Berufsunfähigkeitsversicherung muss sein: Warum und wann?

27.10.2021 • Time 7 min

Ein roter Baustellenhelm. Im Hintergrund sieht man eine Baustelle.

Bildquelle: Foto von Ümit Yıldırım (https://unsplash.com/@umityildirim)

Sie ist ein Stiefkind unter den Versicherungen in Österreich, dabei ist sie so wichtig – die Berufsunfähigkeitsversicherung. Warum das so ist und wie dir die Versicherungs-App Sophia dabei helfen kann, erfährst du hier 👇

Berufsunfähigkeit - das unterschätzte Risiko

Manchmal kann ein kurzer Moment alles ändern. Du hast viele Wünsche und große Pläne, machst Karriere und hast Freude am Leben. Mit deiner Arbeitskraft schaffst du alles, kannst dir vieles leisten. Das geht aber nur, wenn du gesund bist. Ein Schicksalsschlag, ein kurzer Augenblick, kann dir die Arbeitskraft rauben und damit dein Leben auf den Kopf stellen. Ganz unerwartet und unter Umständen für immer. Es kann ein Fragezeichen für alle Träume bedeuten. Wenn du noch keine finanziellen Rücklagen hast, wer zahlt dann deine Miete, die Kreditraten, deine Fixkosten?

Gründe, warum du eine Berufsunfähigkeitsversicherung brauchst

Auch die Gründe für eine Berufsunfähigkeit werden meist falsch eingeschätzt. Die meisten Menschen glauben, dass sie nur durch ein Unfall berufsunfähig werden könnten. Das erklärt auch, warum so viele Menschen meinen, mit einer Unfallversicherung hätten sie auch für den Fall der Berufsunfähigkeit vorgesorgt. Das stimmt aber nicht. Vor allem Personen, die keiner körperlichen Arbeit nachgehen, denken, dass sie in ihrem Job kaum berufsunfähig werden können. Sie glauben, dass sie etwa auch im Rollstuhl oder mit einem Finger weniger noch gut arbeiten könnten.

Wegen eines Unfalls werden statistisch gesehen jedoch die wenigsten berufsunfähig. In Wirklichkeit sind andere Gründe wesentlich häufiger, etwa psychische Erkrankungen:

  • Depressionen
  • Burn-out
  • Panik-Attacken

Gefolgt von:

  • Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems
  • Krankheiten des Bindegewebes
  • Krebs
  • Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems

Damit trifft das nicht nur körperlich tätige Menschen, sondern auch Schreibtischtäter.

Wann zahlt der Staat bei Berufsunfähigkeit?

Du kannst deine bisherige Tätigkeit bzw. einen anderen sinnvollen und äquivalenten Beruf nicht mehr ausüben? Dann besteht unter bestimmten Voraussetzungen ein Anspruch auf staatliche Unterstützung (z. B. durch eine Berufsunfähigkeitspension). Diese ist sehr schwer zu bekommen und reicht in den meisten Fällen nicht annähernd aus, um den erlittenen Verdienstausfall zu kompensieren.

Wann besteht Anspruch auf eine staatliche Berufsunfähigkeitspension?

Ein Anspruch auf eine staatliche Berufsunfähigkeitspension besteht nur, wenn

  • die Berufsunfähigkeit voraussichtlich dauerhaft vorliegt,
  • berufliche Maßnahmen der Rehabilitation (z. B. Umschulung) nicht zweckmäßig oder nicht zumutbar sind,
  • die Wartezeit (Mindestversicherungszeit bei der Sozialversicherung) erfüllt ist und
  • noch nicht die Voraussetzungen für eine Alterspension erfüllt sind.

Was versichert eine private Berufsunfähigkeitsversicherung?

Viele Versicherungsgesellschaften bieten private Berufsunfähigkeitsversicherungen an, die dir dann für den Fall einer voraussichtlich mindestens 6 Monate andauernden Berufsunfähigkeit monatlich einen bestimmten Betrag auszahlen.

Die Versicherer prüfen die bisherige Tätigkeit anhand fachärztlicher Befunde, ob diese noch zu mehr als 50% ausgeübt werden kann oder nicht. Falls nicht, wird die vereinbarte Versicherungsleistung fällig.

Die Höhe dieser monatlichen Rente hängt davon ab, wie viel Prämie du monatlich für diese Versicherung zahlst. Bist du länger als 6 Monate berufsunfähig, dann zahlt die Versicherung so lange du berufsunfähig bist, aber maximal so lange, wie es im Vertrag mit dir vereinbart wurde. Meist ist das bis Alter 60 oder 65. Danach bist du ja nicht mehr berufsunfähig, sondern in Pension. Ab dem Zeitpunkt, ab dem die monatliche Rente an dich ausgezahlt wird, musst du keine Versicherungsprämie mehr zahlen.

Bist du kürzer als 6 Monate berufsunfähig, dann zahlt die Versicherung nicht. Bist du angestellt, dann muss dein Arbeitgeber dein Gehalt eine Zeit lang weiterzahlen. Studierst du noch ohne Job oder bist du selbständig, dann gibt es diesen Luxus nicht 😣

Welche Vorteile hat eine private Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung muss auf jeden Fall zahlen, wenn du deinen Beruf nicht mehr für voraussichtlich mehr als 6 Monate zu 50% ausüben kannst. Unabhängig von deinem Alter und ohne Wartezeit. Im besten Fall bist du nur vorübergehend berufsunfähig. Dann zahlt die Versicherung für diesen Zeitraum.

