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title: 'Unfallversicherung Österreich: Kosten & Vergleich | Sophia'
description: 'Ab 8 € im Monat: Was die private Unfallversicherung zahlt, für wen sie sinnvoll ist und worauf du beim Tarif achten solltest – mit unseren Empfehlungen.'
created_at: '2024-04-05'
updated_at: '2026-10-07'
author: 'Sebastian Peischl (Mitgründer)'
reviewer: 'Karl Haas (Mitgründer, Gewerberechtlicher Geschäftsführer & Versicherungsmakler)'
url: 'https://www.hi-sophia.at/unfallversicherung/'
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# Private Unfallversicherung in Österreich: Leistungen, Kosten und Vergleich (2026)


_Verfasst von Sebastian Peischl (Mitgründer) · Fachlich geprüft von Karl Haas, Mitgründer, Gewerberechtlicher Geschäftsführer & Versicherungsmakler (GISA-Nr. 32225518) · Zuletzt aktualisiert: 07.10.2026_



Eine private Unfallversicherung schützt dich in Österreich rund um die Uhr vor den finanziellen Folgen eines Unfalls in Freizeit, Haushalt
und Sport, also genau dort, wo die gesetzliche Unfallversicherung nicht zahlt. In diesem Guide erfährst du, welche Leistungen du wirklich
brauchst, für wen sich eine Unfallversicherung lohnt, was sie kostet (ab 8 € pro Monat) und worauf du beim Vergleich achten solltest.

## Inhalt

- Das Wichtigste in Kürze
- Private vs. gesetzliche Unfallversicherung in Österreich: Die Unterschiede
- Ist eine private Unfallversicherung sinnvoll? Wann wir sie empfehlen – und wann nicht
- Was zahlt die private Unfallversicherung? Alle Leistungen im Überblick
- Was gilt als Unfall – und was nicht?
- Wie viel kostet die private Unfallversicherung in Österreich?
- Unfallversicherung Vergleich: So findest du den richtigen Tarif
- Im Leistungsfall: Meldefrist und Feststellung der Invalidität
- Unfallversicherung kündigen in Österreich: Fristen & Möglichkeiten
- Unterschiede zu Berufsunfähigkeitsversicherung, Krankenversicherung und Alpenverein
- Fazit: Unsere Empfehlung in 5 Punkten
- FAQ zur privaten Unfallversicherung


## Das Wichtigste in Kürze

- Die **gesetzliche Unfallversicherung** zahlt nur bei Unfällen in Arbeit, Schule oder Studium und am Weg dorthin. Laut KFV passieren aber
  rund drei Viertel aller Unfälle in Haushalt, Freizeit und Sport.
- Das **Kernstück** jeder Unfallversicherung ist die Invaliditätsleistung. Wir empfehlen mindestens 500.000 € bei 100% Invalidität sowie
  mindestens 15.000 € für Bergungs- und 3.000 € für Heilkosten.
- Eine private Unfallversicherung **kostet ab 8 € pro Monat**. Wohnort, Beruf, Alter und Zusatzbausteine beeinflussen die Prämie stark.
- **Nicht geeignet** ist sie als Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder zur Absicherung deiner Hinterbliebenen, weil sie nur
  bei Unfällen zahlt.
- Beim **Vergleich** zählen vor allem Progression, Gliedertaxe und Mitwirkungsgrenze. Was als Unfall gilt und welche Fristen im
  Leistungsfall gelten, regelt jeder Versicherer anders.

**🤝 Hinweis zur Unabhängigkeit & Datengrundlage**: Wir sind unabhängige Versicherungsmakler und erhalten eine Provision, wenn du über uns
einen Vertrag abschließt – diese ist bereits in der Prämie enthalten und verursacht keine Zusatzkosten für dich. Wir sind an keine
Versicherung gebunden oder finanziell mit ihr verflochten. Alle Kostenangaben in diesem Artikel basieren auf einem Vergleich der 22 aktiven
privaten Unfallversicherer in Österreich
([VVO, 2025](https://vvonet.vvo.at/vvo/vvonet_website.nsf/sysPages/Jahresbericht_2025.html/$file/VVO_Jahresbericht_2025_Gesamt.pdf); Stand
Oktober 2026).

## Private vs. gesetzliche Unfallversicherung in Österreich: Die Unterschiede

Die gesetzliche Unfallversicherung schützt dich in Österreich nur bei Unfällen in der Arbeit, in Schule oder Studium und am Weg dorthin. Für
Arbeitnehmer\*innen zahlt der\*die Arbeitgeber\*in die Beiträge. Die private Unfallversicherung gilt dagegen rund um die Uhr und weltweit,
also auch in Freizeit, Haushalt und beim Sport. Sie ergänzt den gesetzlichen Schutz und zahlt vor allem bei bleibender Invalidität eine
Einmalleistung, die du frei verwenden kannst.

### Gesetzliche Unfallversicherung: Schutz bei Arbeit und Ausbildung

[Gesetzlich unfallversichert](/versicherungs-wiki/gesetzliche-unfallversicherung/) sind in Österreich Arbeitnehmer\*innen, Selbstständige
(über die SVS), Kinder im Kindergartenpflichtjahr sowie Schüler\*innen und Studierende.

- **Vorteile**: Sie deckt
  [Arbeitsunfälle sowie Unfälle am Weg zur Arbeit](https://auva.at/auva-ihre-leistungen/leistungen-auf-einen-blick/versicherungsschutz/) ab,
  bei Schüler\*innen und Studierenden Unfälle im Zusammenhang mit der Ausbildung. Sie übernimmt in der Regel Heilbehandlungen und
  Rehabilitation.
- **Nachteile**: Sie greift ausschließlich im beruflichen bzw. schulischen Kontext. Passiert dir ein Unfall in der Freizeit, beim Sport oder
  im Haushalt, bist du damit nicht abgesichert. Auch bei bleibenden Einschränkungen kann der finanzielle Schutz unzureichend sein.

### Private Unfallversicherung: Schutz rund um die Uhr

Die private Unfallversicherung ergänzt den Schutz der gesetzlichen Variante. Sie sichert dich auch in der Freizeit, im Haushalt, beim Sport
oder auf Reisen ab, also rund um die Uhr.

- **Vorteile**: Du bist flexibel abgesichert, kannst den Umfang deiner Versicherung selbst wählen und genießt 24/7-Schutz, egal wo du bist.
- **Nachteile**: Für diese Sicherheit zahlst du eine Prämie. Außerdem unterscheiden sich die Leistungen je nach Anbieter, daher lohnt sich
  ein genauer Blick in die Vertragsdetails.

📕 Das war ein kurzer Überblick über die wichtigsten Unterschiede. Wenn du tiefer einsteigen willst, findest du mehr Informationen in
unserem Blogpost [Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Unfallversicherung](/blog/gesetzliche-vs-private-unfallversicherung/).

## Ist eine private Unfallversicherung sinnvoll? Wann wir sie empfehlen – und wann nicht

Ja, für die meisten Menschen. Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nur bei Unfällen in Arbeit, Schule oder Studium und am Weg dorthin.
Laut [KFV](https://www.vienna.at/824-400-verletzte-unfaelle-passieren-meist-daheim/10016018) passieren aber rund drei Viertel aller Unfälle
in Haushalt, Freizeit und Sport. Dort trägst du Bergung, Behandlung und die Folgen einer bleibenden Invalidität ohne private
Unfallversicherung zu einem großen Teil selbst. Nicht sinnvoll ist sie als Ersatz für eine Berufsunfähigkeits- oder Ablebensversicherung.

### Warum die gesetzliche Unfallversicherung nicht reicht

In unserer Beratung zeigt sich immer wieder: Die meisten Kund\*innen verstehen den Bedarf, sobald klar ist, wie eng der gesetzliche Schutz
gefasst ist. Zwei Szenarien machen das deutlich:

- **Bergung nach einem Freizeitunfall**: Du verletzt dich beim Wandern oder Skifahren und musst per Hubschrauber geborgen werden. Weil es
  kein Arbeitsunfall ist, zahlt die gesetzliche Unfallversicherung nicht. Die Kosten der Bergung trägst du zu einem großen Teil selbst.
- **Bleibende Invalidität**: Nach einem schweren Unfall in der Freizeit, z.B. einem Autounfall am Wochenende, bist du auf einen Rollstuhl
  angewiesen. Du musst dein Auto und deine Wohnung umbauen, dich beruflich umorientieren oder kannst gar nicht mehr arbeiten, und deine
  Familie muss trotzdem versorgt sein. Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt dafür nichts. Diese Kosten können schnell existenzbedrohend
  werden.

