 152 VersVG nur bei Vorsatz, also wenn du einen Schaden absichtlich herbeiführst. Stößt du beim Besuch aus Versehen den Laptop deiner Freundin vom Tisch, zahlt die Privathaftpflicht, obwohl du schuld bist. Nicht gezahlt werden dagegen Schäden an deinen eigenen Sachen und eigene Verletzungen, egal wer schuld ist. Fällt dir dein eigenes Handy herunter, hilft die Privathaftpflicht also nicht. Für eigene Sachen ist je nach Ursache die Haushaltsversicherung zuständig, etwa bei Feuer, Leitungswasser oder Einbruch, für eigene Verletzungen die Unfallversicherung. Eine Grenze gibt es bei starkem Alkoholeinfluss: Schäden sind dann zwar nicht pauschal ausgeschlossen, fallen laut OGH aber aus dem Schutz, wenn eine außergewöhnlich gefährliche Situation entsteht.

Ja, aber nur im vereinbarten Geltungsbereich. Privathaftpflichtversicherungen gelten entweder in Europa oder weltweit. Die Europa-Variante umfasst Europa im geografischen Sinn, bei vielen Tarifen auch Inseln wie die Kanaren, Madeira oder die Azoren. Für Reisen in die USA, nach Kanada, Asien oder Australien brauchst du einen Tarif mit weltweiter Geltung. Gerade in den USA fallen Schadenersatzforderungen oft deutlich höher aus als in Österreich, deshalb ist dort auch eine ausreichend hohe Versicherungssumme wichtig. In unserem Vergleich gibt es weltweiten Schutz mit 3 Mio. € ab 42 € pro Jahr. Prüf auch die Haftpflicht in deiner Haushaltsversicherung, denn sie gilt je nach Vertrag ebenfalls nur in Europa. Die ÖH-Haftpflichtversicherung für Studierende gilt ausdrücklich nicht in den USA, in Kanada und in Australien. Wichtig: Die Privathaftpflicht zahlt nur Schäden, die du anderen zufügst. Krankheit, eigene Unfälle oder einen Reiseabbruch deckt sie nicht ab, dafür gibt es die Reiseversicherung.

Ja, eine Privathaftpflichtversicherung lässt sich in Österreich vollständig online abschließen, z.B. über Vergleichsportale oder die Versicherungs-App Sophia. Dafür brauchst du nur wenige Angaben: deine persönlichen Daten, die gewünschte Versicherungssumme und den Geltungsbereich sowie ob Schäden bei Verwandten und Tätigkeitsschäden mitversichert sein sollen. Eine Gesundheitsprüfung gibt es nicht. Der Versicherungsschutz beginnt zum vereinbarten Datum, sofern du die erste Prämie rechtzeitig bezahlst. Nach dem Abschluss hast du 14 Tage Zeit, ohne Angabe von Gründen vom Vertrag zurückzutreten (§ 5c VersVG). Die Frist beginnt, sobald du die Polizze, die Versicherungsbedingungen und die Belehrung über das Rücktrittsrecht erhalten hast. Online abzuschließen heißt nicht, auf Beratung zu verzichten: Über Sophia vergleichst du Tarife mehrerer Anbieter und kannst bei Fragen jederzeit persönliche Beratung dazuholen. Wenn du schon eine Haushaltsversicherung hast, prüf vor dem Abschluss, ob du dort nicht bereits haftpflichtversichert bist.

Eine Privathaftpflichtversicherung kannst du zum Ende der Vertragslaufzeit kündigen, mit einer Frist von einem bis drei Monaten, je nach Vertrag (§ 8 VersVG). Bei Verträgen mit mehr als drei Jahren Laufzeit hast du als Verbraucher*in nach § 8 Abs. 3 VersVG zusätzlich ein Kündigungsrecht zum Ende des dritten Jahres und danach jährlich. Außerdem können du und die Versicherung nach einem Schadensfall innerhalb eines Monats kündigen (§ 158 VersVG). Für die Kündigung genügt die geschriebene Form, also z.B. per E-Mail, außer dein Vertrag verlangt ausdrücklich die Schriftform mit Unterschrift. Ein häufiger Grund für eine Kündigung ist doppelter Schutz: Wer eine eigene Privathaftpflicht hat und später eine Haushaltsversicherung abschließt, ist über beide Verträge haftpflichtversichert und zahlt doppelt. Dann lohnt sich die Kündigung der eigenen Privathaftpflicht zum nächstmöglichen Termin, sofern die Haftpflicht der Haushaltsversicherung eine ausreichende Versicherungssumme und den passenden Geltungsbereich hat. Kündige den alten Vertrag erst, wenn der neue Schutz besteht.

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Über Sophia (AIHPOS GmbH)

Sophia (AIHPOS GmbH) ist ein unabhängiger Versicherungsmakler (gem. § 94 Z 76 GewO 1994, GISA-Nr. 32225518; gewerberechtlicher Geschäftsführer: Karl Haas). Sophia vermittelt Tarife von über 33 österreichischen Versicherern. Wir sind an keinem Versicherungsunternehmen beteiligt – und umgekehrt. Sophia finanziert sich durch Vermittlungsprovisionen, die von den Versicherern bezahlt werden und bereits in der Versicherungsprämie enthalten sind.

Aufsichtsbehörde: Magistrat Graz und gem. ECG Finanzmarktaufsicht (FMA)

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