Aber achte bei den privaten Versicherungen auf das Kleingedruckte - ein großer Unterschied, der die guten Versicherungen von den schlechten unterscheidet ist etwa die Regelung der Verweisbarkeit.

Zwangsweise Berufsumschulung - Abstrakte Verweisbarkeit

Für den Staat gilt immer “Reha vor Rente”, das heißt, es wird alles unternommen, dich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Das ist ja grundsätzlich auch vernünftig, aber die gesetzliche Sozialversicherung darf dich auch auf irgendeinen anderen Beruf verweisen, denn du gar nicht ausüben möchtest, zu dem du aber körperlich in der Lage wärest. Lassen die verbliebenen beruflichen Fähigkeiten das Ausüben einer zumutbaren anderen Tätigkeit zu, so wird keine Leistung gewährt – egal ob der Beruf auch tatsächlich ausgeübt wird. Das ist die sogenannte abstrakte Verweisbarkeit.

Eine gute private Berufsunfähigkeitsversicherung mit den richtigen Versicherungsbedingungen darf das nicht, eine schlechte hingegen schon.

Freiwillige Berufsumschulung oder Berufsausübung - Konkrete Verweisbarkeit

Die guten privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen können dich nur dann auf einen anderen Beruf verweisen, wenn du freiwillig einen zumutbaren Beruf, der deiner Lebensstellung entspricht, tatsächlich ausübst. Das nennt man konkrete Verweisbarkeit.

Das ist nur einer der vielen Punkte, die eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung von einer schlechten unterscheidet.

❇️ Unser Tipp: Prüfe die Versicherungsbedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung darauf, ob ein Verzicht auf die abstrakte Verweisbarkeit inkludiert ist.

Brauche ich als StudentIn eine private Berufsunfähigkeitsversicherung?

Ja, denn gerade für junge Menschen kann es schwierig sein, die Voraussetzungen zum Erhalt einer staatlichen Berufsunfähigkeitspension, insbesondere das Vorliegen ausreichender Versicherungszeiten, zu erfüllen.

Bei Personen unter 27 Jahren reichen bereits sechs Versicherungsmonate. Mit Vollendung des 27. Lebensjahres verschärfen sich die Anspruchsvoraussetzungen drastisch auf mindestens 60 Versicherungsmonate in den letzten 120 Kalendermonaten. Versicherungsmonate erwirbst du aufgrund einer Erwerbstätigkeit, Arbeitslosigkeit, Kindererziehungszeiten oder Präsenz- und Zivildienstzeiten oder einer freiwilligen Versicherung in den letzten 120 Kalendermonaten.

Gerade für AbsolventInnen mit noch geringen Versicherungszeiten kann dieser „Sprung“ im Ernstfall ein großes Problem bedeuten. Nur mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung kannst du dann trotz Berufsunfähigkeit weiter deine Fixkosten zahlen, musst nicht aus deiner Wohnung ausziehen und kannst dir noch dein Leben leisten.

Welche Versicherungen sonst noch für dich als StudentIn wichtig sind, kannst du in unserem Blogpost nachlesen: Versicherungen für Studenten: Gut und günstig versichern

Wann du eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen sollst?

Je früher desto besser. Denn je früher man damit beginnt, desto geringer sind die monatlichen Prämien, die man dafür zahlen muss. Man braucht dazu auch noch keinen “fixen” Beruf. Sogar SchülerInnnen können sich schon versichern. Ändern sich im Laufe der Zeit die Lebensumstände – z.B. durch ein höheres Einkommen, Heirat oder Familiengründung – kann die Versicherung flexibel angepasst und der Absicherungsgrad je nach Bedarf erhöht werden.

Ein weiterer Grund, sich früh gegen eine Berufsunfähigkeit abzusichern ist, dass man in jungen Jahren meist noch einen sehr guten Gesundheitszustand hat. Je gesünder man ist, desto eher bekommt man die Versicherung überhaupt bzw. bekommt sie ohne Zuschläge oder Ausschlüsse. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung muss dich nämlich nicht nehmen, wenn sie befürchtet, dass du krank bist und berufsunfähig werden könntest.

Was kostet eine private Berufsunfähigkeitsversicherung?

Viele glauben, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung viel zu teuer ist. Aber das neue Auto wird jedenfalls kaskoversichert, denn der Totalschaden wäre ein großer Verlust. Die meisten bedenken nicht, dass die eigene Arbeitskraft um ein Vielfaches wertvoller ist als ein teures Auto. Außerdem ist die Berufsunfähigkeitsversicherung gar nicht so teuer.

Für einen 20-jährigen Studenten kostet sie in etwa € 25 pro Monat. Würde dieser Student mit 21 Jahren berufsunfähig werden, dann würde er bis 65, also 44 Jahre lang, monatlich € 750 von der Versicherung bekommen. Eine 30-jährige Ärztin würde für eine Absicherung von monatlich € 1.000 etwa € 30 pro Monat zahlen.

➡️ Unser Fazit

Berufsunfähigkeit kann jeden treffen. Krankheiten, Unfälle und Schicksalsschläge treten plötzlich auf und können das Leben über den sprichwörtlichen Haufen werfen. Die staatliche Rente bekommt nicht jeder und sie ist auch nicht sehr hoch, daher benötigst du jedenfalls eine private Berufsunfähigkeitsversicherung, die deine Arbeitskraft versichert. Sie zahlt dir eine monatliche Rente aus, damit du deine Fixkosten weiter bezahlen kannst.

❗️ Aber Achtung: Es kommt auf die richtigen Versicherungsbedingungen an, damit du bestmöglich abgesichert bist. Der Teufel steckt im Kleingedruckten.

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