Genau hier setzt die private Unfallversicherung an: Sie zahlt dir eine Einmalleistung und optional eine monatliche Rente. Mit diesem Geld
überbrückst du die schwierige Zeit, ohne in finanzielle Not zu geraten oder deinen Lebensstandard aufgeben zu müssen, und deine Familie
bleibt versorgt.

### Für wen wir eine Unfallversicherung empfehlen

- **Für jede Person**: Rund drei Viertel aller Unfälle passieren in Haushalt, Freizeit und Sport, nicht bei der Arbeit. Die
  Unfallversicherung gehört für uns deshalb zur Grundabsicherung: Schon ein einziger schwerer Unfall in der Freizeit kann dich finanziell
  aus der Bahn werfen, während der Basisschutz ab 8 € pro Monat kostet.
- **Sportlich Aktive**: Wer viel draußen unterwegs ist, hat ein höheres Unfallrisiko, vor allem bei gefährlicheren Sportarten wie Downhill,
  Skitouren oder Klettern. Mehr dazu in unseren Artikeln zur Unfallversicherung beim [Skifahren](/blog/skifahren-versicherung/) und beim
  [Sport](/blog/sport-versicherung/).
- **Familien mit Kindern**: Kinder sind gesetzlich nur im Kindergartenpflichtjahr, in der Schule und am Weg dorthin unfallversichert, nicht
  beim Spielen oder in der Freizeit.
- **Selbstständige & Freiberufler\*innen**: Ihr gesetzlicher Schutz über die SVS gilt nur bei beruflichen Unfällen. Fallen sie nach einem
  Freizeitunfall länger aus, fehlt ihnen das Einkommen unmittelbar.
- **Alle, die beruflich auf bestimmte Körperteile angewiesen sind**: z.B. Musiker\*innen, Chirurg\*innen oder Handwerker\*innen. Achte hier
  besonders auf eine gute Gliedertaxe.
- **Alle, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen**: Ist eine BU wegen Vorerkrankungen, Beruf oder Sportarten nicht möglich oder
  zu teuer, sichert eine Unfallversicherung mit Unfall-Rente dein Einkommen zumindest bei Unfällen ab.

### Wann eine Unfallversicherung nicht notwendig ist

- **Als Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung**: Laut
  [Statistischem Handbuch der österreichischen Sozialversicherung](https://www.sozialversicherung.at/cdscontent/load?contentid=10008.791265&version=1729762808)
  entstehen 80 bis 90% aller Berufsunfähigkeiten durch Krankheiten. Dagegen schützt dich eine Unfallversicherung nicht.
- **Zur Absicherung deiner Hinterbliebenen**: Die Unfalltod-Leistung zahlt nur, wenn du durch einen Unfall stirbst. Eine
  [Ablebensversicherung](/blog/ablebensversicherung/) zahlt auch bei Tod durch Krankheit.
- **Wenn du die Folgen selbst tragen kannst**: Hast du genug Erspartes oder passives Einkommen, um nach einem schweren Unfall Umbauten und
  Einkommensausfälle selbst zu stemmen, kannst du dich auch bewusst gegen eine Unfallversicherung entscheiden.



## Was zahlt die private Unfallversicherung? Alle Leistungen im Überblick

Die private Unfallversicherung zahlt bei bleibender Invalidität nach einem Unfall eine Einmalleistung, deren Höhe sich aus Invaliditätsgrad,
Versicherungssumme und Progression ergibt. Dazu übernimmt sie Such-, Bergungs- und Rettungskosten sowie Heilkosten. Je nach Tarif kannst du
Bausteine wie Unfall-Rente, Unfall-Tod, Sofortleistung, Knochenbruchpauschale, Spital-Tagegeld oder Krankengeld ergänzen. Wir empfehlen
mindestens 500.000 € bei 100% Invalidität, 15.000 € für Such-, Bergungs- und Rettungskosten und 3.000 € für Heilkosten.

| **Baustein**                         | **Was zahlt sie?**                                                                                         | **Unsere Empfehlung**                                                                           |
|--------------------------------------|------------------------------------------------------------------------------------------------------------|-------------------------------------------------------------------------------------------------|
| Invaliditätsleistung (Einmalzahlung) | Einmalbetrag bei bleibender Invalidität, abhängig von Invaliditätsgrad, Versicherungssumme und Progression | Für jede Person: mindestens 500.000 € bei 100% Invalidität                                      |
| Unfall-Rente                         | Monatliche Rente bei bleibender Invalidität ab einer Mindest-Invalidität                                   | Nur, wenn keine Berufsunfähigkeitsversicherung möglich oder leistbar ist, vor allem für Jüngere |
| Such-, Bergungs- und Rettungskosten  | Suche, Bergung (z.B. per Hubschrauber) und Transport nach einem Unfall                                     | Für jede Person: mindestens 15.000 €                                                            |
| Heilkosten und Heilbehelfe           | Privatärzt\*innen, Sonderklasse, Therapien, Reha, Zahnersatz, Krücken oder Rollstuhl                       | Mindestens 3.000 €, außer du hast eine umfangreiche private Krankenversicherung                 |
| Unfall-Tod                           | Einmalbetrag an deine Hinterbliebenen, wenn du durch einen Unfall stirbst                                  | Eher eine Ablebensversicherung abschließen                                                      |
| Sofortleistung                       | Zahlung kurz nach einer schweren Verletzung, bevor die Invalidität feststeht                               | Nettes Extra, keine pauschale Empfehlung                                                        |
| Knochenbruchpauschale                | Fixbetrag bei einem Knochenbruch, meist bis zu 500 €                                                       | Nettes Extra, eventuell bei Verdienstentgang                                                    |
| Spital-Tagegeld und Krankengeld      | Tagessatz bei Spitalsaufenthalt bzw. Arbeitsunfähigkeit nach einem Unfall                                  | Nur, wenn dein Einkommen von Trinkgeldern, Zulagen o.Ä. abhängt                                 |

### Invaliditätsleistung: Die wichtigste Leistung

Die [Invaliditätsleistung](/versicherungs-wiki/invaliditaetsleistung/) ist das Kernstück jeder privaten Unfallversicherung. Von
"Invalidität" spricht man, wenn deine körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit nach einem Unfall dauerhaft beeinträchtigt ist. Ob du
deinen Beruf noch ausüben kannst, spielt dabei keine Rolle. Die Unfallversicherung zahlt dir dann einen **einmaligen Betrag**, damit du
deine Lebenssituation daran anpassen kannst.

Den genauen Invaliditätsgrad (0 bis 100%) stellen Ärzt\*innen bzw. Sachverständige fest. Eine Einmalzahlung erhältst du dabei schon bei
einem niedrigeren Invaliditätsgrad, z.B. 20%, nicht erst bei vollständiger Invalidität. 100% invalide ist man etwa bei einer
Querschnittlähmung oder einer Erblindung beider Augen.

**Worst-Case-Szenario**: Ein schwerer Unfall mit hoher Invalidität, bei dem du auf einen Schlag sehr viel Geld brauchst. Du bist auf einen
Rollstuhl angewiesen, benötigst ein Auto, das du mit den Händen bedienen kannst, einen Treppenlift und musst Badezimmer, Küche und eventuell
deinen Arbeitsplatz umbauen.

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**❇️ Unser Tipp:**


**Unsere Empfehlung**: Wähle bei 100% Invalidität eine Leistung von **mindestens 500.000 €**, z.B. 100.000 € Versicherungssumme mit 500%
Progression. Diese Summe brauchst du im Worst Case, um Wohnung, Auto und eventuell deinen Arbeitsplatz behindertengerecht umzubauen.

**Sinnvoll für**: Jede Person. Die Einmalzahlung ist der wichtigste Bestandteil jeder Unfallversicherung.


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Damit du je nach bleibender Invalidität ausreichend Geld erhältst, musst du dich bei der Auswahl der Versicherung mit den Begriffen
Versicherungssumme, Progression und Gliedertaxe beschäftigen.

#### Versicherungssumme: Wie hoch soll sie sein?

Die Versicherungssumme legt zunächst mal fest, wie hoch du bei Invalidität maximal versichert bist. Du erhältst bei einem Unfall den
Prozentsatz deiner Invalidität von dieser Summe ausgezahlt.

Wir empfehlen, Versicherungssumme und Progression so zu wählen, dass du bei 100% Invalidität mindestens 500.000 € erhältst, z.B. 100.000 €
Versicherungssumme mit 500% Progression.

**ℹ️ Ein Beispiel**: Beträgt deine Invalidität 50% und hast du eine Versicherungssumme von 100.000 € gewählt, dann zahlt dir die
Versicherung ohne Progression 50.000 €.

#### Progression

Üblicherweise benötigst du bei höherer Invalidität wesentlich mehr Geld als bei einer niedrigen Invalidität, da du z.B. bei einem kaputten
Daumen nicht dein ganzes Haus umbauen musst. Um dieses Missverhältnis zu berücksichtigen, kann ein zusätzlicher Progressionsfaktor
festgelegt werden, der angibt, wie stark eine hohe Invalidität “überbezahlt” wird. Dann bekommst du bei einer 100%igen Invalidität sogar ein
Vielfaches der Versicherungssumme.

**ℹ️ Ein Beispiel**: Deine Versicherungssumme liegt bei 100.000 €. Bis 25% Invalidität wird die Leistung linear berechnet, d.h. du bekommst
den Prozentsatz deiner Invalidität ausgezahlt (bei 25% also 25.000 €). In deinem Vertrag ist außerdem eine 500%-Progression vorgesehen, wenn
du schwer invalide bist. Du erhältst bei einer Invalidität von 100% also den 5-fachen Betrag der Versicherungssumme (500.000 €).

#### Gliedertaxe

Die [Gliedertaxe](/versicherungs-wiki/gliedertaxe/) bestimmt, wie hoch die Invalidität bewertet wird, wenn du bei einem Unfall bestimmte
Körperteile oder Organe verlierst. So kann es zum Beispiel sein, dass ein Versicherer den Verlust einer Hand mit 100% Invalidität bewertet
und ein anderer lediglich mit 60%.

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**❗ Achtung:**


**Achtung**: Berücksichtige bei der Wahl der Gliedertaxe deinen Beruf\! Solltest du deinen Beruf beim Verlust eines bestimmten Körperteils
(z.B. für Musiker\*innen schon eines Zeigefingers) nicht mehr ausüben können, benötigst du Geld für eine Umschulung oder eine Ausbildung.


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#### Beispiel: So berechnet sich die Invaliditätsleistung

Jürgen hat eine private Unfallversicherung mit 200.000 € Versicherungssumme und 300% Progression. Somit hat er eine Höchstleistungssumme von
600.000 € (=Versicherungssumme \* 3). In den folgenden zwei Grafiken sind die Progressions-Kurve und die Gliedertaxe von Jürgens Tarif
dargestellt. Bei einem schweren Unfall verliert Jürgen seinen Arm. Laut Gliedertaxe hat er somit einen Invaliditätsgrad von 70%. Somit würde
er, laut Progressions-Kurve, 180% Leistung der Versicherungssumme erhalten. Das sind 200.000 € \* 1,8 \= 360.000 €.

![Grafik einer typischen Progressions-Kurve einer privaten Unfallversicherung in Österreich.](/unfallversicherung/private-unfallversicherung-progressions-kurve-beispiel.9c093271916e647f94849ffd380bc4aeafd843d223597bb6932594606efd3c05.png "Ein typisches Beispiel für eine Progressions-Kurve einer privaten Unfallversicherung. Bei einem Invaliditätsgrad von 70% würde man 180% Leistung der Versicherungssumme erhalten.")

![Grafik einer typischen Gliedertaxe einer privaten Unfallversicherung in Österreich.](/unfallversicherung/private-unfallversicherung-gliedertaxe-beispiel.45895dadf2d7d6d2640816c020bc3015ab0dc9cc6c3c29dea9d47c282b30c315.png "Ein typisches Beispiel einer Gliedertaxe einer privaten Unfallversicherung. Bei Verlust eines Arms hätte man einen Invaliditätsgrad von 70%.")

### Unfall-Rente: Monatliche Rente bei Invalidität

Die [Unfall-Rente](/versicherungs-wiki/unfall-rente/) ist ein optionaler Zusatzbaustein. Bei einer dauerhaften Invalidität durch einen
Unfall zahlt dir der Versicherer eine **monatliche Rente**, üblicherweise ab einer bestimmten Mindest-Invalidität.

Der entscheidende Unterschied zur [Berufsunfähigkeitsversicherung](/berufsunfaehigkeitsversicherung/): Die Unfall-Rente zahlt ausschließlich
bei Invalidität durch einen Unfall. Die meisten Berufsunfähigkeiten entstehen aber durch Krankheiten. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung
zahlt bei Krankheit und Unfall und sichert dein Einkommen damit wesentlich umfassender ab. Grundsätzlich kannst du beide auch kombinieren.

**Rente oder höhere Einmalzahlung?** Jüngeren Personen ohne Berufsunfähigkeitsversicherung empfehlen wir eine Unfall-Rente, weil sie
lebenslang ausbezahlt wird. Älteren Personen empfehlen wir statt der Rente eher eine höhere Einmalzahlung.

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**❇️ Unser Tipp:**


**Unsere Empfehlung**: In der Regel raten wir, dein Einkommen über eine eigene Berufsunfähigkeitsversicherung abzusichern und auf die
Unfall-Rente zu verzichten.

**Sinnvoll für**: Jüngere Personen ohne hohe Rücklagen oder passives Einkommen, die nach einem Unfall mit finanziellen Einbußen rechnen
müssen und keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen oder sie zu teuer finden.

**Nicht nötig**: Wenn du bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung hast, und für ältere Personen.


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### Such-, Bergungs- und Rettungskosten

Verunglückst du beim Wandern, Klettern oder Skifahren und kommst nicht mehr selbstständig ins Tal, übernimmt die Unfallversicherung die
**Such-, Bergungs-, Transport- und Rettungskosten**, z.B. für eine Hubschrauberbergung.

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**❇️ Unser Tipp:**


**Unsere Empfehlung**: Versichere mindestens **15.000 €**.

**Sinnvoll für**: Jede Person.

**Nicht nötig**: Wenn du bereits über eine Mitgliedschaft, z.B. beim Alpenverein, ausreichend abgesichert bist. Prüfe aber genau, welche
Kosten und Summen die Mitgliedschaft tatsächlich deckt.


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📕 Wenn du mehr über die Bergungskosten erfahren möchtest oder wissen willst, welche alternativen Versicherungen diese Kosten zahlen, dann
schau mal in unseren Artikel [Bergungskosten-Versicherung: Wer zahlt im Notfall am Berg?](/blog/bergungskosten-versicherung/) rein.

### Heilkosten und Heilbehelfe

Heilkosten sind Kosten zur Behebung von Unfallfolgen, die die gesetzliche Krankenversicherung nicht oder nur teilweise übernimmt. Dazu
gehören etwa Behandlungen bei Privatärzt\*innen, die Sonderklasse im Spital nach einem Unfall, Therapien, Kur und Rehabilitation,
kosmetische Operationen, Zahnersatz, künstliche Gliedmaßen und der Verletztentransport zur Heilbehandlung. Auch Heilbehelfe wie die
Leihgebühr für Krücken oder einen Rollstuhl sind abgedeckt.

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**❇️ Unser Tipp:**


**Unsere Empfehlung**: Versichere mindestens **3.000 €**.

**Sinnvoll für**: Alle, die noch nicht entsprechend abgesichert sind.

**Nicht nötig**: Wenn du bereits eine umfangreiche [private Krankenversicherung](/private-krankenversicherung/) hast, die Sonderklasse nach
Unfall und hohe Privatarztleistungen enthält.


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### Unfall-Tod: Leistung für Hinterbliebene

In deiner privaten Unfallversicherung kannst du festlegen, wie viel **Geld deine Hinterbliebenen erhalten, wenn du durch einen Unfall
stirbst**. Diese Leistung greift aber ausschließlich beim Unfalltod. Stirbst du an einer Krankheit, bekommen deine Hinterbliebenen nichts.
Eine [Ablebensversicherung](/blog/ablebensversicherung/) deckt dagegen beides ab, Tod durch Unfall und durch Krankheit.

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**❇️ Unser Tipp:**


**Unsere Empfehlung**: Zur Absicherung deiner Liebsten empfehlen wir eher eine Ablebens- oder Bestattungsversicherung. Den Aufpreis für die
Unfalltod-Leistung kannst du dir sparen.

**Sinnvoll für**: Alle, die sich bewusst nur für den Fall eines tödlichen Unfalls absichern möchten. Das ist günstiger als eine
Ablebensversicherung.

**Nicht nötig**: Wenn du bereits eine Ablebensversicherung hast oder es keine Hinterbliebenen gibt, die von deinem Einkommen abhängig sind.


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### Sofortleistung bei schweren Verletzungen

Manche Tarife zahlen bei schweren Verletzungen, z.B. einer Querschnittlähmung, einem Schädel-Hirn-Trauma oder mehreren schweren Verletzungen
gleichzeitig (Polytrauma), **kurz nach dem Unfall einen Betrag aus**, noch bevor die endgültige Invalidität feststeht. Je nach Versicherer
ist das eine fixe Pauschale oder eine Vorauszahlung, die später auf die Invaliditätsleistung angerechnet wird. Ob du sie zurückzahlen musst,
wenn doch keine bleibende Invalidität entsteht, regeln die Bedingungen des jeweiligen Versicherers.

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**❇️ Unser Tipp:**


**Unsere Empfehlung**: Die Sofortleistung ist ein nettes Extra. Ob du sie einschließt, hängt von deinen Vorlieben ab. Wir können sie weder
pauschal empfehlen noch davon abraten.


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### Knochenbruchpauschale

Brichst du dir einen Knochen, bekommst du laut Vertrag einen **fixen Betrag ausbezahlt**, unabhängig davon, ob daraus eine bleibende
Invalidität entsteht. Die Leistung ist allerdings stark begrenzt, üblich sind bis zu 500 €.

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**❇️ Unser Tipp:**


**Unsere Empfehlung**: Wie die Sofortleistung ist die Knochenbruchpauschale ein nettes Extra, das wir weder pauschal empfehlen noch
ablehnen.

**Sinnvoll sein kann sie**: Wenn du nach einem Knochenbruch mit Verdienstentgang rechnen musst, z.B. weil Trinkgelder einen wesentlichen
Teil deines Einkommens ausmachen.


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### Spital-Tagegeld und Krankengeld

Das **Spital-Tagegeld** zahlt dir für jeden Tag, den du nach einem Unfall im Krankenhaus verbringst, einen vereinbarten Betrag. Das
**Krankengeld** zahlt einen Tagessatz, solange du nach einem Unfall arbeitsunfähig bist. Beide sollen dein verlorenes Einkommen zumindest
teilweise ausgleichen. Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Versicherer, z.B. Spitalgeld oder Taggeld, gemeint ist aber dasselbe.

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**❇️ Unser Tipp:**


**Unsere Empfehlung**: Diese Bausteine können deine Prämie spürbar erhöhen.

**Sinnvoll für**: Personen, deren Einkommen von Trinkgeldern, variablen Gehaltsbestandteilen oder Schichtzulagen abhängt, z.B.
Servicekräfte, Taxifahrer\*innen oder Schichtarbeiter\*innen. Diese Einkommensteile fallen bei einem Spitalsaufenthalt oder Krankenstand
weg.

**Nicht nötig**: Wenn dein Einkommen nicht davon abhängt oder du bereits über eine private Krankenversicherung abgesichert bist.


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📕 Mehr dazu findest du in unserem Artikel
[Krankenhaustagegeld und Krankengeld: Wann ist eine Versicherung sinnvoll?](/blog/private-krankenversicherung-krankenhaustagegeld-krankengeld/#wann-ist-eine-krankenhaustagegeld--oder-krankengeld-versicherung-sinnvoll)



## Was gilt als Unfall – und was nicht?

Als Unfall gilt ein plötzlich von außen auf deinen Körper wirkendes Ereignis, durch das du unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung
erleidest. Laut den
[Musterbedingungen des VVO](https://vvonet.vvo.at/vvo/vvonet_website.nsf/sysPages/MB_Unfallversicherung.html/%24file/AUVB_2022.pdf) zählen
auch Verrenkungen, Zerrungen, Bänderrisse und Meniskusverletzungen dazu, Krankheiten dagegen nicht. Jeder Versicherer legt in seinen
Bedingungen aber selbst fest, was er als Unfall wertet und welche Ausschlüsse gelten, etwa bei Motorsport, Sportwettbewerben oder Unfällen
unter Alkoholeinfluss. Ein Blick in die Bedingungen lohnt sich daher.

### Ausschlüsse: Wann zahlt die Unfallversicherung nicht?

- **Immer ausgeschlossen**: Unfälle bei vorsätzlich begangenen Straftaten sowie Unfälle durch Krieg und Terror.
- **Meist nicht versicherbar**: die Tätigkeit als Pilot\*in oder Besatzungsmitglied eines Luftfahrzeugs.
- **Je nach Versicherer unterschiedlich geregelt**: Motorsport-Rennen, die Teilnahme an Sportwettbewerben sowie Unfälle durch
  Bewusstseinsstörungen infolge von Alkohol, Drogen oder Medikamenten.
- **Gefährliche Sportarten** wie Paragleiten, Tauchen oder Downhill: meist versicherbar, aber mit Zuschlag.

## Wie viel kostet die private Unfallversicherung in Österreich?

Eine private Unfallversicherung kostet in Österreich ab 8 € pro Monat. Wie viel du genau zahlst, hängt vor allem von deinem Wohnort, deinem
Beruf, deinem Alter und den gewählten Leistungen ab. So zahlt ein\*e Student\*in für dieselbe Deckung in Graz ab 8 €, in Innsbruck ab 20 €
pro Monat. Zusatzbausteine wie Unfall-Rente oder Spital-Tagegeld und ein Seniorentarif ab etwa 65 Jahren erhöhen die Prämie deutlich.

Hier acht Beispiele, damit du die Kosten der privaten Unfallversicherung für dich einordnen kannst (Stand Oktober 2026):

| **Beispiel**                                                                  | **Deckung**                                                                                        | **Kosten**        |
|-------------------------------------------------------------------------------|----------------------------------------------------------------------------------------------------|-------------------|
| Student\*in, 25 Jahre, Graz                                                   | 100.000 € Versicherungssumme, 500% Progression, inkl. Such-, Rettungs- & Bergungskosten            | Ab 8 € pro Monat  |
| Softwareentwickler\*in, 32 Jahre, Wien                                        | 150.000 € Versicherungssumme, 600% Progression, 600 € pro Monat Unfall-Rente                       | Ab 23 € pro Monat |
| Familie, Eltern (35 & 40 Jahre, Büroangestellte) + Kinder (6 & 9 Jahre), Linz | 150.000 € Versicherungssumme, 600% Progression                                                     | Ab 40 € pro Monat |
| Elektriker\*in, 35 Jahre, Wien                                                | 100.000 € Versicherungssumme, 500% Progression, inkl. Such-, Rettungs- & Bergungskosten            | Ab 9 € pro Monat  |
| Büroangestellte\*r, 30 Jahre, Graz                                            | 100.000 € Versicherungssumme, 500% Progression, 10.000 € Unfall-Tod, 200 € Knochenbruchpauschale   | Ab 9 € pro Monat  |
| Tischler\*in, 40 Jahre, Eisenstadt                                            | 150.000 € Versicherungssumme, 500% Progression, 500 € pro Monat Unfall-Rente, 50 € Spital-Tagegeld | Ab 26 € pro Monat |
| Student\*in, 23 Jahre, Innsbruck                                              | 100.000 € Versicherungssumme, 500% Progression, inkl. Such-, Rettungs- & Bergungskosten            | Ab 20 € pro Monat |
| Pensionist\*in, 67 Jahre, Graz                                                | 100.000 € Versicherungssumme, 500% Progression                                                     | Ab 12 € pro Monat |

Die genaue Prämie für deine Versicherung wird von mehreren **Faktoren** beeinflusst:

- **Deckungsumfang**: Je umfassender dein Schutz (z.B. hohe Invaliditätssumme oder Zusatzleistungen wie Unfall-Rente und Spital-Tagegeld),
  desto höher die Beiträge.
- **Beruf**: Wer in einem risikoreichen Beruf arbeitet, etwa als Bauarbeiter\*in oder Handwerker\*in, zahlt mehr als jemand im Bürojob.
- **Freizeitaktivitäten**: Riskante Hobbys wie Motorradfahren, Bergsteigen oder Tauchen erhöhen die Prämie.
- **Alter & Gesundheit**: Jüngere, gesunde Menschen zahlen in der Regel weniger als ältere Versicherte mit Vorerkrankungen. Ab etwa 65
  Jahren stellen viele Versicherer auf einen teureren Seniorentarif um, teilweise auch mit gekürzter Deckung.
- **Wohnort**: Auch dein Bundesland beeinflusst die Prämie, wie die beiden Student\*innen-Beispiele aus Graz und Innsbruck zeigen.

### Wie kannst du bei der Unfallversicherung sparen?

Eine gute Absicherung muss nicht teuer sein. Mit diesen Tipps kannst du deine Prämie senken:

- **Online vergleichen**: Nutze Vergleichsrechner, um passende Tarife zu finden.
- **Jährliche Zahlweise**: Viele Versicherer gewähren einen Rabatt, wenn du die Prämie einmal jährlich bezahlst.
- **Leistungen prüfen**: Verzichte auf Bausteine, die du nicht brauchst, z.B. auf die Unfall-Rente, wenn du bereits eine
  Berufsunfähigkeitsversicherung hast.
- **Familienpolizze**: Für mehrere Personen kann eine Familienversicherung günstiger sein als Einzelverträge.
- **Laufzeitrabatt nutzen**: Bei längeren Laufzeiten bekommst du oft bessere Konditionen. Wichtig: In Österreich kannst du nach 3 Jahren
  trotzdem kündigen. Je nach Vertrag kann der Versicherer dann aber einen Teil des gewährten Laufzeitrabatts zurückverlangen. Prüfe das
  vorher in deiner Polizze.

📕 Noch mehr Spartipps findest du in unserem Artikel
[Unfallversicherung: 7 Tipps, wie du dich günstig versicherst](/blog/tipps-unfallversicherung/)

## Unfallversicherung Vergleich: So findest du den richtigen Tarif

Beim Vergleich privater Unfallversicherungen in Österreich sind drei Punkte entscheidend: eine ausreichend hohe Invaliditätsleistung mit
Progression, eine gute Gliedertaxe für deinen Beruf und eine hohe Mitwirkungsgrenze bei Vorerkrankungen. Vergleiche immer mindestens drei
Angebote mit denselben Eckdaten und prüfe in den Bedingungen, was als Unfall gilt und welche Ausschlüsse es gibt. Rechne außerdem mit
Gesundheitsfragen: Vorerkrankungen, Beruf und Sportarten können zu Zuschlägen oder sogar zu einer Ablehnung führen.

### Schritt für Schritt zum passenden Tarif

1. **Bedarf klären**: Überlege dir zuerst, welche Risiken in deinem Leben eine Rolle spielen. Bist du sportlich aktiv, hast du Kinder oder
   bist du selbstständig, ist dein Absicherungsbedarf meist höher als bei jemandem, der überwiegend einen Büroalltag hat.
2. **Deckung festlegen**: Wähle eine Invaliditätsleistung von mindestens 500.000 € bei 100% Invalidität und prüfe die Gliedertaxe, wenn du
   beruflich auf bestimmte Körperteile angewiesen bist. Achte außerdem darauf, dass Bergungs- und Heilkosten ausreichend hoch versichert
   sind und der Schutz weltweit und rund um die Uhr gilt.
3. **Zusatzbausteine bewusst wählen**: Schließe nur Bausteine ein, die du wirklich brauchst. Unsere Empfehlungen zu jedem Baustein findest
   du oben bei den Leistungen.
4. **Angebote vergleichen und Bedingungen prüfen**: Vergleiche mindestens drei Angebote mit denselben Eckdaten. Lies die Bedingungen genau
   und achte besonders auf die Mitwirkungsgrenze, die Ausschlüsse und darauf, was der Versicherer als Unfall wertet.

### Unfallversicherung ohne Gesundheitsfragen? Das wird beim Abschluss gefragt

Ganz ohne Gesundheitsfragen bekommst du in Österreich in der Regel keine private Unfallversicherung. Beim Abschluss fragt der Versicherer
unter anderem nach:

- **Vorerkrankungen**, z.B. Epilepsie
- **Früheren Unfällen** und einer bereits bestehenden Invalidität
- **Deinem Beruf**: Handwerkliche Berufe werden meist als riskanter eingestuft als Bürojobs.
- **Deinen Sportarten und wie du sie ausübst**: als Hobby, im Verein, bei Wettbewerben oder gegen Entgelt

Je nach deinen Antworten bekommst du den Tarif zu normalen Konditionen, mit Zuschlag, oder der Versicherer lehnt den Antrag ab. Gefährliche
Sportarten und Berufe sind meist versicherbar, kosten aber mehr. Lehnt dich ein Versicherer ab, lohnt es sich, es bei einem anderen zu
probieren, ähnlich wie bei der privaten Krankenversicherung. Bestimmte Vorerkrankungen schließen allerdings fast alle Versicherer aus. Hast
du Vorerkrankungen, achte außerdem auf eine hohe Mitwirkungsgrenze.

### Mitwirkungsanteil: Was gilt bei Vorerkrankungen?

Der [Mitwirkungsanteil](/versicherungs-wiki/mitwirkungsanteil/) gibt an, zu wie viel Prozent bestehende Krankheiten oder Gebrechen (z.B.
Abnutzungserscheinungen) die Folgen eines Unfalls mitverursacht haben. Um diesen Anteil kürzt der Versicherer seine Leistung, allerdings
erst ab einer im Vertrag festgelegten Mitwirkungsgrenze (z.B. 25%, je nach Versicherer unterschiedlich). Liegt der Mitwirkungsanteil
darunter, erhältst du trotz Vorerkrankung die volle Leistung. Somit gilt: **Je höher die Mitwirkungsgrenze ist, desto besser für dich.**

**ℹ️ Ein Beispiel**: Ein Unfall führt zu einer Invalidität von 60%. Ein\*e Sachverständige\*r stellt fest, dass eine bestehende Krankheit zu
40% an den Folgen mitgewirkt hat. Bei einer Mitwirkungsgrenze von 25% wird dieser Anteil abgezogen: Anerkannt werden 60% × (100% − 40%) \=
36%. Hätte die Krankheit nur zu 20% mitgewirkt, läge der Anteil unter der Grenze und die Versicherung würde die vollen 60% anerkennen.



## Im Leistungsfall: Meldefrist und Feststellung der Invalidität

Nach einem Unfall solltest du sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und den Unfall unverzüglich schriftlich deinem Versicherer melden,
laut VVO-Musterbedingungen spätestens innerhalb einer Woche. Den Invaliditätsgrad stellen Ärzt\*innen bzw. Sachverständige fest, meistens
erst nach Abschluss der Heilbehandlung. Beachte die Fristen in deinen Bedingungen: Sie legen fest, bis wann die Invalidität eintreten und
ärztlich belegt sein muss. Versäumst du sie, kann dein Anspruch verloren gehen.

1. **Ärztliche Hilfe**: Begib dich unverzüglich in ärztliche Behandlung und setze sie bis zum Abschluss der Heilbehandlung fort.
2. **Unfall melden**: Melde den Unfall unverzüglich schriftlich deinem Versicherer. In den
   [Musterbedingungen des VVO](https://vvonet.vvo.at/vvo/vvonet_website.nsf/sysPages/MB_Unfallversicherung.html/%24file/AUVB_2022.pdf) ist
   dafür z.B. eine Frist von spätestens einer Woche vorgesehen. Die genaue Frist regelt jeder Versicherer selbst.
3. **Invaliditätsgrad feststellen lassen**: Den Invaliditätsgrad bewerten Ärzt\*innen bzw. Sachverständige, meistens erst, wenn die
   Heilbehandlung abgeschlossen ist. Der Versicherer kann dafür auch eine Untersuchung durch eigene Ärzt\*innen verlangen.
4. **Fristen für die Invalidität beachten**: Jeder Versicherer regelt sie etwas anders. Ein Beispiel aus den Bedingungen eines
   österreichischen Versicherers: Die Invalidität muss innerhalb eines Jahres nach dem Unfall eintreten, der ärztliche Befundbericht muss
   innerhalb von 15 Monaten eingereicht werden, und der Invaliditätsgrad kann jährlich bis zu 4 Jahre nach dem Unfall neu bemessen werden.
5. **Auszahlung**: Steht der Invaliditätsgrad fest, berechnet der Versicherer die Leistung aus Versicherungssumme, Progression und
   Gliedertaxe, wie im Beispiel von Jürgen.

## Unfallversicherung kündigen in Österreich: Fristen & Möglichkeiten

Eine private Unfallversicherung kannst du in Österreich zum Ende der vereinbarten Laufzeit kündigen, meist mit einer Frist von einem bis
drei Monaten. Läuft dein Vertrag länger als drei Jahre, kannst du als Verbraucher\*in laut
[§ 8 Abs. 3 VersVG](https://www.ris.bka.gv.at/eli/bgbl/1959/2/P8/NOR40138452) ab dem Ende des dritten Jahres jährlich mit einer Frist von
einem Monat kündigen. Je nach Vertrag kann der Versicherer dann aber einen Teil des gewährten Laufzeitrabatts zurückverlangen.

### Welche Kündigungsmöglichkeiten gibt es?

- **Zum Versicherungsende**: Die meisten Unfallversicherungen haben eine vereinbarte Laufzeit von 1, 3, 5 oder 10 Jahren. Zum Ende dieser
  Laufzeit kannst du den Vertrag mit einer Frist von 1 bis 3 Monaten kündigen.
- **Konsumentenschutz-Kündigung**: Läuft dein Vertrag länger als 3 Jahre, kannst du ab dem Ende des dritten Jahres laut
  [§ 8 Abs. 3 VersVG](https://www.ris.bka.gv.at/eli/bgbl/1959/2/P8/NOR40138452) jährlich kündigen. Die Frist beträgt hier nur einen Monat.
- **Automatische Verlängerung**: Nach Ablauf der Laufzeit verlängert sich der Vertrag automatisch um jeweils ein Jahr. Der Versicherer muss
  dich rechtzeitig vorher darauf hinweisen. Tut er das nicht, bist du an die Verlängerung nicht gebunden.

📕 Eine ausführliche Übersicht findest du in unserem Blogpost [Versicherung kündigen: So funktioniert’s](/blog/versicherung-kuendigen/)

**Tipp**: Kündige schriftlich, am besten per eingeschriebenem Brief oder E-Mail, und lass dir die Kündigung vom Versicherer bestätigen.
Möchtest du weiterhin abgesichert sein, schließe die neue Unfallversicherung ab, bevor die alte endet, damit keine Lücke entsteht.

### Beispiel für eine Kündigung

Deine Unfallversicherung läuft seit dem 1\. Juli 2024 mit einer Laufzeit von 5 Jahren. Das reguläre Vertragsende ist damit der 1\. Juli
2029\. Möchtest du zu diesem Termin kündigen, musst du die Kündigung spätestens bis 31\. März 2029 bei der Versicherung einreichen (Annahme:
3 Monate Frist).

Durch die Konsumentenschutz-Regelung kannst du aber schon ab dem Ende des dritten Jahres, also ab 1\. Juli 2027, jedes Jahr mit einer Frist
von einem Monat kündigen. Das bedeutet: Gibst du deine Kündigung bis spätestens 31\. Mai 2027 ab, endet dein Vertrag bereits am 1\. Juli
2027\.

## Unterschiede zu Berufsunfähigkeitsversicherung, Krankenversicherung und Alpenverein

Die private Unfallversicherung ersetzt weder eine Berufsunfähigkeitsversicherung noch eine private Krankenversicherung noch die
Mitgliedschaft beim Alpenverein, sondern ergänzt sie. Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert dein Einkommen auch bei Krankheit, die
private Krankenversicherung verbessert deine medizinische Versorgung, und der Alpenverein deckt Bergungskosten und Rückholtransporte im
Bergsport. Eine Invaliditätsleistung bei bleibenden Unfallfolgen zahlt nur die Unfallversicherung. Hast du eine dieser Versicherungen schon,
kannst du bei einzelnen Bausteinen der Unfallversicherung sparen.

### Unfallversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Unfallversicherung zahlt dir bei dauerhaften Folgen eines Unfalls eine Einmalleistung, z.B. für den Umbau von Wohnung und Auto. Die
Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt dir eine monatliche Rente, wenn du deinen Beruf durch Krankheit oder Unfall nicht mehr ausüben kannst.
Da die meisten Berufsunfähigkeiten durch Krankheiten entstehen, ergänzen sich beide Versicherungen, ersetzen sich aber nicht.

📕 Mehr Infos findest du in unserem Blogpost [Berufsunfähigkeitsversicherung in Österreich](/berufsunfaehigkeitsversicherung/)

### Unfallversicherung oder private Krankenversicherung?

Die Unfallversicherung gleicht die finanziellen Folgen eines Unfalls aus. Die private Krankenversicherung verbessert dagegen deine
medizinische Versorgung bei Krankheit und nach Unfällen, z.B. durch freie Arztwahl, Sonderklasse und kürzere Wartezeiten. Hast du bereits
eine umfangreiche private Krankenversicherung mit Sonderklasse nach Unfall, kannst du bei den Heilkosten in der Unfallversicherung sparen.

📕 Mehr Infos findest du in unserem Blogpost [Private Krankenversicherung in Österreich](/private-krankenversicherung/)

### Unfallversicherung oder Alpenverein?

Die Mitgliedschaft beim Alpenverein deckt Bergungskosten und Rückholtransporte im Bergsport, zahlt aber keine Invaliditätsleistung. Sie ist
ein guter Zusatzschutz für Bergsportler\*innen, ersetzt aber keine Unfallversicherung. Bist du darüber ausreichend abgesichert, kannst du
bei den Bergungskosten in der Unfallversicherung sparen.

📕 Lies in unserem Blogpost [Alpenverein oder Unfallversicherung – was ist besser?](/blog/alpenverein-oder-unfallversicherung/) mehr dazu.

## Fazit: Unsere Empfehlung in 5 Punkten

Die private Unfallversicherung schließt die größte Lücke des gesetzlichen Schutzes: Unfälle in Freizeit, Haushalt und Sport. Für die meisten
Menschen gehört sie deshalb zur Grundabsicherung. Darauf solltest du achten:

1. **Die Invaliditätsleistung zuerst**: Wähle mindestens 500.000 € bei 100% Invalidität, z.B. 100.000 € Versicherungssumme mit 500%
   Progression.
2. **Bergungs- und Heilkosten absichern**: mindestens 15.000 € bzw. 3.000 €, außer du bist über den Alpenverein oder eine private
   Krankenversicherung schon ausreichend abgesichert.
3. **Dein Einkommen über eine Berufsunfähigkeitsversicherung absichern**: Die Unfall-Rente ist vor allem dann sinnvoll, wenn du keine
   Berufsunfähigkeitsversicherung bekommst.
4. **Deine Hinterbliebenen über eine Ablebensversicherung absichern**, nicht über die Unfalltod-Leistung.
5. **Die Bedingungen vergleichen**: Gliedertaxe, Mitwirkungsgrenze, Unfallbegriff und Ausschlüsse unterscheiden sich je nach Versicherer
   stark.

**Hinweis zur Unabhängigkeit**: Wir sind unabhängige Versicherungsmakler und erhalten eine Provision, wenn du über uns einen Vertrag
abschließt. Diese ist bereits in der Prämie enthalten, dir entstehen also keine zusätzlichen Kosten. Wir sind an keine Versicherung gebunden
oder finanziell mit ihr verflochten.

## FAQ zur privaten Unfallversicherung



### Was ist eine private Unfallversicherung und wofür braucht man sie?
Eine private Unfallversicherung schützt dich vor den finanziellen Folgen eines Unfalls, und zwar rund um die Uhr und weltweit. Das ist der entscheidende Unterschied zur gesetzlichen Unfallversicherung: Diese zahlt in Österreich nur bei Unfällen in der Arbeit, in Schule oder Studium und am Weg dorthin. Laut KFV passieren aber rund drei Viertel aller Unfälle in Haushalt, Freizeit und Sport. Genau für diese Unfälle brauchst du eine private Unfallversicherung. Sie übernimmt etwa die Kosten einer Hubschrauberbergung oder privater Heilbehandlungen. Vor allem aber zahlt sie bei einer bleibenden Invalidität eine Einmalleistung, mit der du Wohnung und Auto umbauen, dich beruflich umorientieren oder Einkommensausfälle überbrücken kannst. Optional kannst du zusätzlich eine monatliche Unfall-Rente vereinbaren. So musst du nach einem schweren Unfall weder dein Erspartes aufbrauchen noch deinen Lebensstandard aufgeben, und deine Familie bleibt versorgt.

### Ist eine private Unfallversicherung sinnvoll oder nicht?
Für die meisten Menschen ist eine private Unfallversicherung sinnvoll, denn die gesetzliche Unfallversicherung zahlt bei Unfällen in der Freizeit nicht. Wir zählen sie zur Grundabsicherung, weil schon ein einziger schwerer Unfall existenzbedrohend werden kann, während der Basisschutz ab 8 € pro Monat kostet. Besonders wichtig ist sie für sportlich Aktive, Familien mit Kindern, Selbstständige und Freiberufler\*innen sowie für alle, die beruflich auf bestimmte Körperteile angewiesen sind, z.B. Musiker\*innen oder Chirurg\*innen. Auch wer keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommt, profitiert von einer Unfallversicherung mit Unfall-Rente. Nicht sinnvoll ist sie dagegen als Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung, weil 80 bis 90% aller Berufsunfähigkeiten durch Krankheiten entstehen. Auch zur Absicherung deiner Hinterbliebenen eignet sich eine Ablebensversicherung besser. Und hast du genug Erspartes oder passives Einkommen, um die Folgen eines schweren Unfalls selbst zu tragen, kannst du dich auch bewusst gegen eine Unfallversicherung entscheiden.

### Was zahlt die private Unfallversicherung?
Die wichtigste Leistung ist die Invaliditätsleistung: Bleibt nach einem Unfall eine dauerhafte Beeinträchtigung zurück, bekommst du eine Einmalzahlung, und zwar schon ab niedrigen Invaliditätsgraden. Ihre Höhe hängt vom Invaliditätsgrad, der Versicherungssumme und der Progression ab. Außerdem übernimmt die Unfallversicherung Such-, Bergungs- und Rettungskosten, z.B. für eine Hubschrauberbergung, sowie Heilkosten wie Behandlungen bei Privatärzt\*innen, die Sonderklasse nach einem Unfall, Reha, Zahnersatz oder Heilbehelfe. Je nach Tarif kannst du weitere Bausteine einschließen: eine monatliche Unfall-Rente, eine Leistung bei Unfalltod, eine Sofortleistung bei schweren Verletzungen, eine Knochenbruchpauschale sowie Spital-Tagegeld und Krankengeld. Wir empfehlen mindestens 500.000 € bei 100% Invalidität, 15.000 € für Bergungskosten und 3.000 € für Heilkosten. Bei den Zusatzbausteinen lohnt es sich, genau hinzusehen: Viele davon brauchst du nur in bestimmten Situationen, etwa das Spital-Tagegeld, wenn dein Einkommen von Trinkgeldern oder Zulagen abhängt.

### Wie hoch soll die Versicherungssumme der Unfallversicherung sein?
Wir empfehlen, Versicherungssumme und Progression so zu wählen, dass du bei 100% Invalidität mindestens 500.000 € erhältst, z.B. mit 100.000 € Versicherungssumme und 500% Progression. Diese Summe brauchst du im Worst Case, um Wohnung, Auto und eventuell deinen Arbeitsplatz behindertengerecht umzubauen. Die Einmalzahlung kannst du frei verwenden. Die Leistung berechnet sich so: Den Invaliditätsgrad in Prozent stellen Ärzt\*innen bzw. Sachverständige fest, beim Verlust eines Arms z.B. 70% laut Gliedertaxe deines Tarifs. Ohne Progression bekommst du diesen Prozentsatz der Versicherungssumme ausbezahlt. Die Progression erhöht die Leistung bei schweren Invaliditäten überproportional, weil diese deutlich höhere Kosten verursachen. Bei vollständiger Invalidität erhältst du mit 500% Progression das Fünffache der Versicherungssumme. Eine Einmalzahlung bekommst du aber nicht erst bei 100%, sondern schon bei niedrigeren Invaliditätsgraden, z.B. 20%. 100% invalide ist man etwa bei einer Querschnittlähmung oder einer Erblindung beider Augen.

### Was ist die Gliedertaxe bei der Unfallversicherung?
Die Gliedertaxe legt fest, mit welchem Invaliditätsgrad der Verlust oder die dauerhafte Funktionsunfähigkeit bestimmter Körperteile oder Sinnesorgane bewertet wird, z.B. eines Arms, einer Hand, eines Fingers oder eines Auges. Diese Werte bestimmt jeder Versicherer in seinen Bedingungen selbst. So kann der Verlust einer Hand bei einem Versicherer mit 60% und bei einem anderen mit 100% Invalidität bewertet werden. Bei 100.000 € Versicherungssumme macht das schon ohne Progression einen Unterschied von 40.000 € aus, mit Progression sogar deutlich mehr. Besonders wichtig ist eine gute Gliedertaxe für alle, die beruflich auf bestimmte Körperteile angewiesen sind, z.B. Musiker\*innen auf ihre Finger, Handwerker\*innen auf ihre Hände oder Chirurg\*innen auf ihre Feinmotorik. Verlieren sie ein solches Körperteil, können sie ihren Beruf oft nicht mehr ausüben und brauchen Geld für eine Umschulung. Vergleiche die Gliedertaxe daher vor dem Abschluss genau.

### Unfall-Rente oder Einmalzahlung: Was ist besser?
Die Einmalzahlung bei Invalidität ist der wichtigste Bestandteil jeder Unfallversicherung und für jede Person sinnvoll. Die Unfall-Rente ist dagegen ein optionaler Zusatzbaustein, der dir bei bleibender Invalidität ab einer Mindest-Invalidität eine monatliche Rente zahlt. Sie leistet aber nur bei Unfällen. Die Rente gleicht vor allem laufende Einkommensausfälle aus, die Einmalzahlung deckt einmalige Kosten wie Umbauten. Da die meisten Berufsunfähigkeiten durch Krankheiten entstehen, empfehlen wir zur Absicherung deines Einkommens in der Regel eine Berufsunfähigkeitsversicherung und raten von der Unfall-Rente ab. Bekommst du wegen Vorerkrankungen, deines Berufs oder deiner Sportarten keine Berufsunfähigkeitsversicherung oder ist sie dir zu teuer, ist die Unfall-Rente eine sinnvolle Alternative. Das gilt vor allem für jüngere Personen ohne hohe Rücklagen oder passives Einkommen, weil die Rente lebenslang ausbezahlt wird. Älteren Personen empfehlen wir statt der Rente eher eine höhere Einmalzahlung. Grundsätzlich kannst du Berufsunfähigkeitsversicherung und Unfall-Rente auch kombinieren.

### Was kostet eine private Unfallversicherung in Österreich?
Eine private Unfallversicherung kostet in Österreich ab 8 € pro Monat (Stand Oktober 2026). Für 100.000 € Versicherungssumme mit 500% Progression inklusive Bergungskosten zahlt z.B. ein\*e 25-jährige\*r Student\*in in Graz ab 8 €, ein\*e 23-jährige\*r Student\*in in Innsbruck ab 20 € pro Monat. Die Prämie hängt vor allem von deinem Wohnort, deinem Beruf, deinem Alter, deinen Freizeitaktivitäten und den gewählten Leistungen ab. Risikoreiche Berufe und gefährliche Sportarten kosten mehr. Zusatzbausteine wie eine Unfall-Rente oder ein Spital-Tagegeld erhöhen die Prämie deutlich: Ein\*e 40-jährige\*r Tischler\*in in Eisenstadt zahlt mit 500 € Unfall-Rente und 50 € Spital-Tagegeld ab 26 € pro Monat. Eine Familie mit zwei Kindern in Linz zahlt ab 40 € pro Monat. Ab etwa 65 Jahren stellen viele Versicherer außerdem auf einen teureren Seniorentarif um. Sparen kannst du durch jährliche Zahlweise, eine Familienpolizze und den Verzicht auf Bausteine, die du nicht brauchst.

### Bekomme ich eine Unfallversicherung ohne Gesundheitsfragen oder mit Vorerkrankungen?
Ganz ohne Gesundheitsfragen bekommst du in Österreich in der Regel keine private Unfallversicherung. Beim Abschluss fragt der Versicherer z.B. nach Vorerkrankungen wie Epilepsie, nach früheren Unfällen und einer bereits bestehenden Invalidität, nach deinem Beruf sowie nach deinen Sportarten und wie du sie ausübst: als Hobby, im Verein, bei Wettbewerben oder gegen Entgelt. Je nach deinen Antworten bekommst du den Tarif zu normalen Konditionen, mit Zuschlag, oder der Antrag wird abgelehnt. Gefährliche Sportarten und Berufe sind meist versicherbar, kosten aber mehr. Lehnt dich ein Versicherer ab, lohnt es sich, es bei einem anderen zu probieren. Bestimmte Vorerkrankungen schließen allerdings fast alle Versicherer aus. Wirken Vorerkrankungen bei den Folgen eines Unfalls mit, kann der Versicherer die Leistung um diesen Mitwirkungsanteil kürzen, jedoch erst ab einer vertraglichen Mitwirkungsgrenze. Je höher diese Grenze, desto besser für dich.

### Wann und wo zahlt die private Unfallversicherung – und wann nicht?
Die private Unfallversicherung gilt in der Regel weltweit und rund um die Uhr, also auch im Urlaub, auf Geschäftsreisen und in der Freizeit. Prüfe vor einer Reise dennoch die Bedingungen, da einzelne Tarife bestimmte Länder oder Regionen ausschließen können. Als Unfall gilt ein plötzlich von außen auf deinen Körper wirkendes Ereignis, durch das du unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidest. Laut den Musterbedingungen des VVO zählen auch Verrenkungen, Zerrungen, Bänderrisse und Meniskusverletzungen dazu, Krankheiten dagegen nicht. Immer ausgeschlossen sind Unfälle bei vorsätzlichen Straftaten sowie durch Krieg und Terror. Die Tätigkeit als Pilot\*in oder Besatzungsmitglied eines Luftfahrzeugs ist meist nicht versicherbar. Je nach Versicherer unterschiedlich geregelt sind Motorsport-Rennen, Sportwettbewerbe und Unfälle durch Bewusstseinsstörungen infolge von Alkohol, Drogen oder Medikamenten: Manche Versicherer schließen sie aus, andere kürzen die Leistung. Gefährliche Sportarten wie Paragleiten oder Tauchen sind meist mit Zuschlag versicherbar.

### Wie schnell muss ich einen Unfall bei der Unfallversicherung melden?
Melde einen Unfall unverzüglich und schriftlich deinem Versicherer. In den Musterbedingungen des VVO ist dafür z.B. eine Frist von spätestens einer Woche vorgesehen, die genaue Meldefrist regelt aber jeder Versicherer selbst. Begib dich außerdem sofort in ärztliche Behandlung und setze sie bis zum Abschluss der Heilbehandlung fort. Den Invaliditätsgrad stellen Ärzt\*innen bzw. Sachverständige fest, meistens erst, wenn die Heilbehandlung abgeschlossen ist. Der Versicherer kann dafür auch eine Untersuchung durch eigene Ärzt\*innen verlangen. Achte zusätzlich auf die Fristen für die Invalidität in deinen Bedingungen. Ein Beispiel aus den Bedingungen eines österreichischen Versicherers: Die Invalidität muss innerhalb eines Jahres nach dem Unfall eintreten, der ärztliche Befundbericht muss innerhalb von 15 Monaten eingereicht werden, und der Invaliditätsgrad kann jährlich bis zu 4 Jahre nach dem Unfall neu bemessen werden. Versäumst du eine Frist, kann dein Anspruch gekürzt werden oder ganz verloren gehen.

### Wann kann ich eine Unfallversicherung kündigen?
Du kannst eine private Unfallversicherung zum Ende der vereinbarten Laufzeit kündigen, meist mit einer Frist von einem bis drei Monaten. Übliche Laufzeiten sind 1, 3, 5 oder 10 Jahre. Läuft dein Vertrag länger als drei Jahre, kannst du als Verbraucher\*in laut [§ 8 Abs. 3 VersVG](https://www.ris.bka.gv.at/eli/bgbl/1959/2/P8/NOR40138452) ab dem Ende des dritten Jahres jährlich mit einer Frist von einem Monat kündigen. Je nach Vertrag kann der Versicherer dann aber einen Teil des gewährten Laufzeitrabatts zurückverlangen. Kündigst du nicht, verlängert sich der Vertrag nach Ablauf meist automatisch um ein Jahr. Darauf muss dich der Versicherer rechtzeitig vorher hinweisen, sonst bist du an die Verlängerung nicht gebunden. Kündige am besten schriftlich per eingeschriebenem Brief oder E-Mail und lass dir die Kündigung bestätigen. Möchtest du weiterhin abgesichert sein, schließe die neue Unfallversicherung ab, bevor die alte endet, damit keine Lücke entsteht.

### Ersetzt die Unfallversicherung eine Berufsunfähigkeitsversicherung, Krankenversicherung oder den Alpenverein?
Nein, die private Unfallversicherung ergänzt diese Absicherungen, ersetzt sie aber nicht. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt dir eine monatliche Rente, wenn du deinen Beruf durch Krankheit oder Unfall nicht mehr ausüben kannst. Da laut [Statistischem Handbuch der österreichischen Sozialversicherung](https://www.sozialversicherung.at/cdscontent/load?contentid=10008.791265&version=1729762808) 80 bis 90% aller Berufsunfähigkeiten auf Krankheiten zurückgehen, deckt die Unfallversicherung das größere Risiko nicht ab. Die private Krankenversicherung verbessert deine medizinische Versorgung bei Krankheit und nach Unfällen, z.B. durch freie Arztwahl, Sonderklasse und kürzere Wartezeiten. Der Alpenverein deckt Bergungskosten und Rückholtransporte im Bergsport, zahlt aber keine Invaliditätsleistung. Eine Einmalzahlung bei bleibender Invalidität bekommst du nur aus der Unfallversicherung, z.B. für den Umbau von Wohnung und Auto. Hast du bereits eine dieser Versicherungen, kannst du bei einzelnen Bausteinen sparen: mit einer umfangreichen privaten Krankenversicherung bei den Heilkosten, mit dem Alpenverein bei den Bergungskosten und mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Unfall-Rente.


